Minimalschnitt

Weinrebe im Frühjahr, Minimalschnitt

In den deutschen Weinlandschaften findet man immer öfter Weinberge, die im Winter nicht geschnitten wurden und ungewohnt wild aussehen. Hierbei handelt es sich um Anlagen, die nach dem sogenannten Minimalschnitt-Prinzip bewirtschaftet werden.

Fakten

  • 6 h

    benötigt ein Betrieb für das Schneiden und anschließende Biegen der Triebe pro Hektar beim Minimalschnitt.

  • 2/3

    an Ressourcen können neben Kosten und Zeit eingespart werden, wenn dieses System mit den neuen PIWI-Rebsorten praktiziert wird.

Kosten- und Zeitersparnis

Bei dieser Form der Erziehung fährt man im Winter einfach mit dem Laubschneider durch die Rebzeilen, um die Triebe etwas einzukürzen, anstatt den Rebstock manuell auf ein bis zwei Triebe zurückzuschneiden und das restliche Rebholz aus dem Drahtrahmen zu entfernen. Der Minimalschnitt kommt dem ursprünglichen Wuchsverhalten der Rebe näher und spart zudem erhebliche Kosten und Zeit. Bei der herkömmlichen Traubenproduktion wird über ein Viertel der Arbeitszeit für den klassischen Rebschnitt verwendet. Der Rebschnitt muss zudem von qualifiziertem Personal durchgeführt werden, was bei dem allgemeinen Fachkräftemangel ein weiteres Argument für die Erzeuger ist, auf den Minimalschnitt umzustellen.

Geringeres Risiko bei Ertragsverlusten

Da beim Minimalschnitt keine großen Schnittwunden entstehen, wird zudem das Eindringen holzzerstörender Pilze in die Rebe verhindert, die zum Absterben der Rebstöcke durch die sich ausbreitende Esca-Krankheit führen.

Auch das Risiko von Ertragsverlusten durch Wetterextreme wie Sonnenbrand und Hagelschläge, die aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren zugenommen haben, kann durch den Minimalschnitt vermindert werden, weil die Trauben durch die dickere Laubwand besser geschützt sind.

In der Regel reifen die Trauben in Minimalschnittanlagen später, was in heißen Jahren, die der Klimawandel ebenfalls immer häufiger mit sich bringt, ein weiterer Vorteil ist. Denn ansonsten müssen die Trauben durch die wärmebedingte frühere Reife oftmals bereits im August gelesen werden, um zu verhindern, dass sie zu süß und die Weine später zu kräftig werden. Bei einer späteren Reife profitieren die Trauben von den kühlen Nächten und idealerweise sonnigen Herbsttagen, was die Aromabildung fördert.

Ertragsreduzierung auch beim Minimalschnitt notwendig

In kühlen und regenreichen Jahren kann die spätere Traubenreife allerdings auch ein Nachteil sein. Dann ist es besonders wichtig, den Ertrag frühzeitig zu reduzieren. Dies wird bei dieser Erziehungsform grundsätzlich empfohlen, weil die Anzahl der Trauben pro Stock im Vergleich zum konventionellen Rebschnitt deutlich erhöht ist.

Außerdem muss bedacht werden, dass die Reben bei einem stärkeren Behang und mit mehr Blättern einen höheren Wasserbedarf haben. Dem können die Winzerinnen und Winzer begegnen, indem sie bei einer Neuanlage den Abstand zwischen den Rebzeilen von den üblichen zwei Metern auf drei Meter ausweiten, um den Rebwurzeln so mehr Raum für die Wasseraufnahme zu geben. Wird beim Minimalschnitt in der klassischen Spaliererziehung mit einer schmaleren Laubwand gearbeitet, genügen Zeilenabstände von zwei Metern.

Welchen Einfluss hat der Minimalschnitt auf die Reifezeit der Trauben?

In der Regel reifen die Trauben in Minimalschnittanlagen später, was in heißen Jahren, die der Klimawandel immer häufiger mit sich bringt, ein Vorteil ist. Denn ansonsten müssen die Trauben durch die wärmebedingte frühere Reife oftmals bereits im August gelesen werden. Bei einer späteren Reife profitieren die Trauben von den kühlen Nächten und idealerweise sonnigen Herbsttagen, was die Aromenbildung fördert.

