Transkripte
2026_09 Die Lagen der Nation
PODCAST DES DEUTSCHEN WEININSTITUTS
Herrlich herbstlich
Bereinigtes, inhaltlich vollständiges Transkript
Aufzeichnung: 30. Oktober 2026
Sprecher:innen: Andreas Kaul · Lena Torres König
[00:00:13] Der Nebel steigt.
[00:00:14] Es fällt das Laub.
[00:00:16] Schenk einen Wein den Holden!
[00:00:18] Wir wollen uns den Grauntag vergolden.
[00:00:21] Ja, vergold'n!
[00:00:23] Sehr schön!
[00:00:25] Wir dachten wir fangen den Podcast mal wie ein Niveau voller an als sonst.
[00:00:28] Also thematisch auch passend mit dem Auszug aus... Was war das was wir da gehört haben?
[00:00:33] Das
[00:00:33] war das Oktoberlied von Theodor Storm.
[00:00:36] Genau Theodor Sturm klingt auch schon so herbstlich.
[00:00:40] Herzlich Willkommen Vollge- neunzig schon unseres Podcasts.
[00:00:44] Wow!
[00:00:44] Mein Name ist Andreas Kaule und mir gegenüber sitzt
[00:00:47] Lena Torres König,
[00:00:49] diesmal mit einem Glas Wein, wie wir es eben vielleicht schon gehört haben.
[00:00:54] Wir hatten nämlich heute eine Verkostung im Haus und da haben wir gedacht, wir...
[00:00:58] Genau Andreas, wir sitzen ja gerne zusammen und starten erstmal die Runde mit.
[00:01:04] was gibt's Neues?
[00:01:05] Du warst unterwegs in der Hauptstadt?
[00:01:07] Genau Ja ich war in Berlin Und zwar zur Verleihung des diesjährigen Fachhandelspreises.
[00:01:14] Das findet jedes Jahr statt und ich war interessanterweise mit der Bahn unterwegs, das war... Muss man vielleicht an der Stelle mal sagen, wer hört ja ab und zu mal Kritik über die Bahn?
[00:01:25] Mein ICE war zwei Minuten zu früh in Berlin.
[00:01:29] Nein!
[00:01:30] Doch.
[00:01:31] Und noch was Positives Ich bin zum ersten Mal ICE gefahren seit das neue Weinsortiment So dem Einsatz ist.
[00:01:37] Wir hatten ja die Bahn Anfang des Jahres unterstützt bei der Weinauswahl und ich muss sagen, die Leute im Bordrestaurant waren alle ganz happy mit den Wein
[00:01:47] Ich übrigens auch.
[00:01:48] Ich bin nämlich neulich auch mit der Bahn gefahren und da habe ich mir auch mal einen gegönnt.
[00:01:52] Da war ich auch ganz happy.
[00:01:55] Und exemplarisch, auch wenn wir ihn jetzt in den vergangenen Folgen immer wieder erwähnt haben hat sich Sommelier Gerhard Retter für das Magazin Der Feinschmecker durch die Weine verkostet im ICE.
[00:02:08] Ich würde sagen, wir verlinken das mal in den Show-Notes und man muss sagen also Kollege Retter war auch ganz angetan
[00:02:14] von... Also so gesehen das ist ja eine richtige Empfehlung vom Gerhard Retter.
[00:02:19] vielen Dank an der Stelle und es lohnt sich meine lieben Leute.
[00:02:22] Es verkürzt die Zeit unheimlich und genau macht Spaß!
[00:02:28] Aber einmal noch mal zurückspringen.
[00:02:29] Andreas, du sagtest Fachhandelspreis?
[00:02:32] Was ist denn das eigentlich nochmal?
[00:02:33] Genau genau der Fachhandelpreis des Deutschen Weininstituts zusammen mit Wein und Markt ist eine Fachzeitschrift.
[00:02:40] Machen wir das seit vielen Jahren und da zeichnen wir Weinfachhändler aus die einfach gute Arbeit machen und ideenreich und mit Motivation den deutschen Wein verkaufen.
[00:02:50] und dann haben wir dieses Jahr drei Gewinnern.
[00:02:52] Das vielleicht für die Zuhörende Lüneburg und Kassel kommen, denn da kommen die drei Weißträger her.
[00:03:02] Das ist einmal ein Mürst-Bürmannwein und die Weinhandlung Warpnitz in Lüneborg und der Schluckspecht in Kasseln.
[00:03:10] also Da gibt es leckere weine tolle Events.
[00:03:14] Wenn ihr mal in der Nähe seid geht da ruhig mal hin.
[00:03:17] Gute
[00:03:18] Adressen!
[00:03:19] Es gibt natürlich noch viele andere Tolle Händler und Bars.
[00:03:24] Aber für die können wir jetzt ganz offiziell die Empfehlung aussprechen.
[00:03:26] Genau, die sind jetzt sozusagen getestet.
[00:03:30] Offiziell getestete und für gut befunden.
[00:03:33] So aber noch mal zurück zum unserem Thema vom Anfang.
[00:03:36] Die Folge heißt herrlich herbstlich.
[00:03:40] Wir hatten ja jetzt einen mega geilen goldenen Herbststart.
[00:03:45] Der Sommer hat sich noch tiefe in den September ausgebreitet Und ab jetzt spätestens Kann man sagen der Herbst ist da Teilweise sogar schon in die Winterzeit oder seit dem Wochenende.
[00:03:56] Man braucht eine Jacke, Regenschirm.
[00:04:00] Genau ab und zu lässt sich die Sonne nochmal blicken also Die letzten Sonnenstrahlen genießen.
[00:04:05] wir wollen deshalb heute über den Herbst
[00:04:08] sprechen.
[00:04:10] Ja und Zuerst sind wir euch dann noch ein Update aus den Weinbergen schuldigt.
[00:04:14] vor allem sollten wir vielleicht sagen bei den kalendarischen herbst
[00:04:16] ganz genau.
[00:04:17] das Thema hat mir schon häufiger dass was man In Weingreisen unter Herbst ist es anonym für die Weinlese, versteht die Zeiten sehr vorbei.
[00:04:29] Deswegen wir... Die Weinleses ist schon längst vergangen.
[00:04:33] Es kann sein dass vielleicht noch die eine oder andere Spezialität drauf wartet das es Frost gibt Stichwort Eiswein.
[00:04:39] aber die Wein lesen rum.
[00:04:42] Die finale Schätzung der Weinmost Ernte ist auch da.
[00:04:46] Also Wein Most Ernte klingt irgendwie technisch.
[00:04:48] also wie viel Wein haben wir dieses Jahr geerntet?
[00:04:50] Das ist immer noch eine Schätzung, kommt aber schon relativ nah an das tatsächliche Ergebnis.
[00:04:54] Es ist so ein bisschen wie bei den Hochrechnungen, bei den Wahlen.
[00:04:56] Also später der Abend umso konkreter oder umso genauer sind die Hochrehnung... Wie sieht es denn aus Helena?
[00:05:04] Also genau nachdem wir im Sommer ja befürchtet hatten dass es in diesem Jahr etwas weniger Wein gibt kann man jetzt sagen Wir liegen ungefähr auf dem Niveau vom Vorjahr und zwar bei circa zehn Prozent unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre.
[00:05:18] Ganz genau bedeutet das sieben Komma sieben Millionen Hektoliter.
[00:05:21] Regional schwankt es aber natürlich
[00:05:23] ziemlich stark.
[00:05:25] Ja, also zum Beispiel der Falz da lagen wir auch über im Schnitt Im Anbaugebiet Falz.
[00:05:29] Da hatten wir uns ja im vergangenen Podcast schon von der Caroline Gaul der Winzerin aus dem Falz sagen lassen dass Sie auch ganz begeistert war auch von der Menge Der Stichwort wieder anekdotische Evidenz.
[00:05:42] In der Pfalz gab es aber auch Gegenden, da war es ein bisschen weniger.
[00:05:44] Das heißt das schwankt wirklich und hängt auch vom kleinen Klima ab wo es vielleicht etwas mehr geregnet hat, so sieht's aus in den Weinbergen
[00:05:54] Ja!
[00:05:54] Und wie immer gilt ist halt einfach ein Naturprodukt und es gibt so viele andere Faktoren die da im Einfluss nehmen Aber bei einem sind sich alle dreizehn Anmorggebiete einig nämlich bei der Qualität.
[00:06:06] Also alle Stimmen, die wir gehört haben, sagen dass die Weinqualitäten dieses Jahr sehr gut aussehen.
[00:06:12] Wir haben eine außergewöhnliche hohe Traubenreife und die Trauben sind in einem erstklassigen Gesundheitszustand – das feiern wir sehr!
[00:06:22] Der Jahrgang XXVI wird jetzt schon gefeiert und hoffentlich sehr lecker.
[00:06:27] Ja so viel zum Thema Habst im Sinne von Weinlese oder wenn man so in die Natur schaut.
[00:06:32] Ein Merkmal des Habstes ist ja auch... Die verfärbten Blätter.
[00:06:35] Die Farben brachten?
[00:06:36] Die
[00:06:36] farbenbracht, Indiens Summer an Bäumen, Sträuchern und natürlich auch besonders schön in den Weinbergen.
[00:06:43] die bunten und dann fallenden Blätter werden natürlich auch in vielen Herbstgedichten beschrieben haben wir ja auch schon gehört vorhin.
[00:06:50] wie merkt denn die Rebe eigentlich des Herbs ist?
[00:06:53] und wie werden die Blätter dann bunt?
[00:06:54] Ich hau mal den Erklärbär raus an dieser Stelle.
[00:06:57] Also die Temperaturen sinken ja natürlich jetzt dann mit dem Jahreszeitenwechsel.
[00:07:01] Die Tage werden kürzer, das bedeutet wenn die Teile kürzier werden weniger Sonnenlicht, weniger helle Stunden am Tag.
[00:07:10] Die Rebe fährt die Fotosynthese zurück so Dann haben wir in den Blättern diesen grünen Farbstoff Das ist das Chlorophyll.
[00:07:19] Die rebe entscheidet sich ab.
[00:07:20] jetzt baue ich mein Chlorofüll ab.
[00:07:22] Ich habe nicht mehr genug Licht, deswegen zack damit einlagern fürs nächste Jahr runter in die Wurzeln.
[00:07:28] In den Keller getragen sozusagen.
[00:07:31] Das heißt natürlich für die Blätter Die gelben roten und orangefarmen Pigmente kommen zum Vorschein Und das Grün ist eingelagert So ganz banal gesagt.
[00:07:41] Und diese bunten Pigmente waren vorher einfach vom Chlorophyll versteckt.
[00:07:46] Okay
[00:07:47] Verstanden?
[00:07:48] Bis jetzt kann ich dir folgen, ne?
[00:07:50] Ich
[00:07:50] glaube, ich kann mal der Sendung mit dem Maus anfangen So, irgendwann wird dann die Wasserzufuhr unterbrochen.
[00:07:58] Warum eigentlich?
[00:08:01] Ich nehme ein Energiesparen oder?
[00:08:03] Ganz genau!
[00:08:05] Das bedeutet auch irgendwann fallen die Blätter ab wir sehen das sie sind dann braun und bisschen vertrocknet.
[00:08:09] Das knirscht dann schön wenn wir unseren Herbstspaziergang machen und ins Laub treten.
[00:08:14] Und um es ganz einfach zu sagen spätestens nach dem ersten Frost Sind die Weinberge dann auch richtig
[00:08:21] kahl.
[00:08:23] Also die Rebe bereitet sich auf die Winterpause vor und liefert uns dabei noch vorher eine schöne Kulisse mit der Farbenbracht.
[00:08:32] Genau!
[00:08:33] Was ja auch, finde ich zum Herbst gehört ist der Federweißer oder Roterauschersau, da gibt es ja diverse Synonyme.
[00:08:42] aber dies Jahr jetzt wo wir richtig Herbs haben, gibt schon keinen mehr oder?
[00:08:46] Genau, Federweiße, sollen wir das mal erklären?
[00:08:49] Ja erklärbar, wo du schon gerade im Erklärmodus bist.
[00:08:52] Okay also Federweise Neuer Wein wird ja auch ganz oft so benannt, dass die Situation wir hatten jetzt die Weinlese.
[00:09:00] Die Trauben sind geerntet und sind gequetscht gepresst Und jetzt startet der Prozess mit dem Gehren.
[00:09:07] das heißt die kleinen Hefen freuen sich über den vielen Zucker im Traumsaft und naschen den weg und machen daraus den Alkohol.
[00:09:15] Wenn dieser Prozess fertig ist haben wir den fertigen Wein.
[00:09:18] grob gesagt Jetzt ziehen wir aber am Ganz am Anfang von diesem Ger-Prozess schon ein bisschen was vom Saftmost neuen Wein ab.
[00:09:28] Das heißt wir haben Federweiser, das ist
[00:09:31] trüb
[00:09:31] und das ist am Anfang super süß.
[00:09:34] aber ihr kennt auch alle das Phänomen dass man die Flaschen nicht geschlossen transportieren darf oder aufbebaren darf weil das immer noch in gehrendes Produkt ist was noch nicht fertig ist.
[00:09:46] Ja und traditionell, du hast vorhin schon angekündigt.
[00:09:50] Gibt es dazu Zwiebelkuchen oder auch Flammkuchen?
[00:09:54] Also hier bei uns in Mainz gibt's ja immer... Ich fand das so schön dass dann halt teilweise nicht nur auf dem Markt sondern halt auch in der ganzen Stadt kleine Stände aufgebaut sind.
[00:10:04] So ein bisschen wie in anderen Regionen vielleicht beim Weihnachtsmarkt dass es auch hier unter einem kleinen Lühweinstand gibt Und Lippkuchenstand.
[00:10:11] und hier bei uns in Mainz in der Region ist es tatsächlich so, dass in der ganzen Stadt Federweiser-Stände stehen.
[00:10:16] Und man da an jeder Ecke tatsächlich Federweise roter Rauscher und auch Zwiebelkuchen und Flammkuchen bekommt.
[00:10:25] Es ist so cool!
[00:10:27] Und du hattest ja eben schon angedeutet?
[00:10:29] In zweierlei Hinsicht kann das explosiv sein also nicht zuschrauben
[00:10:35] Das kann ins Auge gehen weil wie gesagt das gärt alles weiter Das ist im Prozess.
[00:10:40] Kann man sagen, es lebt?
[00:10:42] Es lebt.
[00:10:42] Hochexplosiv!
[00:10:45] Und das CO-Zweibel raus und dann ist die Flasche zugeschraubt und irgendwann platzt
[00:10:52] sie.
[00:10:53] Ja, das will natürlich keiner weil wir wollen das Zeug ja gerne trinken
[00:10:57] deswegen.
[00:10:57] Explosiv ist das Ganze auch, weil es die Verdauung anregt.
[00:11:03] und wenn da noch Zwiebelkuchen dazu kommt... Gut Wechseln wir das Thema.
