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Sektmarkt um mindestens 6,7% gewachsen

Der Sektmarkt in Deutschland ist in 2009 um mindestens 6,7 Prozent gewachsen. Das Weihnachts- und Silvestergeschäft ist in dieser Angabe noch nicht enthalten, so der Verbandes der Deutschen Sektkellereien.
 

Im Durchschnitt trinken die Deutschen jährlich pro Kopf rund 45 Gläser Sekt, Champagner, Prosecco und andere Schaumweine. Den Absatz berechnet das Statistische Bundesamt anhand der zu versteuernden Schaumweinsorten, zu denen auch Fruchtschaumweine gehören mit einem Alkoholgehalt von weniger als 6 Prozent. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch schließt nur Bürger ab 15 Jahren ein. ( Winzersuche: Fragen Sie nach Winzersekt! PLZ-Bereich eingeben ).

Von knapp 1200 Schaumweinproduzenten in Deutschland produzieren rund 880 in Rheinland-Pfalz. Bei der Abgabenmenge steht jedoch Sachsen-Anhalt an der Spitze. Dort produzieren nur sechs Betriebe gut eine Millionen Hektoliter Sekt (Quelle: Statistisches Landesamt RP, Bad Ems).
Rang 2: Rheinland-Pfalz mit 774.000 Hektolitern
Rang 3: Hessen mit 545.000 Hektolitern

Lange Sekt-Tradition in Deutschland
Winzersekte und -seccos sind nicht nur perfekte Party-Drinks, sondern auch ideale Gastgeschenké zu jedem Fest. Die Ursprünge des Sektes stammen aus Frankreich, wo bereits um 1540 die ersten Schaumweine entstanden. Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Technik weiter entwickelt und Schaumweine über die Grenzen Frankreichs bekannt. Sekt hat auch in Deutschland eine lange Tradition. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden bei uns die ersten Sektkellereien. Die älteste deutsche Sektkellerei ist nach eigenen Angaben die 1826 in Esslingen gegründete Sektkellerei Kessler.

Kaiser Wilhelm II führte 1902 eine Sektsteuer ein, um unter anderem die damalige Kriegsflotte zu finanzieren. Die Sektsteuer in Höhe von rund 1 Euro pro Flasche besteht seitdem bis heute.

Winzersekt - Genuss mit persönlicher Widmung
Die Sekttradition wird heute von vielen Weingütern weiter gepflegt. Für die Herstellung seines Winzersektes muss der Winzer hohe Qualitätsstandards einhalten. Er darf für den Sektgrundwein beispielsweise nur Trauben aus eigenen Weinbergen verwenden. Folglich tragen diese Sekte die Handschrift des Winzers wie eine persönliche Widmung. Er bestimmt ihre Persönlichkeit in allen Details, von der Zusammensetzung der Grundweine bis hin zur Geschmacksrichtung. Außerdem müssen alle Winzersekte nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt werden:

Klassische Flaschengärung
Für einen guten Sekt benötigt man zuerst einmal einen guten Grundwein. Diesem wird dann Zucker und Hefe hinzugefügt und es beginnt eine zweite Gärung. Im Zuge dieser Gärung entsteht das CO2, das den Sekt später im Glas so schön perlen lässt. Bei der Urmethode der Sektherstellung, der Méthode champenoise, wie auch der klassischen Flaschengärung, findet die zweite Gärung in der einzelnen Flasche statt. Winzersekt ruht und reift mindestens neun Monate, manchmal Jahre, auf seiner Hefe im dunklen und kühlen Keller.

Danach werden die Flaschen waagerecht in so genannte Rüttelpulte gesteckt, vier Wochen lang täglich gedreht und gleichzeitig immer steiler mit dem Kopf nach unten aufgerichtet. Nach diesem aufwändigen Prozess hat sich die Hefe vollständig im Flaschenhals angesammelt. Die Flaschenhälse werden in eine Kältesole getaucht, sodass die Hefe gefriert. Wird die Flasche nun geöffnet, platzt der Hefepfropfen heraus. Der geringfügige Verlust in der Flasche wird ausgeglichen, die Flasche wieder mit einem Stopfen verschlossen und mit einem Draht - der so genannten Agraffe - gesichert.

Da der Begriff der Méthode champenoise seit vielen Jahren den Erzeugnissen aus der Champagne vorbehalten ist, bezeichnet man in Deutschland Sekte, die nach diesem Verfahren hergestellt wurden, mit "traditionelle" oder auch "klassische Flaschengärung".

Cremants - Fein, aber selten
Deutschen Winzersekt findet man bisweilen auch unter der Bezeichnung �Crémant�, verbunden mit dem Namen des Herkunftsgebiets, beispielsweise "Baden Crémant". Voraussetzung hierfür ist, dass der Schaumwein - wie auch beim Winzersekt - 9 Monate auf der Hefe gelagert und im klassischen Flaschengärverfahren hergestellt wurde. Cremants zeichnen sich dadurch aus, dass die Trauben für die Grundweine sehr schonend durch Ganztraubenpressung verarbeitet wurden. In Rheinland-Pfalz dürfen sie nur aus definierten, gebietstypischen Rebsorten hergestellt werden.

