Blick von der Burgruine Scharfenstein

Wenn etwas ein bisschen abseits liegt, dann kann das auch sein Gutes haben. Kiedrich liefert den Beweis. Wer ehemals am Rhein entlangkam, musste schon genau hinsehen, um das Dorf in der Kuhle auszumachen.

Fakten

  • 3 km

    Distanz

  • 1 Stunde

    Gehzeit

  • mittel

    Schwierigkeitsgrad

Wenn etwas ein bisschen abseits liegt, dann kann das auch sein Gutes haben. Kiedrich liefert den Beweis. Wer ehemals am Rhein entlangkam, musste schon genau hinsehen, um das Dorf in der Kuhle auszumachen. Nur die Burg Scharfenstein ragte aus dem grünen Gürtel der Reben hervor.

Die Hänge, an denen sich Wald entlangzog, waren von steilen Rinnen („cataracten“) durchzogen. Eine davon gab dem Ort den Namen. Nirgendwo sonst im Rheingau ist der mittelalterliche Ortskern so gut erhalten wie hier. Rund um den Marktplatz mit seinen fachwerkverzierten Fassaden gruppieren sich großzügige Adelshöfe. Die Valentinuskirche gilt als kostbares Kirchenbauwerk, ihre Orgel ist eine der ältesten Deutschlands. All das überblickt, wer sich die Mühe macht aus dem Ort zur Ruine Scharfenstein zu schlendern. Einzig der ehemalige Bergfried blieb von der Festung übrig. Zu seinen Füßen ist ein Grillplatz eingerichtet, von dem der Blick über das Dorf hinweg ins Rheintal und ins rheinhessische Hügelland reicht. Der Turm, in dem Hunderte Dohlen nisten, darf außerhalb der Brutzeit bestiegen werden. Es lohnt sich, den Schlüssel auf dem Rathaus zu besorgen, denn von der restaurierten Plattform mit der zinnenbewehrten Mauer bietet sich ein phantastischer Blick.

Die Ruine Scharfenstein liegt direkt am Rheinsteig. Aus den Weinbergen ist der markante Bergfried von weitem zu sehen. Der Weg von der Ortsmitte führt ins Kiedricher Bachtal und dann auf asphaltierten Wegen hinauf (Rheinsteig-Alternative: Serpentinenpfad); er dauert knapp 40 Minuten. Ambitionierte Radler und E-Biker schaffen die Anfahrt problemlos, für Genussradler ist eventuell Schieben angesagt. Es lohnt sich: Bergab läuft es genüsslich.