Finale Schätzung: Weinernte 2026 auf Vorjahresniveau

20.10.26

Die bundesweite Weinmosternte wird größer ausfallen als zuletzt angenommen. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) nach Erhalt der finalen Ernteschätzungen aus allen 13 Weinbaugebieten mitteilte, wurden in diesem Jahr voraussichtlich 7,7 Mio. Hektoliter Weinmost in Deutschland eingebracht.

  • Pressemeldungen
Hauptweinlese 2026 in Deutschland außergewöhnlich früh
Hauptweinlese 2026 in Deutschland außergewöhnlich früh

Damit läge der nationale Ertrag auf der gleichen Höhe wie im Vorjahr und zehn Prozent unter dem Erntedurchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Erntemengen in den einzelnen Regionen schwanken jedoch abhängig von der Niederschlagsverteilung und der Wasserspeicherkraft der Böden relativ stark.

In den drei größten deutschen Weinbaugebieten hat sich die Trockenheit des Jahres nicht so stark auf die Erntemengen ausgewirkt, wie zunächst befürchtet. In Rheinhessen läge der geschätzte Ertrag mit 2,3 Millionen Hektolitern auf dem Vorjahresniveau und in der Pfalz, dem zweitgrößten Gebiet, mit 2,1 Millionen Hektolitern zwölf Prozent über der unterdurchschnittlichen Erntemenge von 2025. Im Vergleich zum langjährigen Mittel würden die Erträge allerdings sowohl in Rheinhessen um acht Prozent als auch in der Pfalz um fünf Prozent geringer ausfallen.

Ähnlich gestaltet sich die Situation im drittgrößten deutschen Anbaugebiet Baden, wo der Ertrag auf rund eine Million Hektoliter geschätzt wird, was einem Plus von drei Prozent gegenüber 2025 und einem Minus von zwölf Prozent im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt entspricht.

Erträge mit einem zweistelligen Plus im Vorjahresvergleich erwartet an der Nahe im Rheingau und an der Hessischen Bergstraße.

An der Mosel rechnen die Winzerinnen und Winzer hingegen mit nur 610.000 Hektolitern, was einer der kleinsten Erntemengen der letzten Jahre entspräche. Auch in Franken liegt die Weinmosternte den Schätzungen zufolge mit etwa 326.000 Hektolitern deutlich unter dem Vorjahresergebnis und 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt.

In Sachsen und Saale-Unstrut fällt das Minus zum Vorjahr zwar groß aus. Allerdings lag der Ertrag im vergangenen Jahr auch deutlich über dem Durchschnitt.

Einig sind sich alle 13 deutschen Anbaugebiete in der Beurteilung der Weinqualitäten, die aufgrund der außergewöhnlich hohen Traubenreife und dem erstklassigen Gesundheitszustand als sehr gut eingeschätzt wird. So können sich die Weinfreunde auf sehr aromatische Weißweine, konzentrierte Rotweine sowie erstklassige edelsüße Spezialitäten vom 2026er Jahrgang aus den deutschen Weinregionen freuen.

Vorausschätzung der Weinmosternte 2026 in Deutschland       (Stand 21.10.2026)

 

2026 geschätzt

2025

10-J.

Mittel

Diff. zu 2025

Diff. zu

10-J. Mittel

Anbaugebiete

hl

hl

hl

%

%

Ahr

31.000

34.000

36.000

-9

-14

Baden

1.025.000

997.000

1.164.000

3

-12

Franken

326.000

382.000

406.000

-15

-20

Hess. Bergstrasse

32.000

26.000

31.000

23

3

Mittelrhein

19.000

21.000

25.000

-10

-24

Mosel

610.000

743.000

701.000

-18

-13

Nahe

307.000

271.000

307.000

13

0

Pfalz

2.100.000

1.871.000

2.210.000

12

-5

Rheingau

200.000

169.000

213.000

18

-6

Rheinhessen

2.300.000

2.306.000

2.494.000

+/- 0

-8

Saale-Unstrut

45.000

59.000

44.000

-24

2

Sachsen

25.000

29.000

24.000

-14

4

Württemberg

700.000

740.000

885.000

-5

-21

Insgesamt

7.732.000

7.664.000

8.600.000

1

-10

Quelle: Deutscher Weinbauverband / destatis

Ansprechpartner/in