[00:11:07] Zur Federweiser gibt es übrigens auch eine eigene Folge hier im Podcast, im August vergangenes Jahr war das glaube ich haben wir mit Simone Gutting vom Weingut Mall Gutting darüber gesprochen.
[00:11:18] die machen sehr viel Federweizer verkaufen den auch in den Fachhandel.
[00:11:22] also dass kann man sich nochmal anhören.
[00:11:25] aber ganz abgesehen von Federweisern und Zwiebelkuchen Andreas was gibt's denn sonst so klassisch im Herbst noch zu essen?
[00:11:34] Ja Herbst ist traditionell.
[00:11:36] Also ich denke sofort an englische Schmorgerichte, Pilze.
[00:11:42] Kürbis?
[00:11:42] Ja, korrekt!
[00:11:44] Kürbus-Saison natürlich.
[00:11:47] und da haben wir uns gedacht...
[00:11:49] Wir hören
[00:11:50] uns mal um.
[00:11:54] Ich habe mit Marlies Bohnengel gesprochen von der Genuss-Vinothek Edelfrei in Bamberg.
[00:12:00] Hören wir mal rein.
[00:12:02] So die Marlies ist hier bei mir.
[00:12:04] Hallo Marlies.
[00:12:05] Hallo Andreas
[00:12:06] wo man hinschaut Kürbisse, Speisekarten der Restaurants auch in der heimischen Küche.
[00:12:11] Da beschäftigen wir uns natürlich damit was sind die wichtigsten Kürbesgerichte?
[00:12:15] und vor allem was trinken wir dazu?
[00:12:17] Wenn wir jetzt sagen ich koche Kürbus gibt es da den passenden Wein?
[00:12:21] oder muss mir das schon gucken... Was und wie man es genau zubereitet?
[00:12:24] Also im Grunde muss man schon ein bisschen differenzieren beim Kürbis.
[00:12:28] Es gibt schon so Grundweine, die vielleicht immer gut passen sind so Bugunder-Rebsorten, die man immer ganz gut zum Kürbus einfach trinken kann.
[00:12:37] aber man sollte schon schauen wie man den Kürbes zuberechtet weil da gibt's einfach paar Unterschiede.
[00:12:42] Was ist denn dein Favorit, dein Lieblingsrezept?
[00:12:46] Genau genommen habe ich zwei einfach ganz klassisch überbacken.
[00:12:49] Ich stehe da einfach drauf, ich mag das einfach gerne.
[00:12:51] oder auch was ich neu gemacht hab sind Kürbisnocki.
[00:12:54] Das mag ich auch sehr gern.
[00:12:56] Oh, das musst du jetzt mal kurz erklären?
[00:12:58] Na ist eigentlich ganz einfach!
[00:12:59] Du gibst einfach in den Nockiteil Kürbies mit rein und es hat so eine schöne Konsistenz-Gremigkeit und da kann man nochmal ganz anders Weine dazu ausprobieren.
[00:13:09] Und was, die ist mir wahrscheinlich nicht so die Kürburton-Oggis.
[00:13:12] Da kommt eine Soße oder irgendwas dazu?
[00:13:13] Genau!
[00:13:14] Du
[00:13:14] kannst das entweder mit einer Soße machen also Gremik oder du magst ein bisschen Parmesan und ein bisschen Chili.
[00:13:18] Also du kannst verschiedene Varianten machen und dadurch auch verschiedene Weine natürlich dazu reichen.
[00:13:23] Und hast du ein konkretes Beispiel welchen Weinen?
[00:13:26] Also was ich sehr, sehr gern mag ist ein Gereifter.
[00:13:29] Also generell gereifte Weine gehen immer gut zum Kürbis auch, also je nachdem ob es cremig ist wie gesagt wenn ich eine Sahnesauce habe oder auch bisschen Käse passen immer gereiften, ja so Chardonnay-Weißburgunder, auch gerne Grauburgunder geht auch sehr gut durch die Nussigkeit.
[00:13:45] Also schon mal mit Holzausbau?
[00:13:47] Kannst du gerne machen mit Holz.
[00:13:48] Komm dann drauf an, wenn du den Kürbis anders zubereitest eventuell mit viel Chili oder Kokos einfach ein bisschen asiatisch, dann müsste man schon wieder umschwenken in der Weinauswahl.
[00:13:59] und wenn wir jetzt uns so diese klassische Kürbstuppe, weil ich glaube das ist wahrscheinlich das Rezept was am häufigsten irgendwo reserviert wird, eine klassische Kirbsuppe vielleicht mit Sahne-Kürbiskernöl, was passt da?
[00:14:09] Ja, da gäbe es jetzt zwei komplett Kontrastprogramme eigentlich weil ich sogar einen Riesling dazu trinken würde was ja eigentlich ein bisschen unlogisch ist wegen der Säure aber gerade das erfrischt es auch oft sehr.
[00:14:23] Also du kannst einfach den Rieslinger zu machen wenn du eine scharfe Suppe hast dann magst du den restzüßen Rieslingen Weil der Zucker einfach sehr gut sich einbindet in dieses scharfen Gericht.
[00:14:34] Und wenn du aber jetzt es nicht zu scharf machst, dann kannst du auch mal vielleicht
[00:14:38] einen
[00:14:39] kräftigeren Riesel mitzumachen und drucken.
[00:14:42] Wir lernen wieder, wir müssen das ausprobieren!
[00:14:44] Du hattest vorhin gesagt deine gebackenen Kürbis?
[00:14:47] Wie machst du den und was würdest du da dringend?
[00:14:50] Na ja, du kannst sehr so viel... Also es ist wirklich ein so vielfältiges Gemüse.
[00:14:54] Ich mache das ganz klassisch auf dem Backblech und mit bisschen Käse drüber und da mag ich zum Beispiel auch mal eine Aromarepsorte dazu die aber jetzt nicht zu leicht ist sondern vielleicht auch etwas Aroma reduziert ist.
[00:15:10] Aber gesammt einfach passt es auch sehr gut zusammen weil wenn du noch wenig Räuter drauf machst auf dein Kürbis oder du nimmst einen Wein vom Körper der sowieso würziger ist gibt es sehr viele Möglichkeiten.
[00:15:22] Also ausprobieren, ausprobier'n.
[00:15:25] und mal das Sachnummer kurz.
[00:15:26] Du kommst aus Bamberg von der edelfrei Genuss-Vinothek, sag noch ein paar Worte dazu?
[00:15:32] Genau wir sind eine Vinothek in Bamberg seit zwei Jahrzehnten.
[00:15:36] Wir haben uns auf deutsche Weine spezialisiert aus völliger Überzeugung weil wir es einfach sehr gut finden und auch die Winzer unterstützen möchten.
[00:15:45] Und ja, es funktioniert.
[00:15:47] Wir wurden am Anfang belächelt weil wir in einer Bierstadt sind aber wir sind immer noch da!
[00:15:51] Wir wurden auch im Jahr- und Zweihundzwanzig beste deutsche Weinfachhandel.
[00:15:53] übrigens Andreas, ich weiß nicht ob du's wusstest.
[00:15:56] Kommt vorbei besucht uns.
[00:15:57] Wir haben auch einen großen Feinkostbereich mittlerweile dabei.
[00:16:00] Wir würden uns freuen auf euch auf jeden Fall.
[00:16:02] Ich freue mich auf euch!
[00:16:03] Gut, vielen Dank Marlis.
[00:16:07] Also... Kürbis?
[00:16:10] Check?
[00:16:10] Zwiebelkuchen?
[00:16:11] Haben wir auch abgearbeitet?
[00:16:12] Check was gibt's noch im Herbst?
[00:16:15] Pilze.
[00:16:17] Da denke ich sofort an Janosch, weil ich habe ja ein kleines Kind zu Hause und lese ganz viel Janoschs vor.
[00:16:21] Der kleine Tiger geht immer in den Wald
[00:16:24] und Pilze zusammen.
[00:16:25] Genau!
[00:16:26] Und dann kann alle Pilze essen manche nur einmal.
[00:16:30] Aber das ist noch ein anderes Thema... aber du sagst mal geht ihr in den Wald?
[00:16:34] Warte
[00:16:34] pass auf weißt du was es war?
[00:16:37] Ein Schenkelknopfer.
[00:16:40] Thema Wald und Pilze.
[00:16:42] Ich habe heute natürlich mich vorbereitet, wenigstens einer Ein Kollege, der ist passionierter Pilzsammler.
[00:16:51] Nein!
[00:16:51] Gibt's sie noch?
[00:16:52] Der hat gesagt dass es dieses Jahr weniger Pilze, deutlich weniger Pilzen gibt was wahrscheinlich an der Trockenheit liegt.
[00:17:00] genau.
[00:17:01] aber dennoch es gibt Pilze und da wollten wir uns auch wieder ein bisschen Input zu dem Thema reinholen von Leuten die wirklich Ahnung haben von dem Thema.
[00:17:12] Und unsere Seminarabteilung ist hier gerade im Nachbarbüro Und da ist der Florian Koch.
[00:17:18] Den habt ihr an der Stelle schon häufiger gehört und der hat mir mal Rede und Antwort gestanden.
[00:17:24] Ja, Florian-Koch ist bei mir!
[00:17:25] Hallo Florian!
[00:17:26] Hi Andreas!
[00:17:27] Florian ist hier bei unserem Haus verantwortlich für unser Seminarprogramm und als ehemaliger... Nein, er ist ja kein ehemalliger Sommelier.
[00:17:34] Er ist immer noch Sommelier aber nicht mehr aktive in der Praxis.
[00:17:37] Aber mit reichlich Praxiserfahrung ist er auch dejenige bei uns den wir fragen wenn es drum geht was trinken wir zu welchem Essen?
[00:17:46] Und deswegen sitzen wir jetzt zusammen.
[00:17:49] Florian, es ist Herbst-Thema Pilze.
[00:17:52] Gibt's da vielleicht ein paar Tipps die du hast für die Zuhörerinnen und Zuhörer?
[00:17:57] Gibt´s Faustregeln?
[00:17:58] Welcher Wein am besten zu Pilzen passt oder muss man erst mal sagen welchen Pilz wir da jetzt gerade auf dem Teller haben?
[00:18:04] Hast du ein paar Ideen?
[00:18:06] Ja also das ist in Deutschland ja so dass wir durchaus ein breites Spektrum an Pilzen haben.
[00:18:10] Also an Speisenpilzen glücklicherweise über die wir jetzt gerade reden.
[00:18:15] Ich denke mal so, der große Klassiker wären der Champion Jungs.
[00:18:18] Aber man hat halt ein... durchaus unterschiedlichen Geschmacksfokus, ob ich jetzt mit Steinpilzen oder mit Pfefferdingen arbeite.
[00:18:29] Ob ich mir in dieses wirklich erdigwürzigumarmige Gehe oder ob ich eher so ein bisschen was komplex säuerlicheres Richtung Pfefferlinge oder sowas arbeite, das beeinflusst dann natürlich auch den Wein, den ich dazu nehme.
[00:18:43] Generell ist man bei Pilzen frei in seiner Kombinationsfähigkeit.
[00:18:48] ... sehr breite Spielwiese, denn was Pilze vor allem natürlich mitbringen ist halt ... ... Umami.
[00:18:56] Das klingt jetzt erst mal dann schon arg fachlich.
[00:18:59] Worum reden wir jetzt hier?
[00:19:00] Also Umami muss man sich so vorstellen... Wir haben ja verschiedene Geschmacksverenehmungen also ... ... wir können süß schmecken, sauer, salzig, pitter und eine dieser Geschmackseinnehmung ... ... ist eben Umami.
[00:19:14] das ist wortwörtig übersetzt mit Wohlschmeckend Und das funktioniert im Prinzip wie eine Art Geschmacksverstärker.
[00:19:22] Also es hat so ein bisschen mit Protein, mit Fleischigkeit zu tun und das kommt natürlich vor allem in so Dingen wie gereiften Käsen oder Tomaten vor aber eben halt auch besonders hoher Konzentration in Pilzen.
[00:19:39] Ich
[00:19:39] wollte jetzt sagen also für mich ist der klassische Beispiel für Umami Parmesan oder Pecorino
[00:19:45] Genau, so ja Soße.
[00:19:47] Das sind dann die klassischen Küchenmittel wenn es um Umami geht.
[00:19:53] Gut das heißt wir haben viel Umami drin in den Pilzen und was für ein Wein?
[00:19:58] Was macht jetzt Umami?
[00:20:00] Die meisten können halt Süße einschätzen oder Säure und da kann man ganz einfach sagen, machst du das?
[00:20:04] und dass Also was Umami vor allem ist ja ein Geschmacksverstärkendes empfinden, macht es halt Bitterstoffe und Säuren verstärken.
[00:20:12] Das heißt das sind so die Punkte, die man so ein bisschen im Hinterkopf haben muss wenn man sich jetzt entscheidet okay was für einen Wein nehm ich?
[00:20:19] Und wenn Bitterstoffe verstärkt werden dann geht's meistens um die Tarninstruktur.
[00:20:24] also dass wir so diesen pälzigen Belag auf der Zunge machen.
[00:20:27] Das wird dann nochmal deutlich bitter herber und das sollte man im Hinterköpfe haben wenn man dann entscheidet welchen Bein man zum Essen
[00:20:33] auspackt.
[00:20:34] Das heißt am besten möglichst wenig Tarninen.
[00:20:37] Genau, also das ist natürlich eine Geschmacksfrage.
[00:20:40] Es kann auch sein, ich habe heute Lust auf die volle Dröhnung Tannin.
[00:20:44] Dann ist es sicherlich nicht die falsche Wahl aber man wird dann auch sehr schnell sehr dominant am Gaumen und dann hat man vom Pilz halt nicht mehr sonderlich viel.
[00:20:51] Also meine persönliche Empfehlung ist dann tatsächlich eher ein dünnschaliger Rotweinrebsorte.
[00:20:59] Woher?
[00:21:00] Dünnschalige
[00:21:02] RotweIN-Rebsort!
[00:21:03] Die meisten Tannine kommen eben aus der Schale so Kracher wie Cabernet Sauvignon oder sowas hat, wo wir eine richtig dicke Schale haben.
[00:21:13] Da wird richtig Vitannin rausgezogen das wird richtig pälzig und das wird durch Pilze natürlich noch mal stärker.
[00:21:18] wenn wir so eine elegantere Rebshorte haben wie zum Beispiel spätbegründer oder auch einen unkomplizierten Trollinger oder so etwas dann sind das Rotwein-Rebsorten die eigentlich noch ganz gut mit dem umhabenden Pilzen
[00:21:31] klarkommen.
[00:21:32] Okay aber das heißt schon du würdest auf Rotweine gehen?
[00:21:34] beim Pilz?
[00:21:35] Ich bin persönlich eher ein Weißweinliebhaber, aber es ist dann die Frage was mache ich mit meinem Pilzgericht.
