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Rheingau

In diesem Anbaugebiet wandelt man auf Goethes Spuren, sogar die englische Königin Viktoria hat hier schon Trauben genascht und vom Rheingauer Wein geschwärmt.
 

Ein Grund für dessen hohe Qualität sind die gen Süden gerichteten Rebhänge des Rheingaugebirges, die mit den alten Schlössern und Klöstern eine stimmungsvolle Verbindung eingehen. Wo der Rhein auf seinem Weg von Süd nach Nord auf einer Strecke von rund 35 Kilometern in westlicher Richtung fließt, am berühmten Rheinknie also, erstreckt sich auf der rechten Flussseite der Rheingau. Auch die Gegend um Hochheim und Lorch schließt er mit ein.
Der Rheingauer-Riesling-Pfad (oder die Riesling-Route für Autofahrer) beginnt in Wicker am Untermain, passiert die hübschen Dörfer Eltville, Östrich und Rüdesheim und endet in Lorchhausen. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite blickt man zuerst ins Rheinhessische, später sieht man die Nahe in den Rhein münden, danach beginnt auf der linken Rheinseite das Anbaugebiet Mittelrhein.
Der schönste Teil der Riesling-Strecke verläuft zwischen Eltville und Lorchhausen (gekennzeichnet durch einen gelben Weinbecher auf grünem Grund, Beschreibung dieses und weiterer Wanderwege siehe www.rheingau.de oder www.rheingau-taunus-info.de).

Rotweininsel im Rieslingmeer
Wer Rheingauer Wein trinkt, in dessen Glas funkelt zumeist Riesling. Rund 80 Prozent der Anbaufläche sind mit dieser edlen Rebsorte bepflanzt - mit einer Ausnahme: die Weinberge um Assmannshausen bringen vorzügliche Rotweine (zumeist Spätburgunder) hervor. Diese fanden schon Goethe, Brentano und Fontane vorzüglich. Auch wegen des Motorroller-Museums (täglich geöffnet von 19 bis 18 Uhr, außer montags) lohnt Assmannshausen den Besuch. Heute führt eine Sesselbahn (www.seilbahn-assmannshausen.de) hinauf zum Niederwalddenkmal, von der Germania aus eröffnet sich eine herrliche Sicht über das Rheintal. Anschließend kann man weiter nach Rüdesheim gondeln oder den hübschen Weg durch die Weinberge wählen. In Rüdesheim beginnt der Welterbe-Abschnitt des Mittelrheintals (www.welterbe-mittelrheintal.de).

Mechanische Singvögel und die Drosselgasse
Obwohl sie nur 150 Meter lang ist, gehört sie zu den berühmtesten Gassen Deutschlands: Die Rüdesheimer Drosselgasse. In dieser „fröhlichsten Gasse der Welt“ kann man beim Lindenwirt sogar in Fässern übernachten (www.drosselgasse.de). Gar nicht fröhlich geht es im spannenden Foltermuseum in der Oberstraße zu (www.foltermuseum.com, geöffnet täglich von April bis November von 10 bis 18 Uhr, von Januar bis März am Wochenende von 11 bis 17 Uhr). Danach tut es zur Lösung der Anspannung gut, die weltgrößte Sammlung selbstspielender Musikinstrumente im Brömserhof zu besuchen (www.siegfrieds-musikkabinett.de). Hier hüpfen Vögelchen aus Spieldosen, bewegen den Schnabel und flattern mit den Flügeln (geöffnet von März bis Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr). Auch das Weinmuseum (www.rheingauer-weinmuseum.de, geöffnet von März bis Oktober) in der Brömserburg wie auch eine Besichtigung der Brennerei Asbach sind empfehlenswert. 

