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Weingut Kloster Marienthal: Einstige Staatsdomäne in alten Gemäuern

Höhepunkte der Weinkultur: Ahr
Es war einst das älteste Kloster an der Ahr, der Nonnenkonvent der Augustinerinnen bei Dernau. 1137 wurde das Kloster Marienthal gegründet, und für die religiösen Frauen war das Leben offenbar nicht leicht: Von Prozessen und Ärger mit den Nachbargemeinden ist in alten Annalen die Rede, auch sorgte der Hubach für häufige Überschwemmungen.
 

Sieben Werkstätten beherbergte das Kloster, darunter auch eine Brennerei und ein Gästehaus – und natürlich besaß man "Weingärten". Heute blüht in den Ruinen der alten Mauern wieder neues Leben: 2004 kaufte ein Zusammenschluss von Winzern der Marienthaler Umgebung die ehemalige Staatsdomäne. Kloster Marienthal wurde wieder zu einem privaten Weingut.

Bis zum Dreißigjährigen Krieg konnten sich die Nonnen in Marienthal halten, dann – im Jahr 1632 – plünderten die Schweden das Kloster, 1646 brannten die Franzosen es nieder. Der Wiederaufbau begann 1699, der Garten wurde erweitert und bekam im Jahr 1762 sogar einen Gartenpavillon, der bis heute erhalten ist. Doch 1802 kam das endgültige Aus: Der französische Kaiser Napoleon Bonaparte verfügte nach der Eroberung der Lande die Säkularisierung der Klöster, danach wurden die Gebäude verkauft, das Gotteshaus verfiel zur Ruine. Zum Zeitpunkt der Auflösung hatte das Kloster einen Küfer samt Gesellen beschäftigt, so berichten es die Annalen, dazu "vier Diener für die Weinbergskultur".

Wein wurde auch danach weiter angebaut, von wechselnden Besitzern. 1910 ließ einer von ihnen ein großes Herrenhaus errichten, das bald von der Ahrtalbahn als Verwaltungsgebäude gekauft wurde. 1925 wurde das Anwesen zur Preußisch Staatlichen Weinbaudomäne Marienthal. 1952 wurde ein Teil der 19 Hektar Rebhänge in eine Versuchsanstalt des Landes Rheinland-Pfalz zur Züchtung neuer Rebsorten umgewandelt. Von 2004 an entstand in den alten Ruinen von 1137 ein modernes Weingut mit Gutsauschank, das von den Winzergenossenschaften Dagernova und  Mayschoß-Altenahr sowie den privaten Weingütern Brogsitter und Meyer-Näkel gemeinsam betrieben wird. Im Gartenlokal kann man bei einem Glas Spätburgunder und hausgemachten Flammkuchen mit Blick auf die Ruine und in die Weinberge die Seele baumeln lassen.



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