[00:21:40] Wenn ich jetzt Pfefferlinge zum Beispiel habe halt Pfeifferlingen gehört für mich ein bisschen Speck dazu.
[00:21:45] Es gibt ihm ganz einfach nochmal ein bisschen Struktur, bisschen Salzigkeit, bisschen Fett, Schmacksverstärken.
[00:21:50] noch mal da kann das ganze hervorragend sein wenn man einen gut strukturierten Spätburgunnaht der vielleicht auch noch aus dem Holzenpartei mitbringt.
[00:21:59] Die kann dann das Umami gut im Zaum halten, sag ich mal.
[00:22:04] Aber du hast halt trotzdem dann ein spürbares Gegengewicht ... am Kaum.
[00:22:09] Aber wenn wir jetzt zum Beispiel mit hohen Steinpilzen oder sowas, die so richtig... ...erdig sind und richtig viel Umarmung mitbringen, da bin ich eher ein Freund von... ...eher ein bisschen zurücknehmenderen Weinen.
[00:22:20] also sagen wir mal etwas was jetzt nicht so laut ist vom Aromenspektrum.
[00:22:25] Also so eine Burgunder-Rebe, Gutedel oder Silvana und da kann man dann gerne ein bisschen auch mit Holz spielen vor allem damit man da die Komplexität die so einen Pilz aber auch mit reinbringt trotzdem noch irgendwie auffangen kann.
[00:22:38] Gibt es denn in deiner langjährigen Erfahrung als Sammelier gibt's oder vielleicht auch als Restaurantbesucher, gibt's irgendwas was dich überrascht hat?
[00:22:47] Ein Pilzgericht wurde gesagt und ein pairing mit Wein wurde gesagt dass das hätte ich jetzt nicht gedacht.
[00:22:53] Vielleicht irgendwie mit Sekt oder irgendwas.
[00:22:55] Ja, Sekt ist tatsächlich genau das richtige Stichwort.
[00:22:57] Also ich hatte mal einen Steinpilzrisotto und dazu wurde dann ein oxidativ vergorener Sekt gereicht.
[00:23:05] War natürlich also ein Restaurant in dem man auch einen gewissen Fokus auf Fankigkeit liege, sag' ich mal!
[00:23:12] Aber das fand ich grandios vom Pairing... ... extrem viel Umami gehabt in dem Gericht.
[00:23:19] Risotto und dann nochmal Parmesan noch mit drauf, viel Schlotzigkeit... ... aber halt das Ganze dann durch die Säurestruktur auch trotzdem noch lebendig.
[00:23:27] Und wenn man dann den oxidativen Sekt diese Nussigkeiten noch dabei hat,... ... dieses röstige, röstbrotige.
[00:23:35] Aber dann trotzdem es war ein Bogundasekt.
[00:23:38] Trotzdem dann dieses konzentrierte Trockenobst.
[00:23:41] Das war einfach eine extrem geile Kombination.
[00:23:43] Es hat total viel Spaß gemacht!
[00:23:46] sich natürlich auch ordentlich Gewicht mitbringen, sage ich jetzt mal.
[00:23:50] Fettsalz und alles was man eigentlich nicht so gerne auf der Zutatenliste sieht aber was hervorragend schmeckt war dann halt dieser Schaumwein mit seiner finessereichen Kohensäure.
[00:24:00] einen total toller Gaumen mehr frischer im Kontrastbild dazu aber hat dann trotzdem das Aroma noch durchgelassen.
[00:24:08] Ich halte fest es gibt ein paar Faustregeln.
[00:24:12] muss dich nicht immer dran halten.
[00:24:13] ... einfach ausprobieren.
[00:24:15] Das haben wir ja vorhin in dem Gespräch zum Thema Kürbis auch schon gehört, ... ... ausprobierend und dann am Ende ist es ja auch viel Geschmackssache.
[00:24:23] Absolut!
[00:24:23] Also das was dir so Spaß macht schmeckt normalerweise auch zu Pilzen?
[00:24:27] Alles klar, vielen Dank fürs Gespräch.
[00:24:28] Immer gerne.
[00:24:31] Also wer jetzt immer noch keine Idee hat, was demnächst mal zu essen oder zu trinken gibt... ...da können wir uns leider nicht weiterhelfen.
[00:24:37] Genau da gab's jetzt wirklich genug Tipps.
[00:24:39] und wie immer es ist kurz vor der Mittagspause und ich hab Hunger.
[00:24:43] Gibt es denn sonst noch in der nächsten Zeit, was unsere Zuhörerinnen und Zuhörer interessieren könnte?
[00:24:52] Am fünften November gibt es das Seminar Weinentdeckerwissen zum Thema Alkoholfrei und Schäumend.
[00:24:59] Ah genau!
[00:25:00] Das
[00:25:01] ist online oder?
[00:25:03] Ist online und findet in Zusammenarbeit mit dem Bundesverwand Weinsekten Spirituosen statt.
[00:25:09] Das haben wir ja schon in den vergangenen Hörwickel mal gemacht.
[00:25:12] Mit dabei Anna Waldburg, Dr.
[00:25:14] Ilona Schneider von Henkel Frechennett und Thérèse Jung vom der Karl-Jung GmbH, die Pioniere im...
[00:25:23] Die Theresei Jung ist doch mit mir zur Schule gegangen?
[00:25:25] Die Théresei Jungs mit ihr?
[00:25:26] Die Welt ist klein!
[00:25:28] Ja, die hat sowas gebracht.
[00:25:32] Also Thérsei Jung, ehemalige Mitschülere.
[00:25:34] So ebenfalls fünfte Elfde da sind wir noch nicht am Ende.
[00:25:38] Oh
[00:25:38] das wird spannend
[00:25:39] Genau.
[00:25:41] Wir haben im Zusammenarbeit mit Lidl, dem Lebensmittelhändler LIDL einen großen Wettbewerb gemacht und Weinwettbewerk haben Lidli dabei unterstützt und es kamen vier Weine am Ende erfolgreich dabei raus und die werden ab fünften Elften in allen Lidil-Filialen des Landes von wie sagt man so schön Fenzburg bis nach Oberammergau zu kaufen sein.
[00:26:07] Vier Weine!
[00:26:08] Ja Sind wir alle gespannt.
[00:26:10] Gibt's bei Lidl demnächst?
[00:26:12] So, dann jetzt auf die letzten Meter nochmal an alle in Mörs, Lüneburg und Kassel.
[00:26:19] Wir haben die ausgezeichneten Fachhandel ausprobieren, testen.
[00:26:24] Genau genau.
[00:26:24] Und zwar alle drei.
[00:26:25] Ja!
[00:26:26] Und übrigens edelfrei in Bamberg, wir haben ja die Malis gehört, die haben vor zwei Jahren diesen Preis gewonnen.
[00:26:34] also da können wir
[00:26:35] auch hingehen.
[00:26:35] Auch
[00:26:36] voll schön.
[00:26:36] Ja, sind wir wieder am Ende
[00:26:38] Meine Lieben, wie schön, dass ihr reingehört habt.
[00:26:40] Genau!
[00:26:40] Vielen Dank fürs Zuhören und...
[00:26:42] Abonniert den Podcast, das ihr nichts verpasst.
[00:26:44] Lasst ein Like da.
[00:26:45] Ah!
[00:26:47] Ein Herzchen?
[00:26:47] Ja.
[00:26:48] Oh, das ist ein Daumen hoch.
[00:26:49] Das
[00:26:50] war es.
[00:26:51] Ich weiß es nicht.
[00:26:52] Je nach Plattform bis zum nächsten Mal.
[00:26:55] Tschüss!
[00:27:01] Wenn die Blätter von den Bäumen stürzen die Tage täglich sich verkürzen, wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen die Koffer packen und verreisen.
[00:27:12] Wenn all' die Maden, Motten mücken, die wir versäumten zu zerdrücken von selber sterben so glaubt mir steht der Winter vor der Tür!
[00:27:23] Ich lass ihn stehen ich spiel ihm einen Possen.
[00:27:26] Ich hab die Tür verriegelt und gut abgeschlossen.
[00:27:29] er kann nicht rein.
[00:27:30] ich habe ihn angeschmiert.
[00:27:32] nun steht der winter vor der tür
[00:27:34] Und friert.
[00:27:36] Eins er hat, guter Mann!
[00:27:40] Hinter eines Baumesrinde lebt die Made mit dem Kind.
[00:27:43] Sie ist Witwe der Gatte, den sie hatte.
[00:27:47] So und jetzt ganz zum Schluss noch eine kleine Bitte um Nachsicht.
[00:27:52] Hier und da hat es heute etwas geknackt und gezichtes Lack nicht empfehlerweise sondern an unsere Aufnahmetechnik.
[00:27:59] entschuldigt.
[00:28:00] bitte die Störgeräusche.
[00:28:02] Wir arbeiten daran das beim nächsten Mal wieder nur der Inhalt prickelt.
2026_09 Die Lagen der Nation
PODCAST DES DEUTSCHEN WEININSTITUTS
Fragen, Flaschen, Fakten
Bereinigtes, inhaltlich vollständiges Transkript
Aufzeichnung: 30. September 2026
Sprecher:innen: Andreas Kaul · Lena Torres König
[00:00:12] Willkommen zurück zum Podcast des Deutschen Weininstituts. [00:00:16] Mein Name ist Andreas Kaule [00:00:17] und ich bin Lena Torres-König, hallo zusammen! [00:00:20] Ich bin heute unterwegs im Dienste. [00:00:22] das Wein ist natürlich unter Generation Riesling auf der Rolling Pin Convention in Düsseldorf größtes Gastronomie Symposium In Deutschland. [00:00:31] hier laufen die Hochkarätigen Köcher um auch hier die Stars aus dem Fernsehen. [00:00:37] Und natürlich werden hier auch die Fünfzig-Best-Sommelier ausgezeichnet, die besten Restaurants ist ganz spannend für die Weinwelt. [00:00:43] und dazu aber später mehr. [00:00:46] Ja wunderbar! [00:00:46] Und ja möglicherweise könnte man das eine Tonqualität merken dass wir nicht zusammen in einem schaltdichten Studio sitzen was wir nie tun. [00:00:56] also etwaige Abstriche in der Tonqualitet machen mir wie immer durch Premium Content wieder. [00:01:02] Wett Lena Wir haben ein neues Oberhaupt Keine Angst oder je nachdem keine falsche Hoffnung. [00:01:09] Kanzler Merz ist nicht zurückgetreten und Bundespräsident Steinmeier hört auch noch nicht vorzeitig auf, aber die Nation hat eine neue Weinkönigin! [00:01:19] Yes nice das Jahr ist um es für uns natürlich auch wieder Grund genug einen Podcast zum Thema Lagen der Nation zu machen. [00:01:29] so haben wir uns das überlegt. [00:01:31] Wir blicken aber nicht nur nach Neustadt an der Weinstraße, wo die deutsche Weinkönigin und natürlich die beiden deutschen Weinprozesse angewählt wurden. [00:01:39] Sondern wir werfen auch einen Blick in die Weinberge. [00:01:42] wie ist dort eigentlich die Lage? [00:01:45] Ja und wo wir so viel über Lagen sprechen. [00:01:47] Lena was ist eigentlich eine Lage im Weinbau? [00:01:51] Ich brech das mal ganz einfach runter. [00:01:55] also wenn mir von den lagen sprechen dann die kleinste und qualitativ hochwertigste Einheit in einem Weinberg, so einem großen Weinberg. [00:02:09] Es ist ein ganz bestimmter und abgegrenzter Bereich innerhalb des Weinbergs und es daher auch wird immer ganz besonders behandelt von den Winzerinnen und Winzern. [00:02:19] da wird sich besonders viel Mühe gegeben weil die Qualitäten da auch extrem hoch sind. [00:02:23] Insofern ist die Idee dass man tatsächlich die Lage später auch erschmecken kann Wer sich richtig doll mit dem Thema auseinandersetzt. [00:02:33] Und es gibt dann so große Namen zum Beispiel Würzburger Stein, Wilner Sonnenuhr, Österreicher Lähnchen fällt mir da im Rengau ein, Forsterpechstein Hochheimer Hölle. [00:02:42] das sind alles so große Lagennahmen für diese ganz berühmten Einzellagen. [00:02:48] Das ist für den Otto-Normal Verbraucher der sich einfach gerne am Abend in Kläschen weingönnt und an den Weinen sprechen vielleicht auch mal einen Supermarkt kauft Jetzt vielleicht noch gar nicht so der Begriff, aber sehr empfehlenswert. [00:02:59] Wenn ihr Epoch habt euch weiter mit dem Thema zu beschäftigen dann Lagenweine. [00:03:04] ein ganz spannendes Thema [00:03:06] und du hast es gerade gesagt Einzellage so nennt man die. [00:03:10] Es gibt auch Großlagen. [00:03:11] auf den unterschied wollen wir an der Stelle nicht eingehen. [00:03:13] also Wir reden jetzt hier über Die Einzellagen Und die haben alle einen lagen Namen. [00:03:19] ja der besteht Eigentlich immer aus zwei Teilen. [00:03:21] Dem Ort, wo die Lage quasi Einberg sich befindet in dem Beispiel, den du genannt hast jetzt in Würzburg Berndkastelwählenforst oder in Hochheim Österreich hast du auch noch genannt. [00:03:31] Ja und der zweite Teil ist dann der Lagennahme also in dem Fall Stein Sonnenuhr Pechstein-Hölle. [00:03:37] So gesehen können Lagennahmen nämlich auch ganz unterschiedliche Geschichten erzählen. [00:03:41] beim Forster Pechstein steckt der dunkle Basaltboden im Namen Bei der Wähler Sonnenuhr in der Mosel ist eine echte Sonnenur, die seit eighteenhundert irgendwas mitten im Weinberg steht und da namensgebend ist. [00:03:56] An der Mosle gibt es ja einige Sonnenuren. [00:03:58] Der Würzburger Stein führt uns zu einem steilen Weinberg mit Muschelkalkboden. [00:04:03] Dann häufig, wenn die Lagennahmen zum Beispiel Hölle mit drin haben ist Weinberg einfach so steil und so pressen in der Sonne dass es Höllen heiß wird. [00:04:11] Wenn ich an die Erstmannshäuser Hölle denke bei uns im Rheingau. [00:04:14] Genau oder so Lagenamen wie Mönchberg Jesuitengarten-Hernberg gibt's alles. [00:04:18] das sind dann im Grunde Bezüge drauf. [00:04:21] wem das früher gehört hat also Klöstern oder Jesuiten den Domherren. [00:04:25] Also ein Lagen Name verrät manchmal nicht nur wo ein Wein herkommt sondern auch ein Stück der Geschichte. [00:04:30] An der Robert z.B da gibts den Wachsmingrünhäuser ab Habtsberg, Herrenberg, Bruderberg. [00:04:34] Das ist so quasi in einem Weinbergshang eine kleine Klosterheraschie. [00:04:40] Die Epte war dann das Premiumstück vorgesehen. [00:04:44] Aber manchmal hat mir die Lage auch einfach nur danach benannt was in der Nachbarschaft so angepflanzt war. [00:04:49] Also Rosenberg, Kastanienbusch, Würzgarten solche Beispiele also durchaus interessant die Geschichte hinter den Lagen haben. [00:04:57] aber warum ist das denn so wichtig? [00:05:00] wo der Wein genau herkommt? [00:05:01] Aus welcher Lage er stammt? [00:05:03] Na ja, also was so eine Lage ausmacht ist vor allem ihr Standort. [00:05:06] Das unterscheidet am allermeisten wie viel Sonne bekommen die Reben dort. [00:05:12] Wie steil ist der Hang? [00:05:13] in welche Richtung ist der Richtung Sonne geneigt? [00:05:16] Welcher Boden liegt da? [00:05:17] haben wir da schiefer? [00:05:18] Haben wir da Löslehm oder Sandstein? [00:05:22] Wie gut kann der entsprechende Boden das Wasser speichern? [00:05:25] Dass alles beeinflusst natürlich eben die Trauben und die Bären, die dort wachsen und kann sich später dann dadurch auch geschmacklich im Wallen zeigen. [00:05:33] Kurz gesagt, der Name einer Lage sagt uns also woher die Trauben kommen? [00:05:37] Man kann wenn man sich richtig gut auskennt dadurch auch schon Schluss folgern wie der Wein vielleicht zu schmecken hat. [00:05:44] in Anfangszeichen Nichtsdestotrotz kommt es natürlich immer wieder auf den Jahrgang an. [00:05:50] War der Jahrgang super trocken, super feucht gab's vielleicht auch eine Vollnis? [00:05:54] Es gibt super viele Faktoren die da natürlich mit reinspielen. [00:05:57] was