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Klasse statt Masse beim Weinexport

03.03.2016

Die deutschen Weinexporteure haben im vergangenen Jahr weiterhin konsequent auf eine höhere Wertschöpfung durch die Ausfuhr besserer Qualitäten gesetzt, mussten dafür aber Mengeneinbußen in Kauf nehmen. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) im Vorfeld der internationalen Weinmesse ProWein in Düsseldorf mitteilte, ist der Durchschnittspreis für einen Liter exportierten Wein ab Keller im vergangenen Jahr um 21 Cent auf 2,89 Euro pro Liter gestiegen.


Im Vergleich zum Jahr 2010 konnte damit ein Plus von 40 Prozent erzielt werden. Qualitätsweine, die rund drei Viertel der Exportmenge ausmachen, erfuhren im gleichen Zeitraum eine Wert­steigerung in Höhe von 41 Prozent auf 3,23 pro Liter.

„Wir sind auf einem guten Weg, den deutschen Wein in den mittleren und höheren Preissegmenten zu positionieren und die Wertschöpfung für unsere Produzenten zu erhöhen. Da allerdings Preissteigerungen in preissensiblen Märkten insbesondere im Basissegment schnell zu Auslistungen führen und die Exportzuwächse mit höherwertigeren Weinen die Absatzverluste im Basisbereich nicht kompensieren konnten, wurde in den letzten Jahren weniger Wein ausgeführt. Besonders betroffen davon waren die Russlandexporte, die zusätzlich beeinträchtigt durch die Wirtschaftssanktionen von 220.000 Hektolitern im Jahr 2010 auf 8.000 Hektoliter in 2015 eingebrochen sind“, erklärte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Insgesamt seien die Weinexporte 2015 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf eine Million Hektoliter gesunken, so Reule. Verantwortlich dafür waren auch leicht unterdurchschnittliche Erntemengen, die in den letzten Jahren zu verzeichnen waren. Insgesamt hatte der Weinexport einen Anteil von elf Prozent an der letztjährigen deutschen Weinmosternte.

Aufgrund des gestiegenen Durchschnittspreises ist im vergangenen Jahr der Umsatzrückgang im Weinexport mit fünf Prozent vergleichsweise moderat ausgefallen. Der Gesamtwert der ausgeführten deutschen Weine belief sich 2015 auf rund 300 Millionen Euro.

Rote Qualitätsweine haben daran mittlerweile einen Anteil von neun Prozent, ein Plus von zwei Prozent gegenüber 2014. „Dies zeugt von einer gestiegenen Akzeptanz und Wahrnehmung deutscher Spätburgunder und Co. im Ausland, die wir seit einigen Jahren verstärkt in unsere internationale Kommunikation aufgenommen haben“, erläuterte Reule.

Mehr als ein Viertel ihrer gesamten Erlöse erzielen die deutschen Weinexporteure mittlerweile in den USA. Dank einer elfprozentigen Steigerung des Durchschnittspreises auf 4,17 Euro pro Liter wurden 2015 in diesen wichtigen Trendmarkt Weine im Wert von 82 Mio. Euro ausgeführt.

Auf Platz zwei der Exportstatistik stehen die Niederlande mit einem Anteil von elf Prozent am gesamten Exportwert, gefolgt von Großbritannien, mit neun Prozent und Norwegen mit acht Prozent. In diese wichtigsten vier Märkte wird rund die Hälfte aller deutschen Weine exportiert. 

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