Gerhard Retter testet neue DB-Weinauswahl
Was taugt das deutsche Wein-Quartett der Deutschen Bahn, fragt sich der Sommelier im ICE auf dem Weg von München nach Hamburg.
Retter hat sich ein eigenes Weinglas mitgebracht, berichtet er in seiner jüngsten DER FEINSCHMECKER Kolumne (S. 154) in professioneller Vorbereitung seiner Verkostung von vier deutschen Erzeugnissen. Die Glaskultur im ICE sei „anständig“, befindet der Weinexperte und legt los:
- Aromen des Riesling von Peter Stolleis aus der Pfalz beschreibt der interessierte Sommelier so: Zitronenzeste, Weinbergpfirsich, Aprikose. Im Abgang auch etwas Ananas. Trocken, aber nicht asketisch, mit einer dezenten Fruchtsüße, die trägt. Die Säure ist präsent, doch nie schneidend, und nach einigen Minuten wird der Wein offener, großzügiger, komplexer, sagt Gerhard Retter anerkennend.
- (…) Der zweite Wein, ein Grauburgunder von Matthias Keth aus Rheinhessen: „gelber Apfel, reife Birne, später Honigmelone, dazu eine feine Mandelnote. Am Gaumen cremig, weich, ohne breit zu werden. Ein Wein, der sich gastronomisch sofort anbietet. Zu vielen Gerichten im Bordrestaurant funktioniert er - vermutlich sogar besser, als so mancher Gast vermutet“, konstatiert der Sommelier.
- Dann wird’s rot: „That’s NEISS Tinto Réserve aus der Pfalz - der Name, das Wortspiel, die Aromen, alles passt, befindet Retter. Dahinter steht eine Bordeauxins pirierte Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot mit Kirsche, Pflaume, Holunder, Roter Johannisbeere, dazu Pfeffer und eine feine Würze. Das Holz gibt Struktur, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Der Wein ist eher elegant als kraftvoll.“
- Der Riesling Sekt brut, Nr. 4 der Verkostung an Board, schien zunächst ausverkauft. Dann die überraschende Info: „Er steigt in Hannover zu.“ Schloss Affaltrach schuf lauf Retter einen „hell goldgelben Schaumwein mit lebendiger Perlage. Die Nase ist feinwürzig und weißblütig. Reifer gelber Apfel, Steinobst, ein Hauch Stachelbeere, etwas Mango, dazu Kräuternoten und zarte Hefewürze.“
(…) Gerhard Retters Fazit: „Die aktuelle Weinkollektion in der Bahn hat Hand und Fuß. Fahrgäste können sich über vier gute, charaktervolle Vertreter deutscher Weinkultur freuen.
Pairing im Bordbistro
• 2025 Grauburgunder Keth, Weingut Matthias Keth, Rheinhessen – zum Hähnchen-Tikka-Masala
• 2025 Riesling Peter Stolleis trocken, Weingut Peter Stolleis, Pfalz – solo oder zu Snacks und Salaten
• 2024 That’s NEISS Tinto Réserve, Weingut NEISS, Pfalz – zum Chili con Carne
• Schloss Affaltrach Riesling Sekt brut, Württemberg – als Aperitif, zu salzigen Snacks Alle: € 8,90 (0,2 l), Ausschank voraus- sichtlich bis 2029, verfügbar je nach Zug und Warenbestand
Hintergrund: Seit vielen Jahren begleitet das Deutsche Weininstitut (DWI) die Bahn bei Ausschreibung und Auswahl der Weine für die Bordbistros, und spätestens seit 2011 sind ausschließlich deutsche Anbaugebiete vertreten. Für die aktuelle Kollektion wurden 220 eingereichte Weine in zwei Blindverkostungsrunden geprüft. Diese Teil-Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung von DER FEINSCHMECKER / Michael Thiemann.
Weiterführende Informationen
Ansprechpartner/in
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Frank Schulz
Abteilungsleitung Kommunikation
DWI -
Andreas Kaul
Ressortleitung Hotellerie, Restaurant & Fachhandel