natürlich auch mit rein spielt, habe ich eben vergessen zu sagen. [00:06:01] Ist natürlich auch die Arbeit des jeweiligen Winzers. [00:06:04] also es gibt natürlich auch diese berühmten Lagen wie Rote Hang. [00:06:08] da haben mehrere Winzer Weinberge drin und da kommt's natürlich ganz drauf an wie der Winzer oder die Winzerin vorgeht? [00:06:15] Wie der sich vorstellt wie seine Weine da schmecken sollen und was seine Philosophie ist was er im Weinberg so betreibt. [00:06:20] Wir können den Geneigten zuhören jetzt viel erzählen aber du hast ja vorhin gesagt Du bist in Düsseldorf Da laufen noch ganz viele Profis rum und du hast die Gelegenheit genutzt, und hast die Profis vor Ort mal zum Thema Lage befragt. [00:06:36] Wen hast Du denn alles vor dem Mikro gehabt? [00:06:38] Genau also sowieso schon einmal kann ich sagen getroffen habe hier Andreas Hermann den Fernsehkocht Tim Raul, Anthony Sapor dann hier Jens Matzen hat jetzt innerhalb von einem Jahr direkt zwei Sterne mit seinem neuen Restaurant erkocht. [00:06:54] Hier läuft wirklich The Who Is Who, der Gastronomies-Szene rum. [00:06:57] Und natürlich unser lieber Wegbegleiter und auch Fernsehpersönlichkeit Gerhard Retter – den haben wir ja oft mit der Generation Riesling zum Beispiel dabei. [00:07:07] Der hat tatsächlich für uns ganz kurz auf der Rolling Pin Convention einen Weinstand mit der Generation Riesling, haben da sechs Aussteller und Ausstrahlerinnen dabei. [00:07:21] Und die zeigen hier ihre Weine eben dem Fachpublikum und den Sommeljesen in Gastronom. [00:07:26] In diesem Rahmen finden auch Masterclasses statt. [00:07:30] und der Gerhard Retter jetzt komme ich wieder auf denen zu sprechen. [00:07:33] Der hat für uns die Masterclass für die Generation Rießling moderiert. [00:07:37] zum Thema Lagegut alles gut! [00:07:39] Da haben wir jetzt wieder den Bogen gespannt. [00:07:42] Genau und da hören wir doch einfach mal rein, was der jetzt zum Thema Lage zu sagen hat. [00:07:47] Lagenwein ist relativ einfach, es ist die kleinstmögliche Herkunft, das gibt. [00:07:51] man weiß ganz genau wo der Wein aufgewachsen ist ja nämlich wo er seine Wurzeln hat in welchen Bodenstrukturen, welcher im klimatischen Umfeld und man weiß auch welcher Mensch ihn gemacht hat. [00:08:03] dadurch kann man so man sich ein bisschen vorgeprägt hat und informiert hat ohne dass meine Weinkonn schon eine Grundcharakteristik [00:08:12] vorfühlen und [00:08:14] je präziser die herkommt desto größer das Vertrauen. [00:08:19] Ja, das war Gerhard Wetter, um schwer zu erkennen an der dezentenösterreichischen Klangfarbung... ...und [00:08:26] an der blumigen philosophischen Sprache! [00:08:30] Wen haben wir denn noch? [00:08:32] Genau, ich habe da natürlich auch mal die Weinmachendin dahinter gefragt. [00:08:35] War ja schön und gut wenn sie sommerlich ist das erklärt. [00:08:37] aber ich frage auch hier nochmal zwei von unseren jungen Winzern und Wünsern. [00:08:41] Da haben wir den Christoph Puder aus der Pfalz Und die Luise Böhme aus Salle und Strut Reingehört [00:08:47] Mats ab. [00:08:51] So Ich habe noch einen Kandidaten gefunden Der Winter bei der Generation Rieslinge Ist Und zwar ist dass der Christoph Prüder stelle ich mal kurz vor. [00:08:59] Hallo ich bin der Christof Prüde vom Weingutprüder in der achten Generation. [00:09:03] Was welchem Angenbargebiet bist du? [00:09:05] Wir kommen aus der Pfalz, aus dem nördlichsten Ende des Zerletters. [00:09:10] Vielleicht kannst du mir mal erklären für richtige Weineinsteiger die Sie jetzt noch nicht so richtig viel damit beschäftigt haben? [00:09:17] Was ist ein Lagenwein? [00:09:19] Ein [00:09:20] Lagenweihen ist wie alle Weinen auch in den Weinbergen wächst aber halt der Ort. [00:09:27] im Vordergrund steht also wo ist er gewachsen? [00:09:30] könnt ihr euch vorstellen wie eine Straße? [00:09:33] bei euch um Ort haben die Lagen auch unterschiedliche Namen und können so ein bisschen definieren, wo es der Wein gewachsen [00:09:40] ist. [00:09:40] Das ist ein sehr gutes Beispiel! [00:09:41] Das kann man sich dann nämlich richtig gut vorstellen. [00:09:43] Super! [00:09:44] Heißt das dann auf der Weinflasche steht auf dem Etikett Lagenwein? [00:09:48] Nee, Lagen weintet nicht drauf aber die Lage steht meistens dabei. [00:09:51] Wir haben ja seit paar Jahren das neue System, wo's dann heißt Ortswein, Gutswein-Lagenweinen Und bei den Ortswahlen stellt er halt dabei. [00:09:58] dann zellertaler Rieslinge oder Busfahrer oder Medi-Dörfer alleisen wo sie herkommen Dann die Guss-Rieslinge ist dann mal Pudes-Rießling, Meiers-Rießling, Müllers Riesling und die Lagenweine. [00:10:12] Dann heißt es bei uns zu der Schwarzer Hergott zum Beispiel ein bisschen bekannter, dann den Nivenheimer Nonnenfahrt, Nivenheimer Apotheker, das sind dann so die Langenweinen. [00:10:22] Und wieso sind die Logenweine immer auch ein bisschen teurer als die Gutsweine [00:10:27] z.B.? [00:10:29] Na ja meistens der größte Unterschied ist wohl dass sie schon mal in der drei vier Liter Flasche sind nicht eine Literflasche. [00:10:34] Dann ist es ja so, wir will ja die Charakteristik und Stilistik der Lage rauskitzeln. [00:10:40] Und machen auch ein bisschen mehr Arbeit in den Weinbergen. [00:10:43] Mehr geringere Erträge. [00:10:46] Und dadurch wieder am Ende die Verschauheit des Heuramens. [00:10:49] Und jetzt mal für die ganz Blöden [00:10:51] gefragt... [00:10:53] Ist nicht jeder Wein aus einer Lage? [00:10:58] Klar! [00:10:58] Jeder Wein ist nur aus einer Lage. [00:11:00] Gibt ja immer die Staffelung, Großlage, Einzellage und dann noch die Gewanne. [00:11:06] Klar, früher haben die bestimmt ein bisschen mehr Mitlagen gearbeitet. [00:11:08] Ich würde sagen meine Großeltern, da schon das Öfters mal noch drauf. [00:11:13] Ja jeder Wein hat eine Hausnummer, wo er gewachsen ist. [00:11:16] Okay aber die Lage, die dann mehr kostet, die ist halt ne ganz besondere Geschichte oder wie? [00:11:22] Genau! [00:11:22] Die, wo wir dann auch ausweisen und da geben uns auch besonders viel Mühe und da braucht man auch den einen oder anderen Euro mehr. [00:11:30] Mein Name ist Luise Böhme bin Winzerin aus Saal und Unstrothen habe einfach ganz viele Popgudeweine zu machen. [00:11:36] Was bedeutet eigentlich Lagenwein? [00:11:38] Dann ganz viel Terroir, dass man sich mit dem Bein auseinandersetzt und das er durchaus auch mal anecken kann. [00:11:44] Warum ist der Lagen Wein immer ein Tickenhochpreisiger als jetzt ein ganz normaler Gutswein. [00:11:51] Ich glaube wir als... Weinmacher neigen auch dazu, uns in den Wein zu unterhalten und zu philosophieren über die Lage. [00:11:59] Und wollen einfach dort mehr reingeben was die Lage ausmacht und dass der Konsument genau das dann auch im Glas schmeckt. [00:12:07] Dafür kann man ein bisschen mehr verlangen. [00:12:09] Jetzt war ganz blöd gefragt! [00:12:11] Ist nicht jeder Wein eigentliche aus einer Lage? [00:12:15] Vollgas. [00:12:16] Ich glaube, wir sollten Wein auch vielleicht manchmal nicht zu kompliziert denken. [00:12:19] ich glaube zum Schluss geht es darum ob der Wein gefallen findet oder nicht gefallen findet und ich glaube das was einfach so schön ist die Weinwelt ist unfassbar vielfältig und genauso sind die Konsumenten aber auch. [00:12:30] und zum Schluss ist eigentlich für jeden Konsument ein Wein mit dabei und ich glaub dass es einfach auch das Schöne, dass man einfach mit dreizender Anbaugebieten mit ganz vielen Charakterköpfen zeigen kann was einfach an Qualität in Deutschland möglich ist. [00:12:43] Abschließend noch zum Thema Weinbergslagen. [00:12:46] In Hochheim im Rheingau gibt es nämlich die Einzellage Hochheim. [00:12:50] Königin Victoria Berg und Lena, du kommst aus dem Rheingaus, erklär doch mal was das damit auf sich hat? [00:12:55] Ja genau! [00:12:56] Das ist auch eine ganz interessante Story wieso diese Lage eigentlich so heißt. [00:12:59] also vor sehr langer Zeit hat die Queen Victoria aus UK sich unheimlich in den Hochheimer Riesling verliebt und tatsächlich wurde daraufhin die über Jahre der Rheingeauer Riesling aus Hochheim im Königshaus serviert. [00:13:15] Das war im Prinzip so ein bisschen der Hauswein. [00:13:17] und daraufhin hat man sich in Hochheim gedacht, na das ist eine geile Story. [00:13:22] wir nennen dann auch einfach mal so ne richtig tolle teure Lage direkt Königin Victoria Berg. [00:13:28] Genau ich bin mitten der Hochheimer Hölle und wenn mir der S-Bahn vorbeifährt sieht man den sogar. [00:13:34] Man kann auch hinfahren. [00:13:35] Eine Pilgerstätte für Royals sozusagen Also ein Weinwerk für die Königin. [00:13:40] und das bringt uns auch zum nächsten Thema. [00:13:44] Ja, er ist doch ganz klar! [00:13:46] Die Überleitung liegt ja auf der Hand. [00:13:47] wir haben eine neue deutsche Weinkönigin. [00:13:52] Und zwar Paula Löber aus dem Anbaugebiet Saale Unstrot. [00:13:57] Sie hat am Wochenende in Neustadt an der Weinstraße das Finale für sich gewonnen. [00:14:02] da könnten wir an dieser Stelle einmal sagen herzlichen [00:14:05] Glückwunsch. [00:14:06] genau richtig cool dass du jetzt Mit uns sagen wir mal, mit dem Deutschen Wein-Institut für den Deutschen Wein unterwegs bist. [00:14:12] Wir freuen uns sehr! [00:14:13] Ich habe sie jetzt persönlich noch nicht getroffen aber du ja schon? [00:14:17] Ja [00:14:18] ich schon. [00:14:18] und mindestens genauso einen Glückwunsch gehend raus an die beiden deutschen Weinprinzessinnen, die ihr jetzt auch fürs kommende Jahr zur Seite stehen. [00:14:28] das ist Katrin Knirim aus Rheinhessen und Nathalie Schefter aus Württemberg. [00:14:34] Gemeinsam sind die drei jetzt ein Jahr lang als deutsche Weinwein-Eistäden und damit sozusagen Botschafterinnen für den deutschen Wein im Innen- und Ausland unterwegs. [00:14:43] Und falls ihr euch jetzt fragt, was so eine Weinkönigin eigentlich den ganzen Tag macht... Wer könnte uns das besser erklären, als mein liebe Kollegin Lena? [00:14:52] Was wir nämlich nicht wissen. [00:14:55] Selbster mal Weinkönigin in Wallow im Rheingau. [00:14:57] Lena, erzähl mal! [00:14:58] Also wie wird man überhaupt Weinköniginnen? [00:15:00] Was macht man in dem Amt und wie führt der Weg von der Ortsweinkönigen bis hoch zur deutschen Weinkündigung? [00:15:07] Und vor allem warum bist du nicht auch Deutsche Weinköhnigin geworden? [00:15:11] Frage über Fragen muss euch da anfangen... Ich war kleine Ortsweinkönigin, ich sage jetzt mal klein weil es so ein bisschen andere Aufgaben mit sich bringt als das große Amt der deutschen Weinkönigen die natürlich richtige Beinbotschafterinnen auch sind. [00:15:26] Da gibt's eben die verschiedenen Abstufungen. [00:15:27] man fängt an in der Regel als Weinprinzessin und als WeinkönigIn auf kleiner Ortsebene Und dann steht man halt für seinen Ort als Repräsentantin, für den Wein in meinem Fall aus Wallow dort und reist auch so ein bisschen durch die kleinere Weltgeschichte. [00:15:46] Und erzählt hey ich komme aus Wallof, Forte des Rheingaus, älteste Weinbaugemeinde im Rheingau. [00:15:52] das habe ich im Blut, das kann ich immer wieder sagen, die wichtigsten spannenden Facts aus dem eigenen Ort um natürlich denen zu promoten. [00:16:01] dass du dich in deinem Anbaugebiet wählen lassen kannst, dass du eben Anbaugebietsweinkönigin wirst. [00:16:08] Das ist eine Riesenzeremonie auch schon! [00:16:10] Das ist auch ne große Wahl da genauso ähnlich eigentlich wie bei der Deutschen Weinkönigung. [00:16:16] Du musst Fragen beantworten und dann ein bisschen mehr Fachwissen an den Mann bringen... Vielleicht auch hier und da man Wein erkennen, Wein-Food-Kombis vorschlagen können. [00:16:27] Das ist dann schon ein bisschen ernst zu nehmen als wenn du im Ort bist und dann hier auch im Ort mal einen Weinfest eröffnest oder so ja? [00:16:35] Da wird es auf jeden Fall auch überregionaler nochmal mit den Einsätzen wo du unterwegs bist! [00:16:40] Und dann... Wenn du einmal Anbaugebietzweinkönigin warst damit qualifizierst du dich zur Wahl der deutschen Weinkönigen Und dann geht es richtig ab. [00:16:50] Also das ist ein Riesenfest, eine Riesenaktion mit Fernsehshow, mit richtiger intensiver Fachbefragung vorab... [00:17:02] Spannend! [00:17:03] Ja genau jetzt ist ja so Bescheid wieder von dem kleinen Level vom Einstiegslevel der Weinkönigin losgeht bis hoch zur Gebietzweinköniginn. [00:17:13] aber Jetzt wäre es nochmal interessant, wie läuft eigentlich die Wahl? [00:17:16] Also Deutschland war ein Königin ganz genau ab. [00:17:17] Da war ich nämlich tatsächlich bisher noch nicht dabei in meinem Leben. [00:17:20] aber lieber Kollege Andreas Kau, du hast das nicht nehmen lassen und warst selbst vor Ort. [00:17:24] Wie sieht das dort aus? [00:17:26] Genau! [00:17:27] Ich war vor Ort in Neustadt am vergangenen Wochenende und am Wochenende davor ist nämlich ein zweigeteilter Wahlvorgang einmal in Vorentscheid da treten die Gebietsweinköniginnen aller Anbaugebiete gemeinsam an und nach dem Vorenscheid, der in erster Linie aus einer Fachbefragung durch eine Jury, in der in diesem Jahr unser Freund Gerhard Retter übrigens gelt war. [00:17:52] In diesem Vorentscheid werden fünf Kandidatinnen-Innen ausgewählt. [00:17:59] In diesen Jahren waren es fünf Damen die ins Finale gekommen sind und das ist eine Woche später So am vergangenen Freitag und das wird dann tatsächlich auch live im Fernsehen übertragen vom Südwestrundfunk. [00:18:09] In diesem Jahr war sogar noch der hessische Rundfunk mit zugeschaltet, der Mitteldeutsche Rundfunke oder der Saarländische Rundenfunk also schon eine