Das saisonale Vergnügen

StrausswirtschaftenStrausswirtschaften

Das saisonale Vergnügen

Hier finden Sie eine Übersicht von Straußwirtschaften in den Anbaugebieten, ergänzt durch direkte Links.


Ahr

An der Ahr finden sich Straußwirtschaften zumeist entlang des Rotweinwanderwegs, einem der bekanntesten Wanderwege Deutschlands. Schon seit 1972 führt der Panoramaweg auf 35 Kilometern Länge an allen wichtigen Weinorten des Ahrtals entlang. Klar, dass die Straußwirtschaften dabei nicht fehlen dürfen. Mal sitzt man im privaten Wohnzimmer des Winzers – das für vier Monate im Jahr zum Gastraum wird – mal in wunderschönen Hinterhöfen auf Strohballen. Die urigen Einkehrmöglichkeiten gehören einfach zum Ahrtal.

Die Öffnungszeiten variieren hier, meist sind es einige Wochen im Mai und/oder Juni, dann wieder im September und Oktober. Viele Straußwirtschaften öffnen aber auch von Mai bis November durchgehend.

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Baden

Im Weinanbauland Baden darf eine Straußwirtschaft maximal 40 Sitzplätze haben, muss eigenen Wein ausschenken und darf einfach zubereitete Speisen (aus überwiegend eigener Herstellung) servieren. „Die Strauße“, wie es hier auch heißt, darf höchstens 16 Wochen pro Jahr geöffnet sein, was meist auf zwei Perioden im Frühjahr und Herbst verteilt wird. Straußwirtschaft heißen die Ausschankstuben übrigens nur im alemannischen Sprachraum – im Schwäbischen heißen sie „Besenwirtschaften“ oder einfach „Besen“. 

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Franken

Zwischen 100 und 200 Straußwirtschaften soll es in Franken geben. Doch die Übergänge zu den regulären Weinstuben sind fließend, weshalb wohl niemand die Zahl so genau kennt. In Franken heißen die Wirtschaften zudem „Heckenwirtschaften“, was eventuell von einem Ausschankverbot für Wein und Bier aus dem 14. Jahrhundert abgeleitet werden kann: denn so mancher Ausschank geschah dennoch im Verborgenen – hinter einer Hecke. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Begriff „Hecke“ von „Häcker“ stammt, denn so wurden früher die Winzer auf fränkisch bezeichnet.

Jedenfalls mussten auch hier, wie in anderen Weinregionen, die Winzer kurz vor der Lese ihre Fässer leer bekommen, und luden dazu die Gäste in ihre Wohnstuben ein. Als Erkennungsmerkmal hing ein Blumensträußchen an der Haustür, und so galt und gilt hier der Spruch: „Wo's Sträußchen hängt wird ausgeschenkt.“ 
In Franken gelten, wie überall, Regeln für die Heckenwirtschaften: maximal 4 Monate, meist in zwei Abschnitte geteilt, teilweise nur am Wochenende, teilweise durchgehend. Auch dürfen nur maximal 40 Sitzplätze vorhanden sein, nur eigene angebaute Weine und einfach zubereitete Speisen gereicht werden.

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Mosel

An der Mosel bieten viele Winzer Weinfreunden ihre eigenen Tropfen nebst passenden regionalen Spezialitäten an, oftmals in alten Fassweinkellern, Kelterhäusern oder schönen Innenhöfen.Mehr als 50 Winzer haben sich hier zur Arbeitsgemeinschaft der Straußwirtschaften an Mosel-Saar-Ruwer zusammengeschlossen. Gemeinsam werben sie für die Straußwirtschaft, bauen das Angebot weiter aus und fördern die Qualität durch Weiterbildungsangebote sowie Erfahrungs- und Ideenaustausch und organisieren Aktionswochen.

Seit 2011 wird zudem ein Straußwirtschaftspass angeboten: Nach dem Besuch von acht verschiedenen Straußwirtschaften überreicht das achte Weingut dem Gast eine Flasche Wein. Nach Abschluss der Saison nimmt der ausgefüllte Pass zudem an einer Verlosung teil, bei der Gutscheine für Wochenendtrips auf Winzerhöfen, Verzehrgutscheine und Weinpräsente winken.