Cuvées - eine Spezialität
Cuvée nennt man eine Mischung von Weinen aus unterschiedlichen Rebsorten, verschiedener Herkunft und/oder verschiedener Jahrgänge. Große Sekthäuser stellen Cuvées her, um über die Jahre gleichbleibende Qualitäten und Geschmacksprofile zu gewährleisten. Eine besonders edle und durchaus auch modische Version, die zur Zeit von vielen Weingütern angeboten wird, ist die Cuvée aus Weinen verschiedener Burgundersorten, die dann oftmals als "Pinot", der französischen Bezeichnung für Burgunder, angeboten werden. Zu den Pinots zählen beispielsweise Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder oder auch der Schwarzriesling, der im francophonen Sprachraum "Pinot Meunier" genannt wird. Eine Pinot Cuvée aus roten und weißen Rebsorten kann eine leicht roséfarbene Farbe aufweisen oder aber auch ein weißer Sekt sein, wenn die Rotweintrauben zuvor wie bei der Weißweinherstellung behandelt wurden.

Auf die Perlen kommt es an
Der Sektschaum hat dem "Schaumwein" seinen Namen gegeben. Das Aufschäumen nennt man auch "Moussieren". An dem Mousseux kann man die Qualität eines Sektes ablesen: Je feiner die Perlen sind, desto edler ist der Sekt, und je länger das Perlen im Glas anhält, desto inniger war die Kohlensäure mit dem Wein verbunden.

Das Moussieren setzt zudem die Flüssigkeit in Schwingung, was wiederum der Schwingung des Glases beim Anstoßen entgegen wirkt. Deshalb klingt es nicht, wenn man mit Sektgläsern anstößt. Übrigens: je weniger es klingt, desto mehr Kohlensäure enthält der Sekt.

Beim Öffnen der Flasche sollte man darauf achten, dass der Schaum nicht explosionsartig aus der Flasche entweicht. Denn dabei reißt er viel Kohlensäure mit, die später dem Sekt im Glas fehlt. Je ruhiger das Perlen beginnt, desto länger wird es anhalten. Wichtig für den optimalen Sektgenuss ist die richtige Trinktemperatur, denn kühl serviert schmecken Sekte am besten. Grundsätzlich sollte junger Schaumwein kühler getrunken werden als älterer. Als Richtwerte gelten die folgenden Serviertemperaturen:

Weißer Sekt: 5 - 7° C
Rosé-Sekt: 6 - 8° C
Roter Sekt: 9 - 11° C

Um diese Temperaturen zu erreichen, sollte man den Sekt nicht im Tiefkühlfach schockfrosten, denn eiskalt verliert er sein Aroma. Die ideale Trinktemperatur erreichen die Flaschen nach ca. 3-4 Stunden Lagerung im Kühlschrank.

Geschmacksstufen beim Sekt

Zuckergehalt unter 3 g/l, kein Zuckerzusatz nach der 2. Gärung = Geschmacksrichtung "brut natur(e)", "natur-herb", "dosage zéro", "pas dosé"
0-6 g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung "extra brut", "extra herb"
0-12 g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung "brut", "herb"
12-17 g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung "extra trocken", "extra dry", "extra sec"
17-32 g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung "trocken", "sec", "dry", "secco"
32-50 g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung "halbtrocken", "demi-sec", "medium dry"
Über 50 g Restzucker pro Liter = Geschmacksrichtung "mild", "doux", "dolce", "sweet"

Secco - Das prickelnde Erlebnis der leichten Art
Hinter dem Begriff Secco, der von seinem italienischen Verwandten, dem Prosecco abgeleitet ist, verbirgt sich ein deutscher Wein, der mit weineigener, aus der Gärung stammenden Kohlensäure "verperlt" wurde. Das verschafft ihm das gewisse Prickeln. Die gesetzliche Bezeichnung lautet entsprechend Perlwein. Im Gegensatz zum Sekt haben Seccos also keine zweite Gärung durchlaufen.

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen und die Ventilatoren im Dauerlauf surren, ist Secco der Liebling der Saison. Die frischen, prickelnden Perlweine aus Deutschland begleiten beschwingt die sonnigsten Zeiten des Jahres. Namen wie "Primasecco" oder "Rheingauer Leichtsinn" signalisieren entspanntes, verspieltes Genießen auf die leichte Art. Seccos passen zum beschwingten Lebensgefühl der unkomplizierten Genießergeneration, das sich einstellt, wenn ein heißer Tag einen lauen Abend auf der Terrasse verspricht.

Bevorzugte Rebsorten sind Riesling und Weißburgunder, aber auch bukettreiche Rebsorten wie Bacchus, Gewürztraminer und Muskateller finden sich in einigen Cuveés gerne perlend wieder. Sie schmecken am besten jung und frisch und sind in der Regel nicht für eine lange Lagerung von mehreren Jahren vorgesehen.

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Wein-Begriffe kurz erläutert