gewisse Strahlkraft des Ganzen. [00:18:19] in diesen Finale dreht ihn die fünf Finalistinnen an und müssen auch diverse Aufgaben bewältigen. [00:18:27] auch wieder eine Verkostung Man fühlt ihn so ein bisschen auf den Zahn und dann entscheidet die Jury, das ist eine Fachjury. [00:18:36] Wer von den Fünften sozusagen weiter kommt? [00:18:40] Und damit ins Trio. [00:18:42] Das Trio besteht jetzt in dem Fall aus der deutschen Weinkönigin und zwei Prinzessinnen. [00:18:47] Wenn sie drei feststehen darf das Publikum entscheiden wer von den drei denn jetzt die Weinköningin Corona bekommt. [00:18:55] Die anderen beiden sind dann die Deutschen Weinprinzessinnen im Einsatz für den deutschen Wein. [00:19:01] Das ist auch richtig praktisch, dass es tatsächlich drei Persönlichkeiten gibt die das Amt übernehmen weil sie schon so viel unterwegs sind, dass Sie sich das ganz gut aufteilen müssen. [00:19:11] So und für das Trio des Vorjahres, das sind in dem Fall die Anna Zens, die Emma Meinhardt und die Katja Simon, ist natürlich dieses Finale was jetzt am Freitag war wo es eine neue Krönung gab gleichzeitig auch der Abschied ne? [00:19:27] von Ihrer einjährigen Amtszeit. [00:19:28] Es sind noch ein bisschen schade, aber gleichzeitig dürfen die auch die neuen Krönen... [00:19:32] Ja und ich habe die drei in Neustadt nochmal kurz erwischt also bevor sie ihre Krone, kurz bevor Sie die Krone wieder abgeben mussten. [00:19:39] das war nicht ganz so einfach. [00:19:40] die haben da zwischen Maske umziehen und dem ganzen Programm einen eng getakteten Zeitplan aber ich hab ihn aufgelauert und paar Fragen gestellt. [00:19:49] Hören wir mal rein! [00:19:50] Die Weinmeistern des Jahres Katja. [00:19:58] Ich bin jetzt hier in Neustadt und bei mir sind die amtierenden deutschen Wein- Majestitäten Anna Zenz, die deutsche Weinkönigin Emma Meinhardt und die Katja Simon. [00:20:07] Es ist super dass ich euch treffe. [00:20:08] Ihr seid heute den ganzen Tag schon sehr beschäftigt Und ich wollte nur kurz die Gelegenheit nutzen. [00:20:14] Wie ist es denn so? [00:20:15] der letzte Auftritt Anna? [00:20:17] Ja, es ist natürlich unheimlich spannend jetzt [00:20:19] hier nochmal [00:20:19] ein Jahr später zu sein und das Ganze noch mal aus einer etwas anderen Perspektive mitzuerleben. [00:20:24] Aber ich denke wir fühlen trotzdem noch sehr mit den Kandidatinnen mit und sind gespannt wie das heute Abend ausgehen wird. [00:20:30] Und ihr habt jetzt alle noch eure Kronen an? [00:20:32] Wie ist es immer schon überlegt die vielleicht... doch nicht abzugeben und einfach durchzubrennen. [00:20:38] Tatsächlich nicht, also man weiß ja natürlich [00:20:40] dass es für ein Jahr begrenzt [00:20:41] ist und man macht das Beste aus diesem ganzen Amt, man erlebt [00:20:45] so viel [00:20:45] und ich glaube dann ist es auch richtig und auch würdig die Krone weiter zu geben. [00:20:49] aber sie wurde noch mal ganz schön aufpoliert, sieht sehr schick aus! [00:20:53] Aber es ist dann auch gut [00:20:54] vielleicht einen [00:20:55] Kopf ohne Krone [00:20:56] zu [00:20:56] haben. [00:20:56] Katja, jahrlang im Amt für den deutschen Wein. [00:20:59] hast du einen Tipp für die Nachfolgerinnen? [00:21:02] Ja, ich glaube das Besondere jetzt erst mal im heutigen Abend am Finalabend sich tragen zu lassen von den Fans die ja von überall anreisen mit Fanwissen hier sind. [00:21:09] Mit Pauken und Trompeten könnte man fast meinen und hier richtig Stimmung in Saar machen und dann einfach nur genießt des Amtsjahrs ist es ein richtig tolles Jahr. [00:21:18] ihr dürft so viel erleben seid neugierig seit offen für Neues und habt eine richtig geile Zeit! [00:21:24] Super vielen Dank. [00:21:24] dann danke ich auch noch einmal im Namen des Deutschen Wains für euren Einsatz und genießte einfach den Abend. [00:21:30] Das war schön. [00:21:33] So, das waren die drei inzwischen ehemaligen deutschen Weinmeistern. [00:21:39] Wie sieht es denn bei den Neuen aus? [00:21:41] Haben sie sich gefreut? [00:21:42] Ja und wie sie sich gefreut haben an die drei heranzukommen, weil allerdings noch schwieriger. [00:21:49] nach der Verkündung des Ergebnisses und nach der Krönung. [00:21:52] da will irgendwie gefühlt jeder hoch auf die Bühne Gratulieren, Fotos machen, Interviews führen. [00:21:56] Ministerpräsident war sogar da der Blumenstrauß überreichen wollte. [00:22:00] Der musste auch warten. [00:22:01] Die werden ja dann von null auf hundert einfach direkt zum Promi-Status katapultiert? [00:22:06] Ja und also Spoiler ich habe es geschafft! [00:22:09] Ich hab mein Mikro... Hinhalten können, um bei den ersten in der Wurste Radion Fernsehsender da auch mal zu hören was die zu sagen haben. [00:22:19] Das ist allerdings alles so zwei bis drei Minuten nach der Krönung entstanden. [00:22:22] Da stehen sie halt noch komplett unter dem Eindruck der ganzen Wahlveranstaltung und ich habe auch nochmal ein bisschen Saalatmosphäre mit aufgenommen damit ihr immer so mitkriegt was da los war. [00:22:31] Jetzt färben wir gleich rein zurerst die neue deutsche Weinkündigin Paula Löber und danach Kathrin Knirim und Natalie Schefter in der Reihenfolge. [00:22:51] War das jetzt wirklich mein Name? [00:22:52] Ja, es war mein Name mega! [00:22:56] Wirklich unreal. [00:22:57] Aber es ist so schön [00:22:58] und ich freue mich so auf dieses Trio auch. [00:23:00] Wir werden richtig gutes Jahr haben. [00:23:02] Nein, ich habe nicht [00:23:03] dran geglaubt. [00:23:04] Ich hab [00:23:04] gehofft natürlich heute aber hätte ich nicht gedacht dass das klappt. [00:23:08] Jetzt haben wir seit über dreißig Jahren wieder die große [00:23:11] Krone [00:23:12] Und das freut uns wirklich sehr in Mitteldeutschland Der Support, der Fanclub hier. [00:23:16] Wenn man hier oben steht, das pusht ein unwahrscheinlich und es ist so wichtig dass sich Sale uns da auch auf den Weg gemacht hat. [00:23:23] ja Wahnsinn! [00:23:26] Mein erstes Gefühl war also schon allein von den fünf in die besten drei und danach war mir das eigentlich egal ob Königin oder Prinzessin weil ich ganz jedem... Und es war einfach so richtig so. [00:23:36] oh ich habe wieder eine Krone und ich kann wieder unseren deutschen Weinbau weiter repräsentieren und das ist das was mich so unfassbar stolz [00:23:43] macht. [00:23:44] Also ich freue mich auf alles meine Winzer zu repräsentieren und einfach ein richtig schönes Jahr mit meinen zwei zusammen. [00:23:50] Also ich fahre mit meinem Reisebus jetzt gleich heim und habe ganz, ganz viel Spaß! [00:23:54] Mein Cousin macht seinen Partyraum auf und dann wird einfach auf Leben gefeiert, unseren Weinbau gefeuert und unser Trio. [00:24:02] Boah also es waren so viele Gedanken aber eigentlich Freude. [00:24:06] Freude, Erleichterungen... ja glücklich Auf ein richtig tolles Jahr mit vielen schönen Erlebnissen und vor allem in diesem tollen Trio. [00:24:15] Wir verstehen uns so toll, als wir da zu dritt vorne standen. [00:24:20] Wir haben alle gesagt jetzt haben wir schon gewonnen. [00:24:22] es ist ganz egal wer Königin wird was einfach so gut passt. [00:24:25] Mit ganz viel Feiern! [00:24:26] Mein Fanclub erwartet schon ich konnte noch gar nicht zunehmen die freuen sich auch alles so mit mir das ist so toll und also sie haben keinen Druck aufgebaut. [00:24:34] aber es ist so schön dass man jetzt quasi den auch dieses Glücksgefühl schenken kann und die sich einfach mit einem freuen. [00:24:40] Und wir machen im Fällenbus ganz viel Party! [00:24:44] Ja geil, also das scheint ja in Morz was los gewesen zu sein vor allem wenn man dann hört noch im Partyraum von Katrin's Kurser... Da wären schon gerne beigeben da ging es ja Morz ab. [00:24:54] Ja äh mit Sicherheit. [00:24:55] Ähm und stellenweise wirklich so ein bisschen wie im Fußballstadion Die Atmosphäre im Saalbau in Neustadt. [00:25:02] Ja und wer an der Stelle nochmal wie sagt mal schön einen Deep Dive in das Thema machen will? [00:25:07] Ja, dem können wir den Podcast aus dem September. [00:25:12] Wir haben hinter den Größen mit vielen Leuten gesprochen die mit der Wahl zu tun haben. [00:25:17] das kann man sich mal anhören. [00:25:19] ich würde sagen dass stellen mir in die folgen Notizen. [00:25:23] ja genau das machen wir. [00:25:24] da kann man alles gerne weiter finden und nochmal reinhören. [00:25:27] so nächstes Thema. [00:25:28] es geht hier heute um die lagen der nation bisschen eigentlich die Lage der weihnation. [00:25:34] im august hatten wir schon ein paar winzer gefragt. [00:25:38] Da waren die gerade mittendrin in der Weinlese. [00:25:41] Hast du dich da in Neustadt auch, weil ne Krattenerpfalz was noch mal direkt umgehört? [00:25:45] Ja tatsächlich das ist ja immer so ein bisschen so einen Treff der Wein Szene also ganz viele Leute die man kennt und da habe ich die Caroline Gaul getroffen von Weingut Karlheinz-Gaul aus Grünstadt Sausenheim in der Pfalz und den Thomas Porsche vom Staat Weinguten Meersburg ganz im Süden am Bodensee Und die haben mir erzählt wie sie die Weinleses fanden Der Palt, wie war die Ernte? [00:26:12] Fertig! [00:26:12] Wir sind fertig. [00:26:13] Juhu seit einer Woche schon, anderthalb und wir sind eigentlich überrascht [00:26:17] mit [00:26:17] der Mengen, die wir geerntet haben weil es ja schon sehr trocken war über Sommer. [00:26:21] Wir eigentlich [00:26:22] seit Mai überhaupt keine Niederschläge [00:26:24] gehabt haben. [00:26:24] bis jetzt auch hat's halt geregnet und wir haben trotzdem schöne Träger [00:26:27] gehabt. [00:26:28] Auch gerade bei Riesling-Rieslingen, [00:26:29] weil letztes [00:26:29] Jahr ist er sehr wenig für uns, da haben wir fast ein Drittel nur geerntete im Vergleich [00:26:33] zu den Jahren davor [00:26:34] und da haben wir schon einiges mehr ernten können, das ist immer froh drüber. [00:26:37] Und auch von der Traubenqualität her war es sehr gesund. [00:26:40] also wir haben wenig aussortieren müssen. [00:26:42] entsprechend waren wir auch schnell bei der [00:26:43] Handlese weil man nicht viel sortieren muss. [00:26:46] Also wir sind sehr zufrieden [00:26:47] mit dem sechsten Sonntagjahrgang. [00:26:48] Das klingt gut. [00:26:49] und für alle die sich wundern Wir sind hier am Rande der Wahl der Deutschen Weinmaestät und deswegen Hier ist ein bisschen Trubel. [00:26:55] wie. [00:26:55] Veranstaltung ist gerade rum. [00:26:57] Da steht dann noch der Thomas Porsche bei mir vom Staatsweingut in Meersburg. [00:27:00] Wie wars denn im Süden des Landes? [00:27:03] War sehr gut eigentlich. [00:27:05] Wir hatten [00:27:06] wenig Ausfälle, wir haben wunderschöne Qualitäten gerade im Burgunderbereich. [00:27:11] Wir haben super Tolle Moste in Müller-Torgao gehabt. [00:27:16] Wir sind super [00:27:18] froh [00:27:19] mit den Qualitäten die wir haben. [00:27:21] Es ist ein bisschen weniger als im Feuer [00:27:23] aber [00:27:24] damit können wir umgehen! [00:27:25] Das klingt doch alles sehr gut. [00:27:26] Dann freut noch schön! [00:27:28] Merci! [00:27:31] Ja das ist doch wunderbar Überall zufriedene Winzerinnen und Winzer, wo man hinhört. [00:27:35] Die Qualitäten scheinen sehr zufriedenstellend so sein, wie Sophie ist gesagt. [00:27:40] Das klingt vielversprechend also für einen sechsundzwanziger Jahrgang aber das sind jetzt erstmal alles nur einzelne Stimmen. [00:27:47] Wie sagt man? [00:27:48] Eine anekdotische Evidenz Wir werden bis zum nächsten Mal mit Sicherheit nochmal eine Einschätzung aus den Anbaugebieten vorliegen haben wenn dann auch die Weinlese wirklich rum ist. [00:28:02] Also im Moment dürft es in den letzten Zügen sein, weil in vielen Gebieten... also wenn alles vorbei ist dann berichten wir und dann hört ihr das alles beim nächsten Mal. [00:28:14] Gut! [00:28:14] Das war's denn für heute schon oder? [00:28:17] Also was haben wir heute gelernt? [00:28:19] Thema eins war Lage Weinbergslage Einzellage. [00:28:22] Es geht um einen ganz konkreten Ort eine ganz bestimmte Einheit innerhalb eines Weinbergs. [00:28:29] Der Boden ist schmeckbar, es geht darum wie der Winzer oder die Winzerin diesen Weinberg behandelt was er für eine Idee hat wie der Wein daraus werden soll und das ist das was wir am Ende im Glas auch schmecken können. [00:28:40] Und bei manchen Lagennamen da gibt's ja auch durchaus eine interessante Geschichte hinter der Lage und was übrigens auch immer wieder spannend ist wenn man mal so zwei drei Weine derselben Rebsorte aus unterschiedlichen Lagen nimmt und die gegeneinander probiert oder miteinander vergleicht? [00:28:57] Oder vielleicht auch von der derselben Lage, du hattest es vorhin angesprochen. [00:29:00] Da gibt's ja auch viele verschiedene Weinbarbetriebe die in einer Lage Rebzahlen haben dass man die mal miteinander probiert. [00:29:07] also dieser Vergleich ist oft spannend. [00:29:11] Oder geil ist eigentlich auch wenn wir das ganz kompliziert machen wollen Die selbe Lage selber Rebsorte Selber Betrieb Aber unterschiedliche Jahrgänge. [00:29:22] Okay ich glaube da müssen wir eine eigene Folge zu diesem. [00:29:27] Das war [00:29:31] unsere heutige Folge mit Lena Torres. [00:29:33] König? [00:29:34] Und [00:29:34] natürlich mit Andreas Kaul, bester Mann! [00:29:38] Wir werden uns bei unseren ganzen Zuhörern und Zuhören allen die mitgewirkt haben, die O-Töne fleißig aufgesprochen haben und nicht genervt waren dass ich das Mikro in ihren Nasenlöcher gesteckt habe zum Teil. [00:29:51] Genau also vielen Dank fürs zuhören und hoffentlich bis zur nächsten Folge. [00:29:55] Danke, macht's gut. [00:29:56] Tschüss! [00:29:58] Und dir noch viel Spaß in Düsseldorf.
