Neuregelungen im neuen Weingesetz

Am 27. Januar 2021 ist das Zehnte Gesetz zur Änderung des Weingesetzes in Kraft getreten. Das novellierte Gesetz soll den Rahmen für eine stärkere Herkunftsprofilierung des Weines bilden. Weitere Details zur Umsetzung regelt die Weinverordnung, über die am 26. März 2021 der Bundesrat entscheiden soll.

Die Herkunft im Fokus

Mit der weingesetzlichen Neuregelung soll das deutsche Qualitätsweinsystem zu einem System weiterentwickelt werden, das sich - in Anlehnung an das romanische Modell - an der geografischen Herkunft eines Weines orientiert. Es folgt dem Grundsatz "je kleiner die Herkunft, desto höher die Qualität". Dabei soll jede Herkunft für ein klares Profil stehen. Grundlage dafür soll eine Herkunftspyramide sein, mit dem „Deutschem Wein“ in der Basis bis hinauf zum Lagenwein an der Spitze.


Wein – Geschmackliches Spiegelbild seiner Herkunft

Für die Qualität soll zukünftig vor allem entscheidend sein, wo ein Wein angebaut wird. Der Grundgedanke dabei ist, dass die Charakteristik eines Weines in besonderer Weise vom Terroir bestimmt wird. Der Terroir-Begriff umfasst dabei das Zusammenspiel der Faktoren Klima und Mikroklima, Bodenbeschaffenheit, Lage und Hangexposition und den Einfluss des Menschen auf den Wein. Unter dieser Prämisse soll auf die Einzigartigkeit des genutzten Standortes und seine Herkunft verwiesen werden. Bereits seit 2019 setzt das Deutsche Weininstitut mit einer Werbekampagne für heimische Weine verstärkt den Fokus auf die Geschützen Ursprungsbezeichnungen der 13 Anbaugebiete. Sie thematisiert die regionalen Herkünfte der deutschen Weine ebenso wie die Menschen, die sie erzeugen.

Geschützte Ursprungsbezeichnungen und geographische Angaben

Weine mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.), zu denen die heutigen Landweine zählen, sollen zukünftig keine Orts- und Lagenamen tragen dürfen. Diese sollen ausschließlich Weinen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) vorbehalten bleiben. Dazu gehören die heutigen Qualitäts- und Prädikatsweine aus den 13 deutschen Weinanbaugebieten.

Mit dem neuen Weingesetz beschlossen wurde, dass der Begriff „Qualitätswein“ in Verbindung mit einem Anbaugebiet auch durch die Angabe „Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung“ ersetzt werden kann. Dies gilt ebenso für den Begriff „Landwein“, für den die Angabe „Wein mit geschützter geografischer Angabe“ verwendet werden darf.

Die geografischen Angaben werden mit definierten Qualitätsmerkmalen, wie etwa einem festgelegten Hektarertrag oder Mindestalkoholgehalt, bestimmten Keltertraubensorten, önologischen oder Ernteverfahren oder auch einer festgelegten Mindestpunktzahl in der Qualitätsweinprüfung verbunden.

Begrenzung der Neuanpflanzungen

Neuanpflanzungen von Weinreben werden mit dem geänderten Weingesetz bis einschließlich 2023 weiterhin auf 0,3 Prozent pro Jahr begrenzt. 2019 wurden in Deutschland 103.079 Hektar Wein angebaut. Dementsprechend dürfen maximal etwa 300 Hektar Reben jährlich neu angepflanzt werden.

Stärkung des Marketings und der Absatzförderung

Das nationale Marketing für deutsche Weine soll der Gesetzesänderung zufolge verbessert werden. Dafür werden die Mittel der Absatzförderung um 500.000 Euro auf zwei Millionen Euro aufgestockt.