PIWIs – pilzwiderstandsfähige Reben

Der Begriff „PiWi“ steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die eine besonders starke Widerstandskraft gegen die Rebkrankheiten Echter und Falscher Mehltau aufweisen.

Fakten

  • ca. 4 %

    der Weinflächen in Deutschland werden aktuell mit PIWIs bepflanzt.

  • 1.482 ha

    Regent wurden 2025 angebaut

  • bis zu 80 %

    reduzierte Pflanzenschutzmaßnahmen

Beide pilzliche Schaderreger wurden im 19. Jahrhundert mit Wildreben aus Amerika eingeschleppt und haben sich seitdem im europäischen Weinbau festgesetzt. Durch die klassische Kreuzung von amerikanischen Wildreben mit natürlichen Resistenzen gegen die Erreger und europäischen Weinreben (Vitis Vinifera), die für hohe Weinqualitäten stehen, konnten in den letzten Jahren hierzulande neue robuste Rebsorten gezüchtet werden, die kaum noch Pflanzenschutz benötigen. Sie verbinden den guten Geschmack mit der hohen Widerstandskraft und helfen den Winzerinnen und Winzern, die Umwelt zu schonen.

Mehr dazu:

PIWIs im Podcast mit Ernst Büscher und PiWi-Pionier Volker Freytag

Video vom Online-Seminar WeinEntdeckerWissen zu PIWIs

Züchtung von PIWIs

Bereits vor etwa 150 Jahren wurden in Frankreich Rebsorten mit amerikanischen Wildarten gekreuzt und in hohem Maße angebaut. Allerdings verschwanden sie bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollständig wieder. Heute ist Deutschland führend in der Züchtung einer neuen Generation dieser robusten Sorten. Die Züchtung einer neuen Rebsorte ist sehr langwierig und dauert von der eigentlichen Kreuzung bis zur Zulassung etwa 20 Jahre. Inzwischen steht nicht mehr nur die Pflanzengesundheit im Vordergrund, sondern auch vielfältige andere weinbauliche Vorteile, wie etwa eine spätere Reife, die gezielt selektioniert werden.

Welche Vorteile haben PiWis im Weinbau?

Die Reduzierung der Pflanzenschutzmaßnahmen um bis zu 80 Prozent hat viele Vorteile für Mensch und Umwelt. Darüber hinaus können durch weniger Überfahrten im Weinberg zusätzlich der CO2-Ausstoß und Bodenverdichtungen verringert werden. Für die Weinerzeuger bedeutet das sowohl Kostenersparnis als auch ein Gewinn an Zeit.

Welche Vorteile ergeben sich für die Konsumenten?

Als Konsumierende unterstützen wir eine nachhaltige und umweltschonende Weinerzeugung. Gleichzeitig öffnen sich mit dem Anbau dieser Sorten neue Wege, um den Herausforderungen des stetig zunehmenden Klimawandels entgegen zu treten und zur Erhaltung von Steil- und Terrassenlagen beizutragen. Außerdem erschließt sich den Weinfreunden mit den neuen Sorten eine breitere Genussvielfalt.

Wie ist der aktuelle Anteil in Deutschland?

Mit jedem Jahr wächst in Deutschland auch die Anbaufläche von robusten Rebsorten. Zu den bekannteren  PIWIs zählen Cabernet Blanc, Solaris, Souvignier Gris, Muscaris oder Regent. Weitere Sorten sind: Cabernet Cortis, Calardis Blanc, Laurot, Satin Noir und Sauvignac.

In Deutschland werden aktuell vier Prozent der angebauten Rebflächen mit PiWis bepflanzt. Neben vielen ökologisch arbeitenden Weinerzeugern bauen auch immer mehr konventionell wirtschaftende Weinbaubetriebe vermehrt diese neuen Sorten an. Von den rund 4.000 Hektar, die bundesweit mit den neuen Sorten bepflanzt sind, entfält etwa ein Drittel auf die rote Rebsorte „Regent“, die hierzulande bereits seit 1995 im Anbau ist. Neue rote, robuste Sorten wie „Cabernet Cortis“ oder „Pinotin“ bewegen sich noch unter 100 Hektar Anbaufläche. Sie legen aber von Jahr zu Jahr ebenso dynamisch zu, wie beispielsweise die Weißweinsorten „Cabernet Blanc“ oder „Souvignier Gris“, die zusammen bereits auf über 1.000 Hektar angebaut werden.