2026_08 Fragen, Flaschen, Fakten
PODCAST DES DEUTSCHEN WEININSTITUTS
Fragen, Flaschen, Fakten
Bereinigtes, inhaltlich vollständiges Transkript
Aufzeichnung: 28. August 2026 | Laufzeit: 34:58 Minuten
Sprecher:innen: Andreas Kaul · Lena Torres König · Christian Hirsch · Tatjana Schmidt · Sonja Sehm
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| Andreas Kaul: | Lena, ich habe heute drei kurze Fragen an dich. Und zwar: Rotwein, warm oder kalt? |
| Lena Torres König: | Kühl! |
| Andreas Kaul: | Kühl. Schraubverschluss oder Kork? |
| Lena Torres König: | Das kann ja beides mega gut sein. |
| Andreas Kaul: | Und muss man sich schämen, wenn man zum Beispiel feinherben Wein lecker findet? |
| Lena Torres König: | Auf gar keinen Fall. Ich kann das auch weiter ausführen, aber vielleicht verschieben wir das auf später. |
| Andreas Kaul: | Wunderbar, dann können wir eigentlich die Folge schon beenden, oder? Wir haben die Fragen beantwortet. |
| Lena Torres König: | Abgehakt! Nein, wir gehen natürlich nachher noch ein bisschen mehr in die Tiefe. Wir haben ein Sammelsurium aus den wichtigsten und interessantesten Fragen aus der Community. Sagt man das heute so? |
| Andreas Kaul: | Ich glaube, ja. |
| Lena Torres König: | Die haben wir rund um das Thema Wein zusammengetragen. Ist ja eh immer unser Thema. Und da haben wir gedacht, machen wir heute so ein kleines FAQ und beantworten da mal die wichtigsten Highlights. |
| Andreas Kaul: | Fragen, Flaschen, Fakten. Herzlich willkommen beim Podcast des Deutschen Weininstituts. Ich bin Andreas Kaul. |
| Lena Torres König: | Ich bin Lena Torres König. Und wir beantworten eure Fragen. |
| Andreas Kaul: | Bevor wir die Fragen beantworten, müssen wir auch noch mal einen Blick in die Weinberge werfen. Da ist es nämlich gerade besonders spannend. Heute haben wir den 28. August. Wir zeichnen heute auf. Denn die Weinlese ist schon im Gange. Sie hat in diesem Jahr schon sehr früh angefangen. Bereits am 12. August war der offizielle Lesestart. |
| Lena Torres König: | Wahnsinnig früh. |
| Andreas Kaul: | Ich habe das hier an dieser Stelle ja schon häufiger erzählt. Ich hoffe, ich langweile niemanden. Aber ich habe Anfang August Geburtstag, und früher fuhren da nur Mähdrescher. Mittlerweile ist es wirklich so, die sind da schon längst fertig und die Weinlese fängt an. Das ist totaler Wahnsinn. |
| Lena Torres König: | Das Witzige ist ja auch immer, dass in der Weinwelt immer vom Herbst gesprochen wird. Und wie läuft der Herbst? Und man meint damit einfach die Traubenlese. Aber es ist halt einfach heutzutage nicht mehr Herbst. Es ist halt Sommer. |
| Andreas Kaul: | Aufmerksame Zuhörer. Das haben wir beim letzten Mal auch schon mit dem Winzer, der immer vom Herbst gesprochen hat, besprochen. Wir haben uns etwas überlegt, Lena, bevor wir jetzt anfangen zu erzählen, wie es draußen in den Weinbergen aussieht. |
| Lena Torres König: | Wir haben unsere Außenreporter aus sämtlichen Himmelsrichtungen und verschiedenen Anbaugebieten bemüht. Wir haben sie um eine kleine Schalte mit einem Update aus dem Weinberg gebeten. |
| Andreas Kaul: | Und wir hören jetzt in der Reihenfolge zuerst den Christian Hirsch aus Württemberg. Dann Tatjana Schmidt vom Weingut Friedel Russler aus dem Rheingau. Und Sonja Sehm vom Weingut Stich "Im Löwen" in Franken. |
| Christian Hirsch: | Frisch aus dem Urlaub zurückgekommen, haben wir uns gestern Abend einen tollen Überblick über die aktuelle Situation bei uns in Leingarten bei Heilbronn verschafft. Hier spricht übrigens Christian Hirsch. Und es sieht so aus, dass wir mit der Lese voraussichtlich am Montag anfangen. Wir fangen mit Sauvignon Blanc an. Den wollen wir nie so reif lesen. Der soll schon ein bisschen Stachelbeere, Sternfrucht gepaart mit Maracuja-Typizität haben. Nächste Woche werden wir sehr wahrscheinlich schon mit den weißen Burgundern weitermachen. Grundsätzlich hatten wir eine Woche Schonfrist und konnten den Urlaub noch etwas genießen, weil wir in diesem Jahr keine Sektgrundweine bereiten und auch keinen Saft. Auch die Frühsorten Müller-Thurgau oder zum Beispiel Acolon haben wir nicht mehr. Wir haben das in den letzten Jahren im Prinzip alles geändert und sind auf die PIWIs gegangen. Wir haben viele, viele PIWIs gepflanzt. Die sind alle im mittleren Bereich der Lese zu erwarten. Es sieht alles topgesund aus. Von daher freuen wir uns wahnsinnig auf den Start der Lese. Viele Grüße aus dem Wengert. Das war Christian aus Leingarten. Ciao. |
| Tatjana Schmidt: | Hi, Tatjana hier vom Weingut Friedel Russler. Ich grüße euch aus dem Rheingau. Was ist gerade Phase im Weinberg? Status quo: Wir waren bis heute schon ganze zweimal in der Lese. Einmal für alkoholfrei; da haben wir Verjus geholt. Und einmal für Sektgrundwein: unseren Rosé-Sekt. Die Trauben sind nämlich echt schon ziemlich reif und ziemlich weit. Deshalb beobachten wir jetzt jeden Tag, gehen raus, probieren auch relativ viel. Bei dem feuchtwarmen Wetter kann das relativ schnell kippen. Aber wir sind ready. Wir haben auf jeden Fall aus dem letzten frühen Herbst gelernt und sind bereit, auch schneller in die Lese zu starten. On top haben wir aber, wie so viele andere Weingüter im Rheingau, aktuell noch unseren Hof offen, sprich Hoffest. Die nächsten sechs Tage sind ein Spagat zwischen Traubenlese, Party und Gäste bedienen. Aber meine Devise: Je früher, desto früher kommen wir in den Urlaub. Besucht uns im Rheingau. Tschüss. |
| Sonja Sehm: | Hallo, hier ist die Sonja aus dem wunderschönen Weinanbaugebiet Franken. |
| [00:05:00] | |
| Sonja Sehm: | Ein kleines Update aus dem Weinberg. Wir haben schon drei Tage Handlese hinter uns. Wir haben schon die ersten Trauben für Traubensaft Rosé und Blanc de Noirs heimgeholt. Jetzt heißt es, ein bisschen zu warten. Die Trauben dürfen noch ein bisschen die Sonne genießen und dann schauen wir einfach mal, ob wir nächste Woche schon die ersten hochwertigen Rotweine nach Hause bringen. Und ja, was erwartet uns mit dem neuen Jahrgang? Der Jahrgang 2026 verspricht sehr schöne, fruchtige und aromareiche Weine. |
| Lena Torres König: | Da haben wir jetzt schon mal direkt die ersten Einblicke aus den unterschiedlichsten Anbaugebieten bekommen. Und wir stellen euch die Meldung zum Weinlesestart auch einfach nochmal unten in die Shownotes rein. Da könnt ihr nochmal reinklicken, wann es offiziell losging. |
| Andreas Kaul: | Genau, und wir bleiben natürlich dran und halten euch auf dem Laufenden, was die Lage in den Weinbergen angeht. Also bei uns hier hat es ja jetzt ein bisschen geregnet. Das ist natürlich noch immer nicht genug, um den ganzen trockenen Sommer zu kompensieren. Aber ich glaube, einige Winzerinnen und Winzer atmen jetzt ein bisschen auf. Und wir drücken natürlich allen die Daumen, dass die Weinlese gut über die Bühne geht. |
| Lena Torres König: | Wenn ich mir hier meine eingetopfte Feige und meinen eingetopften Johannisbeerstrauch angucke, habe ich auch noch die Hoffnung, die könnten vielleicht überleben. |
| Andreas Kaul: | So, Lena, wir haben ja wie gesagt von unseren Hörern ein paar Fragen geschickt bekommen, auch in den letzten Monaten oder schon immer mal wieder. Und manche Fragen wiederholen sich und wir haben uns jetzt einfach überlegt, dass wir heute mal so eine Sendung machen, wo wir diese Fragen beantworten. Soll ich mal anfangen? |
| Lena Torres König: | Sehr gerne. |
| Andreas Kaul: | Was bedeutet trocken, halbtrocken und feinherb beim Wein? |
| Lena Torres König: | Das ist ganz klar im Weingesetz definiert. Man kann es etwas langweilig erklären: Trocken beim Wein bedeutet, dass der trockene Wein maximal neun Gramm Restzucker pro Liter haben darf. Und eigentlich kann man sich merken, trockener Wein hat keinen Zucker. |
| Andreas Kaul: | So gut wie keinen Zucker. Halbtrocken ist da ein bisschen drüber. Das ist so ein Mittelding, wenn man so will. |
| Lena Torres König: | Da kann man sich immer gut orientieren, wenn man was Süffiges sucht. Wenn man weiß, man hat ein paar Leute zusammen eingeladen. Da sind vielleicht auch ein paar Nicht-Weintrinker dabei. Läuft immer. Meine persönliche Erfahrung aus jahrelanger Arbeit im Weinstand beim Ausschank: Bei Regenwetter und nicht bei knalligem Sonnenschein trinken die Leute sehr gerne halbtrockene Weine. Auch wenn man ihnen vorher nicht sagt, dass der Wein halbtrocken ist, weil sie immer darauf schwören: "Ich trinke nur trocken." Bei Regenwetter trinken die Leute gerne halbtrocken. |
| Andreas Kaul: | Wenn wir von halbtrocken reden, sind das etwa 10 bis 20 Gramm Restzucker pro Liter. Und wenn man das mal umrechnet, zum Beispiel Cola, da liegen wir bei 80 Gramm pro Liter. Also auf der Flasche steht immer 8 Gramm, aber das ist pro 100 Milliliter und nicht pro 1000. |
| Lena Torres König: | Wo wären wir bei Cola? Bei einer Trockenbeerenauslese, oder? |
| Andreas Kaul: | Für einen Wein ist das schon sehr süß. Wenn ich höre: "Nein, kein süßer Wein", und die Leute gleichzeitig Cola trinken, dann verpufft das Argument etwas. Keine Scheu vor ein bisschen Restsüße. Das tut dem Wein manchmal gut, gerade wenn er säurebetont ist, also zum Beispiel ein Riesling. Ein feinherber oder halbtrockener Riesling ist schon etwas Feines. Das müssen wir noch erklären: Der Begriff ist nicht gesetzlich geregelt. |
| Lena Torres König: | Er ist nicht definiert. |
| Andreas Kaul: | Wenn "feinherb" auf dem Etikett steht, bedeutet das im Prinzip entweder halbtrocken. Manche verwenden den Begriff auch für Weine, die süßer sind als halbtrocken. Aber es impliziert auch, dass der Wein etwas herb ist und die Säure ein bisschen vorkommt. |
| Lena Torres König: | Es ist aber keine offizielle Geschmacksangabe. |
| Andreas Kaul: | Im Grunde gilt sowieso: probieren. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. So, machen wir weiter, Lena, mit der nächsten Frage: Muss Rotwein wirklich Zimmertemperatur haben? |
| Lena Torres König: | Das ist eine sehr gute Frage. Ich habe ja auch schon mal erwähnt, ich habe lange in der Weinhandlung gearbeitet und das ist so ein Klassiker, den man immer gefragt wird, auch im Laden. Nein, auf gar keinen Fall. Das ist echt so ein Trugschluss noch aus, keine Ahnung, Mittelalter oder was, als man noch keine Heizung in seinen Wohnräumen hatte. Die Räume waren vielleicht 14 bis 18 Grad warm oder kalt - je nachdem. Daran konnte man sich mit der Zimmertemperatur orientieren. Heute würde man sagen: schön oder leicht gekühlt. |
| [00:10:00] | |
| Lena Torres König: | Es kommt ein bisschen auf die Weinart an. Leichte Rotweine: ganz klar 14 bis 16 Grad. Für kräftige und gereifte Rotweine sagt man 16 bis 18 Grad. Sie können ein bisschen wärmer sein. Dann öffnen sie sich auch noch ein bisschen schöner. Die klassischen leichten, jungen Weißweine, die wir gerne auf dem Weinfest, auf Balkonien oder mit Freunden auf einem Festival trinken, wollen wir schon richtig kalt haben. Bei neun bis elf Grad können wir die trinken. |
| Andreas Kaul: | Ja, und gerade in so einem Sommer wie in diesem ist es natürlich gar kein Problem, wenn der Wein ein bisschen kälter wird, weil warm wird er von alleine bei den Temperaturen. |
| Lena Torres König: | Dann läuft auch eine frische, dünne, eisgekühlte Schorle gut. Für alle, die gerade Notizen gemacht haben: Kräftige Weißweine, die auch im Holzfass lagen und sich als Essensbegleiter bei einem Menü eignen, dürfen auch 11 bis 13 Grad haben. |