Stille in der Abtei und im Wispertal
Wen es nach dem quirligen Rüdesheim nach Ruhe verlangt, der kann die Stille in der Benediktinerinnen-Abtei Sankt Hildegard erfahren. Diese ist nach der heiligen Hildegard von Bingen benannt, die im nahen Kloster Eibingen wirkte. Die Schwestern sind überaus rührig, im Herbst lesen sie ihren Klosterwein mit der Hand, Ende Oktober feiern sie Erntedank und fahren mit dem Traktor durch die Weinberge. (Weinlese-Tagebuch unter www.abtei-st-hildegard.de).
Um Lorch verläuft ein besonders schöner Abschnitt des Rieslingpfades. Ledige junge Damen, die noch auf Männer-Suche sind, sollten nach Lorchhausen reisen: Der kleine Ort ist der Sitz des ältesten Junggesellenvereins in Deutschland, der „Sammelstelle für hoffnungsvolle Jungmänner des Ortes“. Der Bach Wisper mündet zwischen diesen beiden Orten in den Rhein. Das Wispertal schlängelt sich quer durch das Rheingauer Gebirge, hier lässt sich fein wandern und rasten. Zum Beispiel in der Alten Villa, einem ehemaliges Jagdhaus inmitten von Wald und Wiesen (www.alte-villa.net).

Fässer in alten Kellern...
Weinbau lag im Rheingau lange Zeit in den Händen von Adel und Orden, die dem Wein zu seiner Bekanntheit verhalfen. Zisterzienser gründeten Kloster Eberbach (www.klostereberbach.de, täglich geöffnet, Führungen an Wochenenden um 15 Uhr), einem der besterhaltenen Klöster der Welt. Hier fanden die Innenaufnahmen zum Film „Der Name der Rose“ statt.
Auch traditionsreiche Weingüter wie die Schlösser Vollrads und Reichartshausen im hübschen Hattenheim sind Kennern ein Begriff. Auf Schloss Johannisberg haben Mönche 1775 die erste Spätlese gekeltert (im Tagebuch des Spätlesereiters Karl kann man unter www.apitz-kunkel.de/AKStart/index.htm lesen), sonntags finden um 14:30 Uhr Weinproben im historischen Holzfasskeller statt (www.schloss-johannisberg.de, Kosten: 14 Euro).

... Musik in alten Gemäuern
Von E-Musik über Jazz und Kabarett bis hin zur Klassik reicht das Programmspektrum des Rheingauer Musik-Festivals. Die mehr als 100 Konzerte finden unter anderem in der Eberbacher Basilika oder auf Schloss Johannisberg statt (www.rheingau-musik-festival.de). Im Juni beginnen die Eltviller Burghofspiele (www.burghofspiele.de). Das Brentanohaus in Winkel widmet sich gutem Essen und der Literatur (www.brentano.de, Besichtigung der Zimmer Goethes zu festen Terminen). Im gleichen Ort steht das „Graue Haus“, es gilt als die älteste Weinstube Deutschlands. Überaus nobel schlemmen kann man während des Rheingauer Gourmet- und Weinfestivals, etwa beim „Winemaker´s Dinner“. Hier sitzt der Erzeuger mit an der Tafel (www.rheingau-gourmet-festival.de).

Lamatrekking um die Hallgartener Zange
Idyllisch im Wald liegt Hallgarten, die „Hallgartener Zange“ oberhalb des Ortes überrascht mit einem exklusiven Blick auf Rhein und Reben. Hier lässt sich gut picknicken, vor allem mit einem Lama als Lastenträger. Auf der Kisselmühle bei Kloster Eberbach sind rund 100 Lamas und Alpakas zu Hause (www.kisselmuehle.de, eine Halbtagestour kostet 15 Euro, Kinder zahlen die Hälfte). Wem die Lamas nicht ganz geheuer sind, der kann auch per Helikopter, auf einem Pony oder in der Kutsche des Ebentaler Hofs den Rheingau erkunden (www.ebental.de, geöffnet von März bis November von 9 bis 19 Uhr, im Winter nur nach Anmeldung – Anfahrt Rüdesheim in Richtung Presberg). Nach einer Tour kann man in einer der zahlreichen Rheingauer Weinstuben einkehren.

Schifffahrt zur Mariannenaue
Oder wie wäre es mit einer Fahrt (www.k-d.com; www.primus-linie.de) auf dem Rhein? Ein besonderes Schmankerl ist die Strecke rund um die Naturschutzinsel Mariannenaue. Von Ostersonntag bis September lässt ein Schiff dafür die Leinen los, Abfahrt ab Östrich, Hattenheim oder Eltville (www.charterliner.de). Anschließend kann man in der Eltviller Vinothek Weine von 20 verschiedenen Weingütern kosten (www.eltvilller-vinothek.de, ). Wenn behütete Damen in adretten Kostümen sich bei Herren in Gehrock und Zylinder unterhaken und dabei ihren Sonnenschirm drehen, dann ist wieder Sekt- und Biedermeierfest in Eltville (alljährlich Ende Juni/Anfang Juli). An der Promenade des Rheinufers lässt sich aber auch ohne eine solche Ausstattung wunderbar flanieren. Je weiter der Abend voranschreitet, desto weniger macht das Biedermeierfest seinem Namen Ehre - zum Glück. Während des ganzen Jahres besteht die Möglichkeit, sich von Gästeführern im Biedermeier-Kostüm begleiten zu lassen, etwa auf Gutenbergs Spuren, auf dem Mühlen-Weg oder durch den Eberbacher Cabinetkeller (Themenführungen siehe www.eltville.de)