Die häufigsten PIWI Sorten (nach Anbauflächen)

  • Regent: Anbaufläche: 1.482 ha (2025), Kreuzung: Silvaner x Müller-Thurgau x Chambourcin
    Genuss: Tiefrote, farbkräftige und gerbstoffbetonte Weine mit Aromen von Kirschen, Zwetschgen und roten Beeren. Häufig auch im Holz oder als Rosé ausgebaut. Hochwertige Regent-Weine profitieren enorm von einigen Jahren Flaschenreife.
  • Souvignier Gris: Anbaufläche: 766 ha (2025), Kreuzung: Seyval blanc x Zähringer
    Genuss: Kräftig-stoffige Weine mit Aromen Honigmelone, Aprikosenkonfitund Quittensaft. Erinnert mit seinem cremigen Schmelz oft an Weiß-und Grauburgunder.
  • Cabernet Blanc: Anbaufläche: 356 ha (2025), Kreuzung: Cabernet Sauvignon x Resistenzpartner
    Genuss: Komplexe, würzige und extraktreiche Weine mit Aromen von grüner Paprika, schwarzer Johannisbeere, Stachelbeere, Zitrusfrüchten, Aprikose und Apfel. Erinnert an Sauvignon Blanc.
  • Sauvignac: Anbaufläche (geschätzt): 245 ha (2025), Kreuzung: Sauvignon Blanc x Riesling x Resistenzpartner
    Genuss: Ein aromatischer Weißwein mit feinen Aromen von Maracuja, Aprikose und Apfel. Sauvignac erinnert sowohl an die Eleganz eines Rieslings mit einem Hauch Limone oder an eine ausdrucksstarke Scheurebe mit Aromen von schwarzer Johannisbeere.
  • Calardis Blanc: Anbaufläche (geschätzt): 245 ha (2025), Kreuzung: Calardis Musqué x Seyve Villard
    Genuss: Feine Aromen von Maracuja und Apfel mit einem würzigen Bukett und spritziger Säure. Der Wein erinnert an einen expressiven Rivaner und begeistert als leichter Sommerwein oder als spritziger Perlwein.
  • Solaris: Anbaufläche: 234 ha (2025), Kreuzung: Merzling x Gm7493
    Genuss: Fruchtige und duftige Weine mit Aromen von Quitte, Mirabelle, Mandel und Karamell. Häufig wird Solaris für Federweißer oder Süßweine verwendet, die trockenen Weißweine haben einen südländischen Charakter.
  • Muscaris: Anbaufläche: 178 ha (2025), Kreuzung: Solaris x Gelber Muskateller
    Genuss: Schlanke bis kräftig-stoffige Weine mit einer animierenden Säure und dem Bukett eines Muskatellers. Das würzige Muskataroma und die floralen Noten begeistern Liebhaber von aromatischen Weinen und sind sowohl als Dessertweine als auch als Begleiter für asiatische Küche geeignet.
  • Cabernet Cortis: Anbaufläche: 88 ha (2025), Kreuzung: Cabernet Sauvignon x Solaris
    Genuss: Tiefrote bis violette Weine mit Aromen von frisch gemahlenem Pfeffer und Cassis. Sehr geschätzt von Fans francophiler Rotweinstilen aus kühleren Weinbauregionen.
  • Pinotin: Anbaufläche: 59 ha (2025)
  • Satin Noir: Anbaufläche (geschätzt) 57 ha (2025): Kreuzung: Cabernet Sauvignon x Resistenzpartner
    Genuss: Tiefrote, dichte Weine mit Aromen von reifen schwarzen Brombeeren und Johannisbeeren, schwarzem Pfeffer und dunkler Schokolade mit ledrigen und rauchigen Noten. Ein mediterraner Weintyp mit einem warmen Flair von Cabernet Sauvignon oder Cabernet Franc.
  • Cabertin: Anbaufläche: 25 ha (2025)
  • Laurot: Anbaufläche: 7 ha (2025), Kreuzung: Merlot x Seibel x Blaufränkisch x St. Laurent
    Genuss: Tiefdunkle Weine mit würzigen Aromen von Waldbeeren und feiner Tanninstruktur. Erinnert an Merlot und St. Laurent.

Wofür steht die Abkürzung PIWI?

PIWI steht für PIlzWIderstandsfähige Reben. Dabei handelt es sich um Kreuzungen aus amerikanischen und asiatischen Wildreben mit europäischen Rebsorten.

Weitere Rezeptideen

im Bacon-Mantel Lamm

im Bacon-Mantel

  • 4 Stück Lammlachse à 150 g
  • 4 Scheiben Bacon
  • 0,1 Liter Wein
  • 0,3 Liter Gemüsebrühe
  • 1 kleine Schalotte
  • 20 Gramm Butter
  • 4 EL Olivenöl
  • je 2 Zweige Thymian, Rosmarin, Salbei
  • nach Geschmack Salz & Pfeffer

Die Lammlachse mit Pfeffer würzen und 2 EL Olivenöl ins Fleisch einmassieren. Thymian, Rosmarin und Salbei sehr fein hacken und das Fleisch in den Kräutern wälzen. Einige Stunden im Kühlschrank marinieren.

