Elbling

Elbling

Der Elbling ist eine der ältesten kultivierten weißen Rebsorten in Europa. Die Winzer an der Obermosel verweisen auf eine 2000-jährige Anbautradition.

Fakten

  • 2000

    Jahre Anbautradition

  • 450

    Hektar bestockte Rebfläche ingesamt (2022)

  • 5

    Prozent der mit weißen Reben bestockten Fläche an der Mosel

Anbau

Die an der Obermosel vorherrschenden Muschelkalkböden weisen schon auf den von der Rebsorte bevorzugten Boden hin. Wenngleich die frühreifende Sorte keine großen Ansprüche an den Standort stellt, so erhält sie auf Muschelkalk doch am besten ihre typische Frische. Die Sorte verlangt Aufmerksamkeit beim Pflanzenschutz, da die dünnhäutigen Trauben Oidium- und auch Peronospora-gefährdet sind. Meist bringt der Elbling genug, mitunter reichlich Ertrag, insbesondere im Qualitätsweinbereich. Vereinzelt werden auch Qualitäten im Kabinettwein- und Spätlesebereich erzeugt.

Bedeutung

Statistisch betrachtet bewegt sich der Elbling mit 450 Hektar 2022 bei 0,4% Anteil an der deutschen Rebfläche. Im Weinanbaugebiet Mosel erreicht er jedoch mit 430 ha fünf Prozent und ist damit die drittwichtigste weiße Rebsorte. Insbesondere am südlichen Flusslauf der Mosel, der sogenannten Obermosel südwestlich von Trier und an den Hängen der Sauer gedeiht die Rebsorte. Die Anbautendenz ist leicht rückläufig.

Genuss

Leichtigkeit, Spritzigkeit und Frische zeichnen Weine und Sekte aus der Rebsorte Elbling aus. Diese macht sie zu unkomplizierten Durstlöschern für schöne Sommertage. Der Qualitätswein garantierten Ursprungs „Obermosel Elbling trocken“, abgefüllt in weiße Schlegelflaschen, erfüllt höhere sensorische Ansprüche und liefert ein einheitliches Geschmacksbild. Er empfiehlt sich zur deftigen Brotzeit, aber auch zu Fisch und Meeresfrüchten.

Geschichte

Der Elbling gehört zu den ältesten kultivierten Weißweinreben Europas. Die Römer nannten ihn vermutlich „Vitis alba“, die „Weiße Rebe“. Sprachforscher nehmen an, dass sich aus dem Wort „alba“ über die Begriffe „Alben“ und „Elben“ die Bezeichnung „Elbling“ formte. Bei Historikern überwiegt die Ansicht, dass die Römer den Elbling schon vor 2.000 Jahren nach Deutschland brachten, aber auch ein Umweg über Gallien wird für möglich gehalten. Über Jahrhunderte, vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, besaß der Elbling eine weite Verbreitung in Deutschland, seinen Nachbarregionen und auch in Osteuropa. Man nimmt an, dass die Abschaffung der Zehntweine, wofür der Elbling auf Grund der reichen Erträge gern genommen wurde, den Rückgang des Elblings begünstigte. Heute ist er in der deutschen Weinlandschaft eine Spezialität, die fast ausschließlich an der Mosel angebaut werden darf. Gerade die Winzer der Obermosel verweisen auf eine 2000-jährige Anbautradition. 

Auf einen Blick

  • Der selten zu findende „Rote Elbling“ gilt ebenfalls als Weißweinsorte und ergibt extraktreiche, lachsfarbene Weine.
  • dünnhäutige Trauben mit gutem Ertrag im Qualitätsweinbereich
  • frühreifende Sorte keine großen Ansprüche an den Standort, bevorzugt Muschelkalk
  • Aroma: zarter Duft, erinnert an Apfel

Buch-Tipp

Roter und Weißer Elbling, 750 Jahre Anbaugeschichte

Wie steht der Begriff "Schuldenzahler" in Zusammenhang mit dem Elbling?

Als "Schuldenzahler" werden umgangssprachlich Rebsorten mit hohen Erträgen bezeichnet. In Deutschland ist der Begriff zudem ein offizielles Synonym für die Rebsorte Weißer Elbling, mit dem häufig der fällige "Zehnt" gezahlt wurde.