Unser Wein geht steil

Mit wie viel Liebe und Leidenschaft man bei einer Sache ist, zeigt sich auch darin, dass man sie sich nicht immer so leicht macht.

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Mit wie viel Liebe und Leidenschaft man bei einer Sache ist, zeigt sich auch darin, dass man sie sich nicht immer so leicht macht. Auf unserem Weingut zum Beispiel haben wir sehr alte Steillagen mit Trockenmauern, was viel Handarbeit und körperliche Anstrengung erfordert. Zum Beispiel beim Pflanzenschutz: Im Ganzkörperschutzanzug mit der Rückenspritze bis zu acht Stunden die Steillagen zu spritzen, ist natürlich deutlich anstrengender, als in der Ebene auf dem Trecker durch die Reben zu fahren. Außerdem sind die Weinstöcke auf unseren Terrassen teilweise über 70 Jahre alt und völlig gemischt gepflanzt: So findet man auf einer kleinen Terrasse von 200 Quadratmetern mitunter zehn verschiedene Rebsorten. Das macht es für unsere Freunde und Familie, die bei der Ernte mithelfen, natürlich schwierig, die Traubensorte, die geerntet werden soll, von den anderen zu unterscheiden. Andererseits sorgt es aber auch immer wieder für Spaß und Abwechslung: Wenn wir von Stock zu Stock rennen und unseren Helfern den Unterschied zwischen Müller-Thurgau, Gutedel, Morio-Muskat usw. zeigen.

Aber egal: Die Freiheit und die Tatsache, das ganze Jahr über draußen zu arbeiten, ist was uns antreibt. Und für die viele Arbeit im Weinberg wird man immer spätestens dann belohnt, wenn der neue Jahrgang auf die Flasche kommt, und wir wieder spannende Weine verkaufen und trinken können. Auch deshalb möchten wir diese Steillagen und die Mauern auf jeden Fall weiter bewirtschaften, da sie unglaublich mineralische, geschmacksintensive Trauben bringen – und zudem ein so lebendiges Ökosystem mit vielen Tieren und verschiedenen Pflanzen bilden, dass wir als Winzer bei der Arbeit umso mehr Spaß haben. Apropos Tiere: Da Frédéric Franzose ist, hält sich das Gerücht, dass die Weinbergschnecken fliehen, wenn er den Weinberg betritt. Aber das ist eine andere Geschichte.

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