 

Das Fleisch mit den Baconscheiben umwickeln im restlichen Olivenöl von allen Seiten scharf anbraten. Ca. 4 Minuten pro Seite bei kleinerer Hitze weitergaren (die Gardauer hängt von der Dicke der Lammlachse ab – am besten eine Druckprobe machen). Danach in Alufolie einschlagen und im Backofen bei 80 °C ruhen lassen – so bleiben sie saftig und innen leicht rosa.

 

Dazu passt Bärlauch-Risotto.

  • Dornfelder (trocken)

mit Bandnudeln Coq au Riesling

mit Bandnudeln

  • 1 ganzes Huhn
  • 0,4 Liter Riesling
  • 0,2 Liter Sahne
  • 1 kl. Glas Cognac
  • 2 Stück Schalotten
  • 1 Stück Knoblauchzehe
  • 1 Stück Eigelb
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 EL Mehl
  • 50 Gramm Butter
  • 1 EL Olivenöl
  • nach Belieben Salz & Pfeffer

Das Huhn zerlegen. In einem großen Bräter ca. 50 g Butter mit 2 EL Olivenöl erhitzen und die Hühnerstücke darin hellbraun anbraten (ohne Deckel). Leicht salzen.

 

Schalotten fein hacken, Knoblauch schälen und fein hacken. Die Petersilie hacken und alles zum Fleisch geben. Kurz bei geschlossenem Bräter mitdünsten. Cognac darüber gießen und anzünden (flambieren). Mit 1/3 l Riesling ablöschen und eine halbe Stunde bei schwacher Hitze köcheln lassen. Nach Bedarf noch einmal etwas Wein angießen und ca. 10 Minuten weiter köcheln.

 

Hühnerteile herausnehmen und kurz warm stellen. 1 EL Mehl mit 1 Eigelb und der Sahne verrühren und mit dem Schneebesen unter die Sauce schlagen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Hühnerteile wieder in den Topf geben. Sofort servieren.

 

Dazu passen Bandnudeln.

 

Variante:150 g frische Champignons in 50 g Butter braten und zugeben.

  • Riesling (trocken)

mit leckeren Meeresfrüchten Pasta mit Scampi-Soße

mit leckeren Meeresfrüchten

  • 400 Gramm Tagliatelle
  • 250 Gramm Scampi oder Shrimps
  • 200 ml Créme légère
  • 100 ml Hühnerbrühe
  • 100 ml halbtrockener Rosé
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • 2 EL Olivenöl
  • Nach Bedarf Salz & Pfeffer

Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen und die Tagliatelle bissfest kochen.

 

Währenddessen die gewürfelte Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten, dann mit der Brühe und dem Wein auffüllen und zum Kochen bringen.

 

Die Sahne mit in die Brühe geben und etwas einreduzieren lassen. Die Petersilie dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Die Scampi in einer separaten Pfanne in Olivenöl anbraten, anschließend pfeffern und mit Alufolie abdecken.

 

Die Tagliatelle abgießen und als Nest auf einem Teller anrichten. Mit der Sauce übergießen und mit den Scampi garnieren.

  • Rosé (halbtrocken & feinherb)

mit Kürbis-Weißweinsauce Pasta mit Kürbis-Weißweinsauce

mit Kürbis-Weißweinsauce

  • 750 Gramm Butternut-Kürbis(se)
  • 3 kleine Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Becher Crème fraîche
  • 250 ml trockener Weißwein
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 25 Gramm Parmesan oder ähnlicher Hartkäse
  • 400 Gramm Spaghetti oder andere Nudeln
  • nach Geschmack Salz, Pfeffer, Zucker
  • 4 EL Kürbiskerne, evtl. gehackt
  • nach Belieben Muskat, Thymian

Knoblauch und Zwiebeln glasig dünsten. Butternut-Kürbis würfeln und zugeben, mit Pfeffer und Zucker würzen. Wenn die Würfel noch fest sind, den Weißwein und die Gemüsebrühe angießen. Weiter köcheln, bis der Kürbis bissfest ist.

 

In der Zwischenzeit die Nudeln kochen und abgießen.

 

Zum köchelnden Kürbis Thymian, Muskat, Salz und Crème fraîche zugeben, aufkochen und binden. Parmesan unterrühren, abschmecken. Man kann auch einige Kürbiswürfel zerdrücken, so wird die Sauce sämiger.

 

Pasta auf Tellern anrichten und Kürbissauce darübergeben.

Mit Kürbiskernen bestreuen.

  • Scheurebe (trocken)