Naturnahe Weine

Weinbau

Naturnahe Weine

Nachhaltigkeit gewinnt im deutschen Weinbau immer mehr an Bedeutung. Dabei gilt es, die Aspekte Ökologie, Ökonomie und Soziales in der Weinwirtschaft gleichermaßen zu berücksichtigen. Im November 2013 gründete sich der FAIR & GREEN e.V., um sich diesem Thema zu widmen und Winzer für ein nachhaltiges Wirtschaften stark zu machen.

Wie arbeiten naturnah ausgerichtete Betriebe?

Betriebe, die naturnahe Weine herstellen, legen hohen Wert auf eine nachhaltige Produktion. Weine naturnah zu produzieren bedeutet, die gesamte Betriebsführung, den Außenbetrieb, die Kellerwirtschaft und die Vermarktung im Rahmen einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbetrachtung stetig zu optimieren. Jeder Arbeitsschritt vom Rebschnitt bis zum Versand ist regelmäßig zu hinterfragen und zu verbessern. Im Außenbetrieb bedeutet das, Pflanzenschutz- und Düngemittel nach Bedarf einzusetzen. Hier gilt die Devise „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. In der Flaschenweinproduktion werden dünnwandige Flaschen und Schraubverschlüsse eingesetzt, da diese sparsamer herzustellen und zu transportieren sind. Bei der Vermarktung wird darauf geachtet, dass Speditionen beauftragt werden, die nachhaltig arbeiten, anstatt die Weine mit dem eigenen Transporter auszufahren. Es wird versucht, in allen Bereichen möglichst ressourcenschonend zu wirtschaften, zum Beispiel durch die Umstellung auf Ökostrom. Dies beeinflusst nicht nur ökologische sondern auch wirtschaftliche Aspekte, da auf diese Weise Kosten reduziert werden. Soziale Aspekte wirken sich beispielsweise über faire Bezahlung der Mitarbeiter und Weiterbildungsangebote oder auch durch die Bewahrung der Kulturlandschaft aus.

Bio ist nicht gleich Naturnah

Der Unterschied zwischen der ökologischen Anbauweise und einer nachhaltigen Weinwirtschaft ist, dass bei der ökologischen Variante zwar umweltrelevante Aspekte in den Anbaurichtlinien erfasst sind, aber soziale und ökonomische Aspekte unberücksichtigt bleiben. Eine nachhaltige Weinwirtschaft beinhaltet dagegen auch Aspekte des ökologischen Weinbaus. Ökologischer Weinbau ist ohne die Berücksichtigung sozialer wie wirtschaftlicher Aspekte jedoch nicht als nachhaltig zu bezeichnen.

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Nachhaltigkeitsmanagementsystem FAIR’N GREEN

Weltweit haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten verschiedene Programme für nachhaltige Weinwirtschaft entwickelt. 2013 gründete sich die Vereinigung FAIR & GREEN mit Sitz in Bonn. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein ganzheitliches System für nachhaltigen Weinbau zu entwickeln. Die FAIR’N GREEN-Weingüter unterliegen den Richtlinien des FAIR and GREEN e.V. Sie müssen nachweislich Prozesse im Weingut etablieren und dauerhaft betreiben, um den gesamten Betriebsablauf stetig zu optimieren. Durch die Mitgliedschaft bei FAIR and GREEN profitieren die Weingüter vom Austausch untereinander hinsichtlich Wissen, Best Practice-Lösungen und der betriebsspezifischen Bewertung. Das Nachhaltigkeitssystem FAIR’N GREEN ist – unabhängig von der Wirtschaftsweise der Weingüter – sowohl für konventionelle als auch für ökologisch wirtschaftende Betriebe interessant. Bisher sind über 30 Betriebe nach den Richtlinien von FAIR’N GREEN zertifiziert, darunter viele namhafte deutsche Weingüter, die sich damit zu ihrer Verantwortung für die Umwelt und für nachfolgende Generationen bekennen und sich öffentlich der Nachhaltigkeit verpflichten. FAIR’N GREEN wurde in engem Kontakt mit Praxis und Wissenschaft entwickelt. Es gibt einen Kriterienkatalog und eine externe Zertifizierung. So wird ein hohes Maß an Transparenz angestrebt.

Mehr Informationen unter: www.fair-and-green.de

Mitglieder bei FAIR’N GREEN: https://www.fairandgreen.de/nachhaltiger-weinbau

Bezugsquellen: https://www.natuerlich-wein.de/