Radwanderweg

Die Region Saale-Unstrut, Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet, bietet dem Wanderfreund ein mit nahezu 700 Kilometern beeindruckend langes Wegenetz.

Fakten

  • 14 km

    Distanz

  • 4 Stunden

    Gehzeit

  • 140 m

    Höhe

Die Region Saale-Unstrut, Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet, bietet dem Wanderfreund ein mit nahezu 700 Kilometern beeindruckend langes Wegenetz.

Es wäre schon eine Wanderkarriere für sich, wollte man all diese Wege systematisch erkunden. Wir aber wollen uns auf die etwa 14 Kilometer lange Etappe von Naumburg nach Freyburg beschränken, die in ca. 4 Stunden zu meistern ist.

Unsere Wanderung beginnen wir in der 1012 erstmals erwähnten, geschichtsträchtigen Domstadt Naumburg. Wir gehen stadtauswärts über die Saalebrücke in Richtung des Stadtteils Henne. Der Weg führt uns hier zur ersten Sehenswürdigkeit, der Naumburger „Wein- und Sektmanufaktur“. Diese 1824 gegründete, älteste Sektmanufaktur Deutschlands, lädt uns zu einer kleinen Verkostungspause, die durch den hier produzierten perlenden Premium-Sekt eine ganz besonders erfrischende Note erhält (naumburger.com).

Nach dieser anregenden Unterbrechung setzen wir unseren Weg, dem Saaleweg folgend, zum Blütengrund fort. Dort vereinigen sich Saale und Unstrut, die beiden Namensgeberinnen der Region. Jetzt schlagen wir den Unstrutradwanderweg ein, der uns an ein einmalig imposantes steinernes Bilderbuch gelangen lässt: ein Sandsteinrelief aus dem 18. Jahrhundert, das zwölf überlebensgroße biblische Motive zum Weinbau und zur Jagd zeigt.

Gleich darauf erreichen wir das idyllisch gelegene, gut 1.000-jährige Dorf Großjena mit seinem Max-Klinger-Weinberg, der Klinger-Gedenkstätte und dem zugehörigen Museum. Auf dem Berg genießen wir ein unvergleichliches, fast schon mediterranes Ambiente. Der bedeutende Leipziger Maler, Grafiker und Bildhauer Max Klinger (1857 - 1920) fand in dieser malerischen Umgebung auf eigenen Wunsch hin seine letzte Ruhestätte, die eine von ihm selbst geschaffene Plastik mit dem Titel „Der Athlet“ schmückt. Klinger erwarb das Anwesen auf Anraten seines Arztes im Jahre 1903 und zog sich hierher zum Ausspannen und zum Arbeiten zurück. Im früheren Radierhäuschen ist eine Ausstellung über Klingers Lebensweg zu sehen; das ehemalige Wohnhaus des Künstlers ist nach umfassender Sanierung seit 2006 wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Übrigens: Der geläufige Ausdruck „Toskana des Nordens“ ist hier einst von Max Klinger geprägt worden.

Natürlich ist auch an unser leibliches Wohl gedacht – selbstgebackenen Kuchen und heimischen Wein hält das Weinbergcafé (klinger-weinberg.de) für uns bereit. Wer sich lieber mit etwas Herzhaftem stärken möchte, kann dies beispielsweise in der Weinpension „Großjena“ (weinpension-grossjena.de) tun.

Am anderen Ende des Dorfes befindet sich als weitere Sehenswürdigkeit der ehemalige Gutshof des Rittergutes Großjena mit klassizistischem Gutshaus von 1818, Lustgarten mit historischen Rosen, dem ehemals dazugehörigen Park und dem Verwalterhaus mit Orangerie.

Nachdem wir das verträumte Großjena durchwandert haben, folgen wir dem Weinradwanderweg weiter bis nach Freyburg, der Heimat des legendären Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn. Die Ausstellung im Jahnmuseum dokumentiert das Leben und Wirken dieser wohl bedeutendsten Persönlichkeit der Stadt.

Wenn wir nun in Richtung Innenstadt gehen, kommen wir bald am Herzoglichen Weinberg an der Mühlstraße vorbei, dem Schauweinberg der Region. Entstanden ist er in seiner heutigen Anlage im Jahre 1774 als barocker Weingarten mit dem typischen Weinbergshaus im Mittelpunkt. Hier können wir bei einer Führung die Arbeit des Winzers in einem Steillagenweinberg kennenlernen und uns mit amüsanten Geschichten und Anekdoten rund um den Wein aus dem Anbaugebiet an Saale-Unstrut unterhalten lassen.

Ebenfalls nicht versäumen sollten wir einen Besuch in der berühmten 1856 gegründeten Sektkellerei Rotkäppchen. Die denkmalgeschützte Kellerei empfiehlt sich mit ihren eindrucksvollen, fünfstöckig in den Felsen getriebenen Sektkellern, dem großen Lichthof und dem Domkeller, der das größte geschnitzte Cuvée-Fass Deutschlands beherbergt, als wirklich lohnendes Ausflugsziel (rotkaeppchen.de).

Als Anlaufstellen für den Weinfreund empfehlen sich weiterhin neben dem erwähnten Herzoglichen Weinberg auch das Weingut Deckert (weingut-deckert.de) und die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut (winzervereinigung-freyburg.de). Diese ist der größte Wein produzierende Betrieb in der Weinregion. Der Betrieb bewirtschaftet über die Hälfte der Flächen und verfügt über einen großen Holzfasskeller.

Freyburg besitzt einen stadteigenen Weinberg, den Schlifterweinberg. Er befindet sich hinter der Kirche und bietet Weinfreunden die Möglichkeit der „Weinpatenschaften“. Darüber hinaus gibt es im Weinberg den sogenannten „Prominentenweinberg“. Politiker, Weinköniginnen und besondere Persönlichkeiten durften hier eine Rebe unterschiedlichster Sorten setzen - mit Namensschild und Pflanzzeitpunkt.

Neben dem Schlifterweinberg ist der Aufstieg zum Edelacker und zu unserem letzten Ziel, der hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg thronenden sagenumwobenen Neuenburg, die Schwesternburg der Wartburg. Große Namen, wie Kaiser Friedrich Barbarossa, der Dichter Heinrich von Veldeke oder die Landgräfin Elisabeth von Thüringen sind beredtes Zeugnis einer glanzvollen Vergangenheit. Ein Weinmuseum lässt in den alten Mauern die über 1.000-jährige Geschichte des Weinanbaugebietes lebendig werden. Die Beherbergung ist hoch über Freyburg ebenfalls sicher gestellt, im glanzvollen Berghotel zum Edelacker (edelacker.de).

Markierung

Der Saale-Wanderweg hat ein weißes Quadrat mit blauem Balken (teilweise Fahrradweg). Den Unstrutradwanderweg ist nicht ausschließlich mit weißem Quadrat mit grünen Querbalken, sondern öfters auch mit grünem Punkt gekennzeichnet.

Charakteristik

Sehr ebener, fast durchgehend an den Flüssen Saale und Unstrut entlang führender Radwanderweg. Asphaltiert oder naturnah ausgebaut - ein Weg zum Genießen. Bei Abstechern ins Hügelland lässt sich die Aussicht genießen.

Parkmöglichkeiten

Parkplatz Vogelwiese oder Parkplatz am Postring.

Hotel- und Gastronomie-Empfehlungen finden Sie auf der Webseite des deutschen Weininstituts.

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