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Pfedelbach: Fürstenfass und Herrschaftskelter

Höhepunkte der Weinkultur: Württemberg
In dieser Landschaft markieren Weinkeltern die Wege: Zwischen Öhringen und Pfedelbach standen einst acht Weinkeltern. Sie hießen Pfaffenkelter, Meisenkelter oder Wacholderkelter, die meisten sind verschwunden, doch Keltersteine erinnern noch an sie und ein Wanderweg, der die alten Stätten verbindet.
 

Sie sind Marksteine einer wohl 2000 Jahre alten Weinbaukultur, denn wahrscheinlich brachten schon die Römer den Weinbau in die Region. Der Weinort Pfedelbach entstand wohl im 11. Jahrhundert, 1037 wird er erstmals in einer Urkunde erwähnt. Die Römer waren aber schon um das Jahr 150 nach Christus hier: Durch Pfedelbach verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes, der seit 2005 Weltkulturerbe der Unesco ist.

Der Weinbau kann keine kleine Rolle gespielt haben, im Jahre 1604 entsteht jedenfalls der "Lange Bau", ein langgestrecktes Fachwerkhaus mit einem 70 Meter langen und 12 Meter breiten Herrenkeller - groß genug, um darin mehrere hunderttausend Liter Wein zu lagern. Heute dokumentiert hier das Pfedelbacher Weinbaumuseum die Geschichte des Rebenanbaus in der Region. Das Prunkstück ist das drittgrößte Weinfass Deutschlands: das Fürstenfass von 1752, in Auftrag gegeben von Fürst Joseph zu Hohenlohe-Waltenburg-Pfedelbach - mit sagenhaften 64 664 Litern Fassungsvermögen. Letztmals wurde es 1828 mit dem Zehntwein für den Fürsten gefüllt, der ihn an seine Truppen ausgab.

Hier, im historischen Fürstenfass-Keller, wurde 1950 die Weinkellerei Hohenlohe gegründet, von damals 14 Winzern. 450 Weingärtner aus 16  Weinbauorten kultivieren heute ihre Trauben für die "Fürstenfass-Weine", die Kellerei selbst hat ihren Sitz in Bretzfeld-Adolzfurt. 

Der Weg der Keltern aber hört am Weinbaumuseum noch lange nicht auf: Im Pfedelbacher Ortsteil Heuholz steht eine der ältesten noch erhaltenen Herrschaftskeltern in Nordwürttemberg. Die Fürstlich-Hohenlohische Herrschaftskelter entstand im Jahr 1740 als Gemeinschaftskelter der Fürstenhäuser Hohenlohe-Waldenburg und Hohenlohe-Öhringen. Die stützenfreie Dachkonstruktion über einer Grundfläche von 15 mal 18 Metern war eine zimmermannstechnische Meisterleistung. Die Kelter ist heute im Eigentum eines Privatmannes und wurde 1990 aufwändig saniert.



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