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Hessische Bergstraße

In der kleinen Weinanbauregion an der Hessischen Bergstraße gibt es nur eine Handvoll Straußwirtschaften – so etwa in Reinheim, Rossdorf, Bensheim sowie bei mehreren Winzern in Groß-Umstadt.

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Mittelrhein

Auch am Mittelrhein hat sich die alte Tradition „Wo's Sträußchen hängt, wird ausgeschenkt“ bewahrt. Viele Winzer stellen Tische und Bänke in ihre Gärten und Höfe und hängen das „Sträuß'che“ über die Tür. Hier soll es ca. 60 Winzerbetriebe mit angeschlossener Gastronomie am Mittelrhein geben. Neben dem eigenen Wein wird hier auch das angeboten, was den edlen Rebensaft vollends zum Genuss macht: „Spundekäs“, „Zwiwwelkuchen“, „Wingertsknorze“ und „Winzersüppchen“.

Nahe

An der Nahe gibt es rund 65 Straußwirtschaften, zumindest sind so viele in der „Straußenliste“ des Verbandes Weinland Nahe gemeldet. Der Verein „Gastland Nahe e.V.“ gibt jedes Jahr einen „kleinen Weingartenführer“ heraus. Auch diese Broschüre ist bei den meisten Touristinformationen und in Hotels erhältlich.

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Pfalz

Die Pfalz ist ein Kernland der Straußwirtschaften, dementsprechend viele gibt es hier. Die genussfreudigen Pfälzer lassen sich gerne zu Wein und gutem Essen nieder. Weil die Pfälzer aber auch Pragmatiker sind, sagen sie meist einfach „Woistubb“ – und unterscheiden dann nicht zwischen Weinstube, Weinrestaurant oder Straußwirtschaft, denn der Genuss wird hier überall groß geschrieben.

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Rheingau

In allen Rheingauer Weinbaugemeinden findet man „Straußwirtschaften“, die hier oft sogar zu respektablen Gasthäusern ausgebaut sind. Die einfachste, die ursprünglichste Weinausschankstelle nennt man aber immer noch „Straußwirtschaft“ – hier räumt die Winzerfamilie ihre „gut Stubb“ aus, um für eine festgelegte Zeit im Jahr den eigenen Wein an die Gäste auszuschenken.  

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Rheinhessen

Rheinhessen ist das alte Land der Kaiserpfalzen – Karl der Große residierte in Ingelheim am Rhein, Straußwirtschaften gibt es hier Dutzende, in ganz Rheinhessen werden es wohl um die Hundert sein. Die Besonderheit: Viele der Wirtschaften sind in alten „Kuhkapellen“ untergebracht – ehemaligen Ställe, die zum Schutz gegen Feuer mit Kreuzgewölben ausgestattet wurden. Heute sind die Kuhkapellen edle oder urige Weinstuben, in denen festlich getafelt und fröhlich geschmaust werden kann.

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Saale-Unstrut

Auch im ostdeutschen Weinanbaugebiet Saale-Unstrut gibt es die Tradition der Straußwirtschaften. Besenwirtschaft oder Straußwirtschaft heißen sie hier, geöffnet sind sie vorwiegend in den Sommermonaten und an den Wochenenden. Für den Weinkenner, heißt es an der Unstrut, sind Besen oder Strauß ein Zeichen, „dass in der persönlichen Umgebung des Winzers Wein aus eigenem Anbau getrunken werden kann.“ Kleine deftige Vespergerichte ergänzen das Angebot.

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Sachsen

In der östlichsten Weinanbauregion Sachsen gelten die Straußwirtschaften noch als Rarität, rund 20 sind es bislang.

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Württemberg

Auch in Württemberg gibt es Straußwirtschaften, nur heißen sie hier meist „Besenwirtschaften“. Es gibt so viele hier, dass es im Weinland Württemberg heißt: Es ist immer eine in der Nähe. 
Zu ihren eigenen Weinen reichen auch hier die Winzer deftige, bodenständige Spezialitäten wie Flammkuchen, Bibbeliskäs, Schäufele, Maultaschen oder Vesperplatten.

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