Brände

Wein & mehr

Brände & mehr

Aus Trauben, Trester oder Wein werden feine Spirituosen gebrannt. Ein vielfältiges Angebot für die feine Tafel ist auf dem Markt. 

Ob flüssig, als Wein, Sekt und Saft, oder fest, als Tafeltraube, Rosine und Sultanine - Der Verwendungsmöglichkeit der roten und weißen Traubensorten sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Kein Wunder also, dass etliche Winzer den Rohstoff Trauben in vielen veredelten Varianten anbieten. Hier eine kurze Übersicht: 

Tresterbrand

Tresterbrand wird durch die Destillation des Weintresters, also der nach der Weinpressung verbleibenden Rückstände (Schalen, Traubenkerne, geringe Mengen an Fruchtfleisch, geringe Mengen an Traubenmost und Wein sowie Heferückstände und manchmal auch Traubenstiele) gewonnen. Die Qualität des Endproduktes hängt im höchsten Maße von der Qualität des Tresters ab. In der Regel wird der Trester erst über die Wintermonate gebrannt, da er in einer Arbeitsspitze anfällt und erst gären muss. Bis dahin wird der Weißweintrester gelagert.

Rotweintrester sollte, da er bereits vergoren ist, möglichst innerhalb weniger Stunden verarbeitet werden. Im Gegensatz dazu muss Weißweintrester erst noch einen Gärungsprozess durchlaufen, ehe er destilliert werden kann.
Viele Brennmeister schwören dabei auf die Dampfdestillation oder auf die Erhitzung im Wasserbad. Bei letzterem wird der Trester mit gleichen Anteilen Wasser gemischt und im Brennkessel durch ein Wasserbad langsam erhitzt. Bei der Dampfdestillation kommt der Trester ohne Flüssigkeitszusatz in den Brennkessel. Von unten strömt Dampf ein und verflüchtigt den Alkohol und die Aromastoffe. Erst danach setzt die Kunst des Destillierens ein. Beim Brennen entwickeln sich unangenehm riechende und schmeckende Fuselöle und andere unwillkommene chemische Verbindungen wie Methylalkohol, das essigsaure Aldehyd und der Essigsäureethylester, die sich im Vorlauf in dem „Kopf“ und am Ende in dem „Schwanz“ befinden. Trennt man zu viel von beiden ab, beraubt man den Trester eines wichtigen Teils der Frucht und der Aromen. Schneidet man zu wenig ab, gelangen gesundheitsgefährdende und geschmacksstörende Substanzen in das Endprodukt. Da sich im „Schwanz“ der höchste Gehalt an Duft- und Aromastoffen befindet, wird dieser nicht selten noch 2-4 Mal destilliert, um so die optimale Reinheit des Destillats zu erreichen.

Die eigentliche Kunst des Brennens besteht darin, die Temperatur zu bestimmen, bei der man „Kopf“ und „Schwanz“ vom feinen Herzstück trennt. Erst nachdem der Trester in Glas-, Edelstahltanks oder Holzfässern bis zu sechs Jahre oder noch länger gereift ist, wird das Produkt auf die gewünschte Trinkstärke (mind. 37,5% Vol.) herabgesetzt.


Hefebrand

Beim ersten Abstich der vergorenen Weine wird der Wein von der Hefe getrennt. Der Heferückstand wird destilliert, wobei ein dem Trester ähnliches Produkt mit einem ausgeprägten Hefeton entsteht. 

Weinbrand

Zur Weinbranddestillation wird der Wein in einer Brennblase über Dampf oder im Wasserbad erhitzt. Das weitere Brennverfahren unterscheidet sich kaum von dem Verfahren des Tresters. Auch hier ist die Qualität der Ausgangsprodukte mitbestimmend für die Güte des Weinbrandes. Der Geschmack des Weinbrands wird dann schließlich noch durch die anschließende Reifung beeinflusst, für die gerne kleinere Eichenholzfässer benutzt werden, die eine optimale Reifung ermöglichen sollen. Durch die Lagerung in Holzfässern erhält der Weinbrand auch seine typische Farbe. 

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Traubenbrand

Beim Traubenbrand handelt es sich im Gegensatz zum Weinbrand - um einen Obstler. Das Destillat wird aus der vollen Frucht oder aus Maische gewonnen, ohne Zusatz von zuckerhaltigen Stoffen, Zucker oder Alkohol. Der Alkoholgehalt im Endprodukt muss mindestens 38 Volumenprozent betragen. 

Alkoholreduzierter Wein

Entgegen weitverbreitetem Glauben gibt es keine alkoholfreien, sondern nur teilentalkoholisierte Weine. Bei der Entalkoholisierung wird ein hohes Vakuum aufgebaut, das erlaubt, über die Erwärmung des Weines auf 32 bis 36° C den Alkohol auf schonende Weise zu entziehen. Durch die sofortige Rückkühlung soll die Frische und Fruchtigkeit optimal erhalten werden. Aromastoffe, die sich während des Verfahrens verflüchtigen, werden aufgefangen und dem Wein direkt wieder zugeführt.