| Andreas Kaul: | Gut, Thema Temperatur. |
| Lena Torres König: | Wenn jemand einen konkreten Alltagstipp will: Einen gängigen deutschen Rotwein, zum Beispiel deutschen Spätburgunder, kann man in einem Sommer wie diesem auch kurz in den Kühlschrank stellen, damit er leicht herunterkühlt. Das ist okay, funktioniert und schmeckt auch. |
| Andreas Kaul: | Temperatur abgehakt. |
| Lena Torres König: | Nächste Frage. |
| Andreas Kaul: | Was ihr nicht sehen könnt: Lena schraubt eine Flasche auf. Vor allem könnt ihr es nicht hören. |
| Lena Torres König: | Habt ihr es gehört, hoffentlich, vielleicht? Das war ein Schraubverschluss. |
| Andreas Kaul: | Lena, ich nehme an, du willst jetzt was wissen zum Thema Verschluss? |
| Lena Torres König: | Ja, auch so eine ganz typische Frage. Der gute alte Kork oder Schraubverschluss? Was ist besser? |
| Andreas Kaul: | Wir haben das Thema ganz am Anfang schon angerissen. Man weiß es nicht. Ich habe schon durchwachsenen Wein mit Korken getrunken und auch Wein mit Schraubverschluss - und umgekehrt. Das heißt, es ist kein ... |
| Lena Torres König: | Alles ist möglich. |
| Andreas Kaul: | Genau, es ist kein Qualitätskriterium. Wenn Weine mit Korken verschlossen werden, dann sind das Weine, die ein bisschen länger reifen sollen. Der Reifeprozess ist dort einfach ein anderer, weil der Korken ein bisschen mehr Luft reinlässt. Aber im Grunde gibt es da eigentlich keine pauschale Antwort, das ist besser oder das ist schlechter. Ich finde es immer ganz schön, wir haben ja jetzt mittlerweile sehr viele Schraubverschlüsse. Wenn ich dann nochmal einen mit Korken habe, den ich dann mit meinem schönen Korkenzieher öffnen darf, aber man hat sich auch mittlerweile an die Schraubverschlüsse gewöhnt. |
| Lena Torres König: | Witzig, Korkenzieher, dass du noch einen hast, da müsste ich schon direkt wieder suchen gehen. |
| Andreas Kaul: | Mehrere. |
| Lena Torres König: | Aber ich glaube, das wichtigste Stichwort, was du eben gesagt hast, war anders. Es ist nicht besser oder schlechter, sondern der Wein entwickelt sich einfach anders mit dem Verschluss. |
| Andreas Kaul: | Ein Weingut im Rheingau hat denselben Wein in Flaschen mit Schraubverschluss und mit Korken abgefüllt. Und wir hatten die Gelegenheit, fünf Jahre nach Abfüllung die Weine zu probieren. Wir probierten einmal den Wein mit Schraubverschluss und einmal denselben Wein mit Korken. Und am Ende haben wir abgestimmt, was ist besser. Die Hälfte war für den mit Schraubverschluss, die andere Hälfte für den mit Korken. |
| Lena Torres König: | Siehst du: Das ist eine Geschmacksfrage, wie beim Thema Wein am Ende so vieles Geschmackssache ist. |
| Andreas Kaul: | Ich glaube, man kann sagen: Es hat sich durchgesetzt, dass Weine, die schneller getrunken werden sollen, also der Großteil der Basisweine, die in den ersten ein, zwei oder drei Jahren nach der Abfüllung getrunken werden sollen, einen Schraubverschluss haben. Der Wein muss in der Flasche nicht mehr groß reifen. Bei hochwertigen Weinen sieht man viel häufiger, dass ein guter Korken verwendet wird, damit der Wein länger reifen kann. Nächste Frage: Wie lange hält sich eine geöffnete Flasche? Und jetzt reden wir nicht von der Flasche, sondern vom Wein darin. |
| Lena Torres König: | Eindeutige Antwort: Kommt drauf an. Es kommt natürlich ein bisschen auf die Qualität des Weins an, aber auch auf die Füllmenge in der Flasche. Wenn du nur ein kleines Piffche trinkst - muss man Piffche übersetzen? |
| Andreas Kaul: | Das muss man übersetzen. |
| Lena Torres König: | Ein Piffche ist bei uns im Rheingau 0,1 Liter. Du hast irgendwie Bock, einen Wein zu trinken, aber hast auch keinen Besuch oder so und niemanden, der sich mit dazu setzt. Dann bleibst du beim Piffche. Und dann ist ja die Flasche noch unheimlich voll. Dann ist der Wein in der Flasche ja noch fast bis in den Hals voll. |
| [00:15:00] | |
| Lena Torres König: | Das heißt, die Oberfläche, die mit Luft in Berührung kommt, ist ja noch sehr klein. Insofern kannst du die Flasche auch nach vier Tagen noch gut trinken. Bei einem richtig guten Wein kannst du ihn sogar nach einer Woche im Kühlschrank weitertrinken. Der entwickelt sich, weil er atmet, aber der wird jetzt nicht per se direkt schlecht. Wenn du aber nur noch einen kleinen Spuckrest in der Flasche hast, bei dem sich der eine oder die andere fragt, ob es sich noch lohnt, ihn in den Kühlschrank zu stellen, kommt eine große Oberfläche des Weins mit der Luft in Berührung. Der Wein kann sich dadurch stärker verändern und schmeckt schneller deutlich anders. Hast du noch etwas hinzuzufügen? |
| Andreas Kaul: | Man kann das auf die Spitze treiben: Wenn man eine normale 0,75-Liter-Flasche zur Hälfte trinkt und zufällig noch eine kleine Flasche hat, kann man den Wein umfüllen und verschließen. Dann ist nur sehr wenig Luft darin. Oder habe ich auch schon gesehen, man gibt Glasmurmeln in die Flasche, sodass das Volumen steigt und am Ende auch keine Luft mehr drin ist, wenn man genug Glasmurmeln zur Hand hat. Habe ich gesehen. |
| Lena Torres König: | Macht es einen Unterschied, ob man die Flasche mit einem Stopfen, einem Schraubverschluss oder einem Korken verschließt oder sie offen in den Kühlschrank stellt? |
| Andreas Kaul: | Ja, die soll schon verschlossen sein. Mal von anderen Fremdgerüchen im Kühlschrank abgesehen, so ein schöner Camembert. |
| Lena Torres König: | Zum Beispiel eine nicht abgedeckte Knoblauch-Salatsauce im Kühlschrank. Oder wenn die Heidelbeeren nicht in der Gemüseschublade liegen, haben sie ein interessantes Aroma. |
| Andreas Kaul: | Grüße gehen raus an meinen Bruder: In unserer gemeinsamen WG-Zeit hat seine Milch nach Knoblauch geschmeckt. Aber das ist eine andere Geschichte. |
| Lena Torres König: | Andreas, es gibt Menschen, die den Wein kaufen, den sie heute Abend trinken wollen. Und dann gibt es die Leute, die sich auch einfach schon mal einen kleinen Vorrat zulegen. Dann hat man vielleicht auch einmal ein Kistchen, von einem Wein, bei dem man sagt: "Der hat mir so gut geschmeckt. Bevor ich vergesse, welcher es war, sammle ich direkt ein paar ein." |
| Andreas Kaul: | Und dann gibt es Leute wie uns. |
| Lena Torres König: | Aber das ist eine andere Geschichte. Sag mal, wie lagert man Wein richtig? Braucht man einen Weinkeller? Hast du einen Weinkeller? |
| Andreas Kaul: | Ich habe tatsächlich keinen Weinkeller. Das ist ein großes Problem, denn unser Heizungskeller ist viel zu warm. Er ist nicht dafür geeignet, Wein länger zu lagern. Ich habe das Glück, dass mein Bruder ein Weingut mit Keller hat. Das heißt, da habe ich ein paar Flaschen ausgelagert. Das hat wiederum den Nachteil, dass ich nicht sofort Zugriff auf die Flaschen habe. Das heißt, ich muss das planen. Aber man braucht keinen Weinkeller, keinen Gewölbekeller, wie auch immer. Ideal ist es natürlich. Wichtig ist, dass die Weine nicht zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Wenn es immer wieder warm und kalt wird, ist das nicht gut. Ideal ist natürlich auch eine relativ kühle Temperatur. Alles unter 15 Grad ist gut. |
| Lena Torres König: | Gleichbleibende Temperatur. |
| Andreas Kaul: | Gleichbleibend, damit die Temperatur nicht schwankt. Und zu viel Licht ist auch nicht gut. Wenn es dunkel ist und die Temperatur gleichbleibend bei etwa 15 Grad liegt, ist das schon einmal ganz gut. Ein Tipp, den man beim Weinlagern beherzigen sollte: den Wein nicht überlagern. Das ist die große Gefahr, wenn man viele Weine liegen hat und immer wieder denkt: "Ach, noch ein Jahr warten." Nein: den Wein trinken, wenn er reif ist. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Wein, den man ewig liegen ließ, auf den man sich freut und bei dem man nach dem Öffnen merkt: Er ist schon über den Zenit. |
| Lena Torres König: | Kostbar aufgespart für diesen einen besonderen Moment. Da müsste ich direkt mal in meinen Keller gucken. So, jetzt Sommelier spielen zu Hause. Das Thema: Muss man einen Wein dekantieren? Und was ist der Unterschied zum Karaffieren? Ist das alles nur Show? Ein bisschen schon. |
| Andreas Kaul: | Dekantieren und Karaffieren - was ist der Unterschied? Beim Dekantieren nimmt man einen Wein, der etwas Depot angesetzt hat. Feststoffe haben sich unten in der Flasche gesammelt. Man schenkt den Wein vorsichtig aus. Das ist der Vorgang des Dekantierens, sodass eben dieses Depot in der Flasche bleibt. So bekommt man später einen möglichst klaren Wein ins Glas. Beziehungsweise füllt man ihn zunächst in einen anderen Behälter. Karaffieren ist im Grunde das Umgießen des Weins in einen Behälter, in dem er mehr Luft bekommt. Das sind meistens richtig bauchige Gefäße. Dadurch kommt viel Luft an die Oberfläche des Weins, damit er, wie man sagt, atmen kann. |
| [00:20:00] | |
| Andreas Kaul: | Warum? Manche Weine sind ein bisschen verschlossen, die brauchen ein bisschen Luft, um sich voll entfalten zu können. Ich meine, deswegen gibt es ja auch diese verschiedenen Gläser. Es gibt ja auch Weingläser mit einem großen Durchmesser, die eben auch für diesen Zweck gedacht sind. Aber diese Karaffe ist eben dafür da, dass der Wein einfach ein bisschen mehr Luft kriegt. |
| Lena Torres König: | Der Wein ist verschlossen, nochmal ein bisschen übersetzt. Heißt, der schmeckt noch nicht so gut, wie er schmecken könnte. |
| Andreas Kaul: | Man muss vorsichtig sein, denn zu viel Luft ist auch nicht gut. Ein weiser Sommelier hat mir einmal gesagt: Das ist wie Salz beim Kochen. Zu viel Luft, und der Wein ist hinüber. Nicht übertreiben beim Belüften. Langsam herantasten, verkosten und probieren. Grüße gehen raus an Gerhard Retter. |
| Lena Torres König: | Ist es beim Karaffieren oder Dekantieren egal, welches Gefäß man nutzt? Oder braucht es beim Dekantieren einen Dekanter? Es gibt diese toll geschwungenen Glasgefäße in den verschiedensten fantasievollen Schwüngen, die toll aussehen, unheimlich unpraktisch zum Verstauen sind in einer heimischen Küche zum Beispiel. |
| Andreas Kaul: | Da sind wir wieder bei den beiden Begriffen. Ein Dekanter ist ein Gefäß, das unten sehr breit ist und sich nach oben verjüngt. Gießt man eine handelsübliche Dreiviertelliterflasche Wein hinein, liegt der Füllstand am breitesten Durchmesser. Ein Dekanter ist deshalb eher etwas zum Karaffieren, weil man den Wein belüften will. Es ist kompliziert. Und zum Dekantieren kann man das natürlich auch verwenden, aber für den Zweck, das Depot aus dem Wein zu holen, kann man auch eine normale Karaffe nehmen. Im Grunde geht es darum, den Wein vorsichtig auszugießen, damit das Depot in der Flasche bleibt. |
| Lena Torres König: | Also: Dekanter zum Karaffieren und Karaffe zum Dekantieren. |
| Andreas Kaul: | Ich glaube, wir verwirren unsere Zuhörer, Lena. Höchste Zeit, die nächste Frage. Braucht denn jede Rebsorte ein eigenes Glas? |
| Lena Torres König: | Nein. Aber ich saß einmal auf dem Heimweg von der ProWein im Zug neben einem - nennt sich das Glas-Sommelier? Er packte einen Koffer aus und erklärte mir zwei Stunden lang auf der Zugfahrt - er hatte leider dasselbe Ziel wie ich - die Wissenschaft des richtigen Glases. Das war mega spannend. Das ist halt auf jeden Fall was für Freaks. Wer Lust hat, sich damit auseinanderzusetzen, stellt sich Trillionen verschiedene Gläser hin, nimmt einen Wein und probiert ihn daraus. Da ist auf jeden Fall etwas dran. |
| Andreas Kaul: | Weine schmecken aus unterschiedlichen Gläsern definitiv unterschiedlich. Aber ich glaube für den Hausgebrauch, da reicht ein gutes Universalglas. |