Tipp für Kinder
Im Taunuswunderland (www.taunuswunderland.de) bei Schlangenbad wird es exotisch: Papageien flattern umher, im Dschungelturm kann man kraxeln und anschließend auf einer Riesenrutsche ins Tal sausen. Die ganz kleinen Gäste nehmen ein Bällchenbad und bestaunen die Märchenfiguren, die Größeren entern das Piratenschiff oder fahren in der Wildwasserbahn. Geöffnet ist der Park von März bis Oktober von 9:30 bis 18 Uhr, Erwachsene zahlen 13,50 Euro, für Kinder kleiner als einen Meter ist der Eintritt frei. In Schlangenbad selbst lockt ein landschaftlich schön gelegenes Thermalbad (www.schlangenbad.de).

Weinfest-Empfehlung
Eines der bei den Rheingauern beliebtesten Feste huldigt nicht in erster Linie dem Wein, sondern der Erdbeere. Beim Erbacher Erdbeerfest im Juni schnippeln fleißige Helfer die süße Frucht kiloweise in Stückchen und setzen mit prickelndem Sekt eine köstliche Bowle an. Die Stände rund um den Marktplatz offerieren kulinarische Leckerbissen, sodass die Party meist erst in den frühen Morgenstunden endet.

Zum größten Weinfest im Rheingau lädt alljährlich am ersten Juliwochenende Hochheim am Main. Auf den gepflasterten Altstadtgassen und Plätzen bieten mehr als 150 Stände Köstlichkeiten, Kunst, Unterhaltung und natürlich Wein und Sekt an. Womöglich kommt dieser sogar vom Königin-Viktoria-Berg, die Queen zeigte sich bei ihrem Besuch 1850 begeistert vom Hochheimer Wein.

Außerdem
In Kronberg im Taunus gefällt es nicht nur der Haute Volée, sondern auch Haselhuhn, australischem Süßwasserkrokodil und mesopotamischem Damhirsch: Die Artenvielfalt des Opel-Zoos ist toll (www.opel-zoo.de). Der Zoo gliedert sich in die Regionen Polar, Kontinental, Gebirge, Wüste, Savanne, Tropen, Meer und Süßwasser sowie Haustiere (geöffnet ist der Zoo von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit). Tiere, die es gar nicht mehr gibt, bevölkern das Frankfurter Senckenberg-Museum (www.senckenberg.de): Dinosaurier. Auf drei Etagen werden außerdem ägyptische Mumien und eine Anakonda, die ein ganzes Wasserschwein verschlingt, gezeigt (täglich geöffnet von 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr). Erwachsene zahlen fünf Euro, Kinder die Hälfte.

In der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden kann man wie einst Dostojewski sein Glück in der Spielbank versuchen (Führungen mit Demospiel unter www.spielbank-wiesbaden.de) oder auf Gesundheit und Wohlbefinden setzen: Das Freibad Maaraue und das Aukammbad locken (sämtliche Bäder unter www.wiesbaden.de), in der luxuriösen Kaiser-Friedrich-Therme lässt sich vorzüglich in Finnischer Sauna oder Russischem Dampfbad schwitzen (Erwachsene zahlen für vier Stunden 17,50 Euro). Kurhaus und Theater im Rokoko-Stil (www.staatstheater-wiesbaden.de) werden dem Nobel-Image Wiesbadens gerecht, die fünf goldenen Zwiebeltürme der Griechischen Kapelle glänzen auf dem Neroberg (Auffahrt von Karfreitag bis Oktober mit der Nerobergbahn, www.nerobergbahn.de). Im August findet hier die Weinwoche statt, auf welcher der ganze Rheingau vertreten ist.

 
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