Württemberg
Die herrlichen Stuttgarter Weinlandschaften lernt man am Besten kennen, wenn man sie über die Weinwanderwege erkundet. Einer der Schönsten beginnt in Obertürkheim am Neckar und führt über den nach Süden geöffneten Talkessel nach Uhlbach.Von dort geht es steil aufwärts, durch die Weinberge nach Rotenberg, vorbei an traumhaften Aussichtsplätzen,
interessanten Sehenswürdigkeiten nach Untertürkheim und von dort wieder entlang des Neckars zurück nach Obertürkheim.
(Wegstrecke 12 Kilometer)
Der Weinwanderweg beginnt am Bahnhof in Obertürkheim, bereits mit Blick auf die steilen Weinberge und die alles überragende Kirche, die direkt am Fuß der Weinberge liegt. Der gut beschilderte Weg führt durch das alte Obertürkheim, über die Uhlbacher Straße, vorbei am Gasthof „Wirt am Berg“, aus dem Friedrich Schiller den Namen Württemberg abgeleitet hat: „Wirtenberg“ schreibt sich von „Wirt am Berg“. Hier wäre -etwas früh- die erste Raststation mit typisch schwäbischer Küche. Wenige Meter weiter bereits die Besenwirtschaft „Zum Sonnenbesen“ und bereits wenige Meter weiter auf der rechten Seite die alte Obertürkheimer Kelter, heute Verkaufsstelle der Weinmanufaktur Untertürkheim. Im August, zur „Kirbe“ wird die rustikale Kelter, die gleichzeitig Zeugnis schwäbischer Zimmermannskunst ist, zum Festsaal geschmückt. Nach der Kelter biegt der Weg links in die Kirchsteige und mündet vor der Kirche in den Weinwanderweg. Bereits nach der Kirche hat man den ersten Blick ins Neckartal. Über den folgenden steilen Wirtschaftsweg kommt man auf einen nach rechts durch Weinberge und Obstanlagen führenden Panoramaweg nach Uhlbach. Auf halbem Weg ist links oben bereits die stattliche Rotenberger Kapelle zu sehen.
Von Obertürkheim über Uhlbach und Rotenberg nach Untertürkheim
Am Ende des Panoramawegs geht es gemütlich abwärts nach Uhlbach, dem östlichsten Stadtbezirk Stuttgarts. Uhlbach ist seit Jahrhunderten vom Weinbau geprägt, Weine vom Götzenberg sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Gepflegt werden nach den klassischen Sorten wie Riesling und Trollinger in Uhlbach auch weniger bekannte wie die Heroldrebe und in jüngster Zeit auch Chardonnay. Die Uhlbacher Kelter des „Collegiums Wirtemberg“, an der der Weg vorbeiführt, ist ebenso Zeugnis für Weinkultur wie das Weinbaumuseum, das vom 1. März bis Ende November besichtigt werden kann. Hier gibt es viel Interessantes zu sehen. Exponate aus zweitausend Jahren Weinbau lassen Geschichte lebendig werden. Außerdem können im Museumsstüble Weine aus den umliegenden Weinorten verkostet werden. Wer nun nach den ersten Anstrengungen Lust zur Einkehr hat, ist in der Weinstube Ochsen bestens bedient. Im Sommer bietet ein einladender Gastgarten unter einer über 100 Jahre alten Kastanie, die mit ihrem ausladenden Blätterdach den kiesgeschütteten Garten überdeckt, lauschige Plätze für ein genussreiches Vesper mit wohltemperierter Weinbegleitung an. Wer es einfacher mag, ist in der Besenwirtschaft „zum „Dreimädelhaus“ gut bedient.
Frisch gestärkt führt der Weg aufwärts, über die Götzenbergstraße, in Richtung
Rotenberg, mit seiner auf dem höchsten Punkt stehenden, alles überragenden Kapelle. Erbaut vom württembergischen
König Wilhelm I. für seine über alles geliebte Königin Katharina. An der Kapelle angekommen, ist einer
der schönsten und aussichtsreichsten Punkte Stuttgarts erreicht. Bei schönem Wetter reicht der Blick bis zur schwäbischen
Alb.
Nach diesem herrlichen Panoramablick führt der Weg wieder bergab, vorbei am „Rotenberger Weingärtle“. Von der Terrasse der Gaststube bietet sich nochmals ein schöner Blick hinunter nach Uhlbach. Über die Straße „Im Graben“ führt der Weg weiter zur Württemberger Straße und unterhalb des Ortes, mit Blick auf den Fellbacher Kappelberg, durch die Weinberge Richtung Tal. Auf halber Höhe liegt links mitten in den Weinbergen die Rotenberger Kelter des „Collegiums Wirtemberg“. Hier lohnt sich ein Abstecher für eine Weinprobe. Damit den Unkundigen keine Scheu überkommt, bieten die Weingärtner neuerdings unter dem Motto „5 für 5“ eine Weinprobe an. Hier kann man für 5€ fünf Weine seiner Wahl probieren. Eine gute Möglichkeit , herrliche Weine ohne Kaufzwang probieren zu können.
Die Kelter des Collegiums ist aber auch das ganze Jahr offen für zahlreiche kulturelle und genussvolle Veranstaltungen wie Jazzkonzerte, kulinarische Weinproben und Ausstellungen. (Näheres auch über den Weinfestkalender abrufbar unter www.wwg.de).
Nach der kleinen Probe führt der Weg an der Kelter und einem kurz danach folgenden historischen Weinberghäuschen
Richtung Untertürkheim. Untertürkheim können wir aber auch bereits von der herrlichen Terrasse der Kelter
sehen.
In Untertürkheim lohnt sich noch ein kurzer Blick in die über 100 Jahre alte Kelter und den Verkaufsraum der Weinmanufaktur Untertürkheim, gelegen an der Strümpfelbacher Straße.
Kein anderer Weinbaubetrieb in Stuttgart hat einen so steilen Aufschwung in Richtung Vinifikation, Weinqualität und Kundenorientierung hinter sich. Zahlreiche Auszeichnungen und Weinprämierungen zeugen davon. Es lohnt sich auch hier, die im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Weine zu verkosten.
Wohlgestärkt führt danach der Weg wieder auf Halbhöhenlage, macht einen Bogen um den Mönchberg und führt parallel begleitet vom Neckar mit herrlichem Blick bis zum Stuttgarter Fernsehturm, zurück zur Obertürkheimer Kirche und von dort hinab zum Ausgangspunkt, dem Bahnhof.
Hinweis: Der Weinwanderweg kann natürlich auch in zwei Etappen begangen werden. Von Uhlbach führt die Buslinie 61 direkt zurück zum Obertürkheimer Bahnhof.



