Terroir f bezeichnet insgesamt 21 Aussichtspunkte und Landmarken in fränkischen Weinlagen, die immer auch einen informativen Gehalt haben. Motto: Da weiß man, was man sieht. Die Terroir-f-Orte sind jeweils ganz unterschiedlich gestaltet. Rödelsee, ein Ort mit kaum 1800 Seelen am Fuße des Schwanbergs, ist Weinliebhabern durch seine einprägsame Lage „Küchenmeister“ bekannt. Der Clou ist „terroir f“, ein riesiger begehbarer Zylinder hoch über den Weinbergen, der wie ein Fernrohr auf Stelzen aussieht. Von weitem könnte man fast meinen, ein futuristisches Raumschiff aus fernen Welten sei da gelandet. Der Blick wird auf die Weinberge gelenkt. Im Inneren erfährt man auf Schautafeln alles über die Rebsorte Silvaner, die ganz in der Nähe, in Castell, vor über 350 Jahren erstmals in Deutsch­land angebaut wurde und natürlich auch die Rödelseer Weine prägt. Der Silvaner ist ja der Franken­wein par excellence; er beherrscht ansprechend frische Weine für den Alltag ebenso wie wuchtige Große Gewächse mit Format, also die vollständige Klaviatur der Qualitäten.

Seine besondere und typisch fränkische Art verdankt er eben auch dem fränkischen Terroir mit seinen Keuperböden. Diese vor rund 180 Millionen Jahren entstandenen Formationen findet man eben auch in den beiden benachbarten Rödelseer Spitzenlagen Küchenmeister und Schwanleite. Der Schwanberg und die Weinlage Schwan­leite verdanken ihren Namen wohl der keltischen Göttin Svana, deren Heiligtum sich auf dem Berg befand. Andere meinen, der Name käme von einem fränkischen Ritter namens Swanilo. Wie dem auch sei: An der „Rödelseer Röhre“ (wie manche Fans etwas despektierlich sagen) kann man sich gut zu einer Rast niederlassen und im Idealfalle eine mitgebrachte kühle Flasche Rödelseer Silvaner öffnen. Prost, Svana! Der Blick schweift währenddessen über das fränkische Rebenmeer mit den Lagen Schwanleite und Küchenmeister bis nach Kitzingen am Main. Nicht weit entfernt liegt übrigens die nicht minder bekannte Spitzenlage Julius-Echter-Berg, die der Nachbargemeinde Iphofen angehört.