Früher Weinlesestart mit hochreifen Trauben

12.08.26

Der sonnige Sommer hat die Weintrauben in diesem Jahr sehr schnell reifen lassen. Die ersten aktuell in der Pfalz und in Baden gelesenen Trauben für den Federweißen waren bereits außergewöhnlich süß.

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Lesestart 2026: Gerhard Nett vom Weingut Nett in Neustadt/W. bestimmt die Mostgewichte mit dem Refraktometer / Harvest Kickoff: Gerhard Nett from Weingut Nett, Neustadt an der Weinstraße, checks the grape must weight with a refractometer
Lesestart 2026: Gerhard Nett vom Weingut Nett in Neustadt/W. bestimmt die Mostgewichte mit dem Refraktometer / Harvest Kickoff: Gerhard Nett from Weingut Nett, Neustadt an der Weinstraße, checks the grape must weight with a refractometer

Eine Woche vor fünfjährigem Mittel

Mit einem Lesestart in der zweiten Augustwoche beginnt die Traubenernte für den Jahrgang 2026 nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) rund eine Woche früher als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die Lese für Sektgrundweine wird ebenfalls schon in den nächsten Tagen beginnen und nahtlos in die Ernte frühreifer Rebsorten für die Weinbereitung übergehen.

Sehr gesunde Trauben

Dank der trocken-heißen Witterung der letzten Wochen erfreuen sich die Trauben derzeit in allen deutschen Anbaugebieten bester Gesundheit. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich von daher auf sehr aromatische und fruchtbetonte Federweiße aus heimischen Regionen freuen.

Keine großflächigen Schäden

Abgesehen von lokal begrenzten Hagelschlägen, die in einigen Regionen wie etwa der Pfalz, Baden oder Württemberg teilweise für erhebliche Schäden in den Weinbergen gesorgt haben, sind die Winzerinnen und Winzer in diesem Jahr bis dato von größeren Unwetterkatastrophen verschont geblieben.

Junge Reben leiden unter der Dürre

Die extreme Trockenheit bereitet vor allem jüngeren Weinbergen Probleme, deren Wurzelsystem noch nicht so stark ausgebildet ist. Hier mussten bereits im Sommer Trauben entfernt werden, um die Reben zu entlasten. Wo es ging, wurde auch bewässert. Ältere Weinberge stehen noch vergleichsweise gut da, sofern sie nicht auf leichten Böden wachsen, die nur wenig Wasser speichern können.

Kleine konzentrierte Beeren

Die Traubenbeeren sind aufgrund des fehlenden Wassers insgesamt kleiner und nicht ganz so saftig wie in normalen Jahren. Dies lässt einerseits die Moste sehr konzentriert und aromatisch werden, andererseits dürfte es sich auch auf die zu erwartenden Erntemengen auswirken.

Kühler, trocken und etwas Regen wären ideal

Für den weiteren Verlauf der Traubenreife sind die prognostizierten kühleren Temperaturen ab der kommenden Woche sehr willkommen. Wenn es zudem leichte Niederschläge zur Behebung des akuten Wassermangels gäbe und es ansonsten während der Leseperiode weitgehend trocken bliebe, wären das die besten Voraussetzungen für einen qualitativ guten Weinjahrgang 2026.

Weiterführende Informationen

  • Video-Archiv: Maschinenlese

  • Video-Archiv: Weinlese von Hand z.B. in Steillagen

  • Federweißer: So entsteht Neuer Wein

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