Weitere Rezeptideen

mit Zimt und Zucker Odenwälder Apfelauflauf

mit Zimt und Zucker

  • 1 kg Äpfel
  • 250 Gramm Semmelbrösel
  • 125 Gramm Zucker
  • 2 EL Butter
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Msp. gemahlene Nelken
  • 50 Gramm Rosinen
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 1 EL Rum
  • zum Bestreuen Zimt & Zucker

Semmelbrösel, Butter, Gewürze und 2 EL Zucker in einer Pfanne rösten. Äpfel schälen und in Scheiben schneiden. In Weißwein mit Rum und Zucker dünsten, bis die Flüssigkeit nahezu verdunstet ist.

 

Gefettete Springform abwechselnd mit Semmelbröselmasse und Äpfeln füllen (unterste und oberste Schicht aus Semmelbröselmasse).

 

Eine ½ Stunde bei 140 °C backen. Mit Zimt und Zucker bestreuen.

  • Riesling (lieblich)

mit Honig und Thymian Ziegenkäsetürmchen

mit Honig und Thymian

  • 1 großer Apfel
  • 1 Rolle Ziegenkäse
  • 4 Scheiben Bacon
  • 4 TL Honig
  • 1 TL Thymian
  • 4 Blätter Eichblattsalat
  • frische Zweige Thymian zum Garnieren
  • nach Belieben Salz & Pfeffer

Den Grill auf höchster Stufe vorheizen.

 

Die Baconscheiben ohne Fett in einer beschichteten Pfanne knusprig ausbraten und auf einem Stück Küchenkrepp abtropfen lassen. Das ausgelassen Fett in der Pfanne lassen.

 

Den Apfel waschen, mit einem Kernbohrer entkernen und dann ungeschält in vier, ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Apfelscheiben im verbliebenen Speckfett langsam knapp gar braten, dabei mit einer Messerspitze den Garheitsgrad prüfen. Die Apfelscheiben in eine leicht gefettete Auflaufform setzen, mit Thymian bestreuen, darauf jeweils eine kross gebratene Speckscheibe legen.

 

Den Ziegenkäse in 4 Taler teilen und jeweils einen Taler auf jede Apfelscheibe legen, noch einmal mit Thymian bestreuen und mit je 1 TL Honig beträufeln.

 

Unter dem Grill so lange gratinieren, bis der Käse leicht bräunt.

 

Die Ziegenkäse-Apfeltürmchen auf einem Salatblatt oder nach Belieben auf einem Salatbett servieren (dann ein honigbetontes Dressing zugeben)

  • Dornfelder (halbtrocken & feinherb)

im Bacon-Mantel Lamm

im Bacon-Mantel

  • 4 Stück Lammlachse à 150 g
  • 4 Scheiben Bacon
  • 0,1 Liter Wein
  • 0,3 Liter Gemüsebrühe
  • 1 kleine Schalotte
  • 20 Gramm Butter
  • 4 EL Olivenöl
  • je 2 Zweige Thymian, Rosmarin, Salbei
  • nach Geschmack Salz & Pfeffer

Die Lammlachse mit Pfeffer würzen und 2 EL Olivenöl ins Fleisch einmassieren. Thymian, Rosmarin und Salbei sehr fein hacken und das Fleisch in den Kräutern wälzen. Einige Stunden im Kühlschrank marinieren.

 

Das Fleisch mit den Baconscheiben umwickeln im restlichen Olivenöl von allen Seiten scharf anbraten. Ca. 4 Minuten pro Seite bei kleinerer Hitze weitergaren (die Gardauer hängt von der Dicke der Lammlachse ab – am besten eine Druckprobe machen). Danach in Alufolie einschlagen und im Backofen bei 80 °C ruhen lassen – so bleiben sie saftig und innen leicht rosa.

 

Dazu passt Bärlauch-Risotto.

  • Dornfelder (trocken)

zu lieblichen Auslesen Apfelkräpfli mit Vanillesauce

zu lieblichen Auslesen

  • 5 große, säuerliche Äpfel
  • 200 Gramm Mehl
  • 2 Eier
  • 250 ml Milch
  • 2 EL Rum
  • Nach Bedarf Schmalz oder Öl
  • Nach Belieben Zimt, Zucker, Salz

Die Äpfel schälen und das Kernhaus ausstechen, in fingerdicke, gleichmäßige Scheiben schneiden. Mit Rum beträufeln und zuckern. Ziehen lassen.

 

Backteig anrühren, dieser sollte ziemlich dickflüssig sein. Die Apfelringe darin wenden und schwimmend in heißem Fett goldbraun backen.

 

Auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß mit Zimt und Zucker servieren.

  • Riesling (süß & edelsüß)
  • Scheurebe (süß & edelsüß)