| Lena Torres König: | Wenn ihr zu Hause nicht gerade hoch ausgebildete Nasen seid, die durch jahrelange Sommelierschulen getingelt sind, kann man darauf wahrscheinlich am ehesten verzichten und sich auf ein gutes Universalglas konzentrieren. Damit ist man gut bedient. |
| Andreas Kaul: | Vielleicht eines für Weißwein, das etwas enger oder schmaler ist, und eines für Rotwein, das etwas weiter auseinandergeht. Aber auch da gilt: Zu viel Luft schadet eher. Ein filigraner Spätburgunder kann in einem zu großen Glas auch ein bisschen zu viel Luft bekommen und dann ist es auch wiederum dem Genuss abträglich. |
| Lena Torres König: | Hat dir das auch der Retter gesagt? |
| Andreas Kaul: | Nein, die Erkenntnis stammt vom Winzer Julian Huber und der muss es schließlich wissen. Wir haben das übrigens auch nicht nur rein in der Theorie durchgespielt, sondern mit verschiedenen Gläsern getestet. |
| Lena Torres König: | Das macht Spaß, man kann sich damit beschäftigen, da kann man auch wirklich den ganzen Abend mit füllen. Der klassische trockene deutsche Riesling in einem schönen Universalglas: tipptopp. Der leicht gekühlte deutsche Spätburgunder passt da vielleicht auch ganz gut noch rein. Ins dicke Rotweinglas kommen die dicken Rotweine, die viel im Holz waren oder vielleicht schon aus einem älteren Jahrgang stammen - aber auch ein kräftiger Weißwein. Der kann da auch hinein. |
| [00:25:00] | |
| Andreas Kaul: | Wichtiger als ein Spezialglas für jeden Riesling ist vielleicht, dass die Gläser richtig gespült und vor allem geruchsneutral sind. Sie sollten nicht im Karton gelagert werden und anschließend nach Karton riechen. Das ist wichtig, und man sollte sie auch nicht zu voll einschenken. |
| Lena Torres König: | Oh, ich hasse das, wenn die Gläser so voll eingeschenkt sind. So schnell kann ich gar nicht trinken. |
| Andreas Kaul: | Der Kelch ist dafür da, dass man den Wein etwas in Bewegung bringt. Der obere Teil füllt sich mit dem Aroma. Wenn das Glas randvoll ist, bleibt dafür nicht viel Platz. Also: Lasst Platz für Duft und Bewegung. |
| Lena Torres König: | Ich hätte auch noch einen Punkt, der mir an der Stelle einfällt: Die klassischen Sekttulpen: Daraus kann man schlecht trinken. Außerdem ist die Trinköffnung viel zu schmal. Gebt den Sekt einfach in ein gutes Universalglas. |
| Andreas Kaul: | Das sagen mittlerweile fast alle Winzerinnen und Winzer, mit denen ich über das Thema rede. Da trinkt kaum einer mehr aus diesen ganz schmalen Sektgläsern, den klassischen. |
| Lena Torres König: | Wem Lifestyle und Coolnessfaktor wichtig sind: "These are the old days", würde ich sagen. |
| Andreas Kaul: | Und Coolnessfaktor, Stichwort: am Stiel anfassen. |
| Lena Torres König: | Oh ja, unbedingt. Achtet in amerikanischen Serien einmal darauf, wie die Leute ihre Gläser halten. Wenn man einmal darauf achtet, dann gilt: "Once you saw, you can't unsee." Die haben immer die Weine am Kelch und halten den Wein schön warm. |
| Andreas Kaul: | Das war vielleicht ein Rotwein, den sie zu lange im Kühlschrank hatten. |
| Lena Torres König: | Ja, genau. Rotwein. |
| Andreas Kaul: | Lena, darf man Rotwein zu Fisch trinken? |
| Lena Torres König: | Grundsätzlich darf man ja alles. Also, ich habe das ja auch noch gelernt. Die alte Regel: weiß zu Fisch, rot zu Fleisch. Und ich finde es ganz schön, dazu zu sagen: das ist als erste Orientierung auch okay. Das kann man so sagen. Man kann natürlich aber auch mutig sein und nochmal ein bisschen was ausprobieren. |
| Andreas Kaul: | Entscheidend sind die Zubereitung, die Soße und die Würzung. Ein zarter, gedämpfter Fisch passt wahrscheinlich eher zu einem Weißwein. Wenn er gegrillt ist und Röst- oder Raucharomen hat, passt durchaus auch einmal ein Rotwein. |
| Lena Torres König: | Hatten wir das nicht neulich, als du mit Frank Brunswig und Florian Koch gekocht hast? Nein, da war es Rotwein zum Spargel. |
| Andreas Kaul: | Ich habe nicht gekocht. Ich saß in der Nähe und habe zugeschaut, wie gekocht wurde. Das war die Mai-Ausgabe, wenn ich das richtig im Kopf habe, von unserem Podcast. Da haben wir das Ganze nochmal aufbereitet. |
| Lena Torres König: | Das war aber das Kuriosum. Rotwein mit Spargel, glaube ich. |
| Andreas Kaul: | Genau, da kam bei einem der Gerichte, die gekocht wurden, raus, dass so ein Spätburgunder da ganz gut dazu passt. Lena, welchen Wein trinken wir zu Sushi? |
| Lena Torres König: | Ich liebe Wein und ich liebe Sushi. Ich bin keine ausgebildete Sommelière. Mein Gefühl sagt mir, ich würde dazu den Wein trinken, auf den ich Lust habe, zum Beispiel einen frischen Riesling oder einen Sauvignon Blanc. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sehr scharfe Soßen mögen. Einen Hauch Wasabi finde ich gut, aber ich tunke das nicht so lange, bis mir alles wegbrennt. Das wäre jetzt so für mein Gefühl mein erster Impuls. |
| Andreas Kaul: | Ich glaube, ein bisschen Restsüße ist auch nicht verkehrt. Da können wir nochmal zurückspulen zum Thema Feinherb, was wir vorhin hatten. Halbtrocken oder feinherb würde bestimmt gut passen, gerade ein Riesling mit Säure. Sauvignon Blanc, Weißburgunder oder vielleicht ein trockener Winzersekt. |
| Lena Torres König: | Ich könnte mal eine eigene Folge zu Sushi und Wein machen. |
| Andreas Kaul: | Wäre eine Option. |
| Lena Torres König: | Love it. |
| Andreas Kaul: | Thema Jahrgänge. |
| Lena Torres König: | Uff. |
| Andreas Kaul: | Die Frage kam auch ein paar Mal: Ist ein älterer Jahrgang automatisch besser? |
| Lena Torres König: | Nein! Weil du "automatisch" gesagt hast, kann man das ganz klar mit Nein beantworten. Ältere Jahrgänge bringen im Idealfall häufig, aber nicht immer, auch höhere Qualitäten mit sich. Aber das kann man nicht so pauschal sagen. Man muss sich mit dem Wein, dem Weingut und dem Betrieb dahinter auseinandersetzen oder nachforschen, was mit dem Wein passiert ist und wie er gedacht ist. |
| [00:30:00] | |
| Andreas Kaul: | Es gibt Weine, die bald getrunken werden müssen oder sollten. Sie sind nicht dafür gemacht, fünf oder zehn Jahre zu liegen. Je älter sie werden, desto weniger werden sie automatisch besser. Dann gibt es andere Weine, die man nicht so früh trinken sollte. Sie kommen teilweise erst ein, zwei oder drei Jahre später in den Verkauf und sollten anschließend noch etwas gelagert werden. Man kann die dann natürlich schon trinken. Das ist eine ganz andere Aromatik. Und da sind wir wieder bei dem Thema persönlicher Geschmack. Liebt man eher so gereifte Noten oder will man die frische, junge Frucht? Alles auch wieder Geschmackssache. |
| Lena Torres König: | Andreas, wie finde ich einen Wein, der mir schmeckt? |
| Andreas Kaul: | Im Zweifel muss man probieren. Viele tolle Weinhandlungen bieten an, dass man Wein dort direkt probieren kann, bevor man ihn kauft. Das gibt es mittlerweile auch in manchen Supermärkten mit großer Weinabteilung oder in Weingütern und Genossenschaften - überall dort, wo Wein verkauft wird. Einfach verschiedene Weine probieren und durch den Vergleich Erkenntnisse gewinnen: Was schmeckt mir besser? Dann langsam in diese Richtung weiterarbeiten. Wenn man grob weiß, was geschmeckt hat, kann man sich an die nächste Stufe herantasten: dieselbe Rebsorte, vielleicht ein anderer Wein oder ein anderes Anbaugebiet. Wir haben ja ganz viele tolle deutsche Anbaugebiete. Letztlich ist es natürlich wieder Geschmackssache. Und probieren, probieren, probieren. Damit haben wir jetzt jede Menge Fragen beantwortet. Es sind vermutlich auch jede Menge neue dadurch entstanden. |
| Lena Torres König: | Und genau die wollen wir hören. Welche Weinfragen begegnen euch immer wieder? Das wolltet ihr schon lange wissen, habt euch aber noch nie getraut zu fragen. Uns könnt ihr die einfach reinschicken und wir beantworten die hier. |
| Andreas Kaul: | Schickt die Fragen an info@deutscheweine.de mit dem Stichwort Podcast. Dann kommt das bei uns an. Schreibt gerne auch dazu, ob wir euren Namen in der nächsten Folge nennen dürfen oder sollen. Wir freuen uns auf Post. |
| Lena Torres König: | Vielleicht machen wir aus euren Einsendungen nämlich eine zweite Runde. Noch mehr Fragen, Flaschen und Fakten. Was mich interessieren würde zum Beispiel auch mal, was nervt euch beim Thema Wein? Das könnt ihr uns auch mal fragen. Warum müssen wir immer wieder über das und das reden? |
| Andreas Kaul: | Auch eine gute Idee. Wir packen euch ein paar Links in die Folgennotizen. So heißt das, wenn man Anglizismen vermeiden will. Wie geht's weiter? Was steht noch an im September? |
| Lena Torres König: | Im September findet die große Wahl der Deutschen Weinmajestät statt. Das ist ein Riesending. Die Leute lieben das. Die Leute stimmen ab über den Fernseher und gucken sich das gerne an, wie die Kandidatinnen und Kandidaten da antreten. Sie beantworten Fragen zum Wein und absolvieren auch lustige Spiele. Und es wird wieder spannend. |
| Andreas Kaul: | Am 19. September findet der Vorentscheid statt. Dort werden die Finalistinnen und Finalisten ausgewählt. Den Vorentscheid gibt's live im Netz. Oder zeitversetzt im SWR Fernsehen. Im analogen Fernsehen. Am Freitag, dem 25. September, ist das große Finale. Live im SWR-Fernsehen. Um 20.15 Uhr geht es los. Und alle Informationen dazu gibt's auf deutscheweine.de. |
| Lena Torres König: | Und der Vorverkauf für die Tickets hat begonnen. Wer live dabei sein will, kann jetzt Tickets kaufen. Link dazu auch in den Shownotes. |
| Andreas Kaul: | Ich hab grad mal nachgeschaut, es gibt noch welche. |
| Lena Torres König: | Es gibt noch welche - Stand jetzt. Wenn euch unsere Folge gefallen hat, dann folgt doch bitte gerne dem Podcast und empfehlt ihn gerne weiter. Fragen, Kritik und Anregungen könnt ihr ebenfalls an info@deutscheweine.de schicken; das kommt dann bei uns an. Und an unsere lieben Winzerinnen und Winzer draußen, die schon mit der Lese angefangen haben, mittendrin stecken, gestresst sind, aber vielleicht auch glücklich über die geilen Beerchen: einen gesunden und möglichst entspannten Herbst. Das wünschen wir euch auch da draußen. |
| Andreas Kaul: | Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. |
| Lena Torres König: | Tschüsseldorf. |
| Andreas Kaul: | Bis Baldrian. |
| Outtake | |
| Lena Torres König: | Piffche, 0,1 Liter. Sagt man in Mainz nicht eher Schnittchen statt Piffche? Bei uns sagt man Piffche. Du sagst doch nicht Piffchen. |
| Andreas Kaul: | Ich nicht. |
| Lena Torres König: | Du sagst ja nicht "Piffchen" auf Hochdeutsch. Piffche - du sagst: ein Piffche. |
| Andreas Kaul: | Piffchen, Piffchen, Piffchen. |
| Lena Torres König: | Ohne N. Piffche. Aber du trinkst vielleicht nicht so viel Piffche. |
| Andreas Kaul: | Ich trinke supergerne Piffche. |
| Lena Torres König: | Ich habe eher selten Piffche getrunken. Bist du ein Schoppetrinker? Sagst du Schoppe? |
| Andreas Kaul: | Rieslingschorle. |
| Lena Torres König: | Nein, Schorle ist etwas anderes als Schoppe. Ein Schoppe ist 0,2 Liter. Nimmst du ein Piffche oder einen Schoppe? |
| Andreas Kaul: | Einen Schoppe. Also es gibt einen Unterschied, glaube ich, sogar zwischen Rheingau und Rheinhessen. In der Weinstube war eine Halbe 0,2 Liter. Dementsprechend ist 0,4 Liter ein Schoppe. |
| Lena Torres König: | Ein Schoppe ist ein Glas Wein - ein 0,2-Liter-Glas Wein. |
| Andreas Kaul: | Piffchen. |
| Lena Torres König: | Nein, 0,4. Piffchen. |