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Spannendes Ensemble: massiver Putzbau und transparente Glas-Stahl-Konstruktion

Vinothek Iphofen, Iphofen, Franken
Im Zentrum des fränkischen Weinstädtchens Iphofen, zwischen dem barocken Rathaus und der Stadtpfarrkirche St. Veit, befindet sich ein Bau-Ensemble, das historische und hochmoderne Architektur in einen spannenden Dialog zueinander setzt.
 

Ausgangspunkt war ein zweigeschossiges Barockanwesen, das einst vom Messner der Veitskirche bewohnt wurde. Die Stadt Iphofen ließ das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 17. Jahrhundert sanieren und um einen Anbau erweitern. Ziel war es, einen architektonischen Rahmen zu schaffen, in dem die kulturelle und weinbauliche Vielfalt Iphofens adäquat präsentiert werden konnte. Der so entstandene Baukomplex trägt den Namen „Vinothek Iphofen“ und beherbergt auf rund 600 m² Fläche in vier Ebenen neben den Räumlichkeiten zur Weinpräsentation auch die Tourist-Information, eine Galerie für Wechselausstellungen, Tagungs- und Seminarräume und einen Gewölbekeller. Ein Weinbistro und ein Bauernladen, in dem regionale Erzeugnisse verkauft werden, runden das Angebot ab.

Vinothek Iphofen, Franken
  Foto: www.deutscheweine.de, Abdruck honorarfrei

Die Vinothek, in der die Iphöfer Winzer neben Wein auch Winzersekte und Destillate präsentieren, befindet sich im neu errichteten Anbau. Selbstbewusst wie die Weinbauern, die innovativ und international ausgerichtet sind, sollte auch die Architektur ihrer Präsentations- und Verkostungsräume sein. Dieser Maxime folgte Walter Böhm vom Architekturbüro Böhm + Kuhn im benachbarten Markt Einersheim und stellte dem massiven Mauerwerk des Barockanwesens einen leichten, transparenten Stahl-Glas-Anbau zur Seite. Lamellen, die vor der Glasfassade angebracht sind, sorgen für zusätzliche Struktur.

 Foto: www.deutscheweine.de, Abdruck honorarfrei

Der markante Neubau nutzt die angrenzenden Bruchstein- und Fachwerkwände des barocken Bestands und bindet sie harmonisch ins Raumkonzept mit ein. Innenarchitekt Andreas Weber aus Herrsching unterstreicht mit seiner Raumgestaltung die moderne, klare und akzentuierte Linienführung. Im Obergeschoss wurden Dielen aus Iphofer Roteiche verlegt – eine Holzart, die wegen ihrer mineralisch roten Verfärbung zunächst als Ausschuss galt, jedoch von den Ratsmitgliedern und Winzern als heimischer Rohstoff ausdrücklich gewünscht wurde.

Trotz der Gegensätze des Baukomplexes harmonieren der wuchtige barocke Putzbau und die lichtdurchflutete Glas-Stahl-Konstruktion aufs beste miteinander und strahlen eine heitere Atmosphäre aus, die zum Verweilen einlädt – entweder im Probierraum der im Jahr 2000 eröffneten Vinothek oder auf der Terrasse im Innenhof.



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