Klima & Witterung

Weinbau 

Klima und Witterung


Klimatische Anforderung

Dies sind die klimatischen Mindestanforderungen der Rebe:

  •     1.300 Stunden Sonnenschein pro Jahr
  •     eine Durchschnittstemperatur von mindestens 15° Celsius während der Rebblüte und
  •     18° Celsius während der Vegetationszeit
  •     jährliche Niederschläge von mindestens 400 bis 500 mm

Verändert der Klimawandel den Weinbau in Deutschland?

Der Klimawandel stellt die deutschen Winzer in jedem Jahr mit anderen extremen Witterungsbedingungen vor neue Herausforderungen. So fiel beispielsweise 2006 die Eisweinernte wegen des übermäßig milden Klimas aus und 2007 begann die Rebblüte so früh wie noch nie. Insgesamt gesehen profitieren die deutschen Winzer hier am nördlichen Ende des Weltweinbaus jedoch von den gestiegenen Durchschnittstemperaturen der letzten Jahre, sofern sich Ausnahmen wie der trockene Sommer in 2003 nicht regelmäßig einstellen. Die Gefahr, dass die spätreifen Rebsorten nicht die optimale Reife erlangen, besteht schon lange nicht mehr. Mit ihren traditionellen Rebsorten sind die deutschen Erzeuger damit auch für die nähere Zukunft noch gut aufgestellt.

20071122_01_08_045_A4.jpg
_MG_7850.jpg

20071119_MITTELRHEIN-0112.jpg
20071115_01_09_108_A4.jpg

Gefahr durch Frost - und mögliche Maßnahmen dagegen

Warme Temperaturen im Frühjahr sorgen immer häufiger für einen zeitigen Rebaustrieb. Dann können Nachtfröste den jungen Trieben gefährlich werden. Schon ab minus ein Grad kann es kritisch werden für die Rebe. Mit kleinen Windrädern, Heizlüftern, Frostkerzen oder gar Hubschraubern versuchen die Winzer den Frost aus den Rebzeilen zu verdrängen:

  • Kleine stationäre Windräder, etwa 20 Meter hoch, verwirbeln die Luft, so dass sich wärmere und kältere Schichten vermischen und Bodenfrost verhindert wird. Allerdings sind die Investitionskosten hoch: Mit einem rund 30.000 Euro teuren Windrad lassen sich rund fünf Hektar Weinanbaufläche vor Frost schützen
  • Den gleichen Effekt über größere Flächen hinweg erreicht man mit dem aufwendigen Einsatz von Hubschraubern. Allerdings dürfen diese vielfach erst ab der Frühdämmerung fliegen.
  • Auf kleineren Flächen können sogenannte Frostkerzen helfen: Das sind mit Paraffin betriebene Fackeln, die im Weinberg einen Sog erzeugen und so die Luft umwälzen sollen. Pro Hektar müssen jedoch Hunderte solcher Kerzen aufgestellt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
  • Obstbauern versuchen vielfach, mit Heizlüftern oder einer sogenannten Frostberegnung ihre Kirsch-, Apfel- und Birnbäume zu schützen.
  • Im biodynamischen-Anbau werden Baldrianpärparate gegen den Frost ausgebracht. Auch wenn wissenschaftlich noch weitgehend ungeklärt ist, warum und wie Baldrian die Umgebungstemperatur um bis zu 2 Grad heraufsetzt, haben Weinerzeuger damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Begrenzt kann das Mittel auch bei schon eingetretenen Frostschäden wirken.