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Geologische Vielfalt bestimmt Weinprogramm

So vielfältig wie die Erde sind auch die Weine von der Nahe und ihren Nebenflüssen Glan und Alsenz: Im Nahegraben wachsen die Reben auf Schiefergestein, vulkanischen Porphyr- sowie Löss- und Lehmböden.
 

Auch der Laie vermag diese Unterschiede mit bloßem Auge zu erkennen: Rötlicher Sandstein, schwarz-grünlich glänzender Schiefer und dunkles Vulkangestein verschaffen dem Nahewein die Finesse. Ursache dieser Bodenmischung sind vulkanische Beben vor Millionen von Jahren, die übereinander gelagerte Erdschichten mischten. Einen guten Einblick in dieses kleine Anbaugebiet gewinnt man auf der idyllischen Naheweinstraße oder dem Naheradweg (www.naheradweg.de). Auf der Strecke zwischen Bad-Sobernheim und Bingen wechseln sich Hügel mit schroffen Felsen ab, diese bizarren Gesteinsformationen führen die bewegte erdgeschichtliche Vergangenheit besonders eindrucksvoll vor Augen. Der Rotenfels ist mit rund 200 Metern das höchste Felsmassiv diesseits der Alpen.

Mittelalter unterhalb der Ebernburg
Vor dieser mächtigen Kulisse finden sich im Kur- und Weinstädtchen Bad Münster am Stein – Ebernburg alljährlich im September während des mittelalterlichen Marktes Ritter, Gaukler und Musikanten ein, auch berühmte Gäste wie der Jäger aus Kurpfalz oder der Räuber Schinderhannes lassen nicht auf sich warten. Während des gesamten Jahres lockt Bad Münster mit seinem schönen Kurpark, vom Kurviertel aus kann man mit einem Kahn über die Nahe setzen und gelangt zum Huttental am Fuß des Rheingrafenstein. Im Erholungsgebiet Rheingrafenstein liegt das Quecksilberbergwerk Schmittenstollen (www.schmittenstollen.de, geöffnet von April bis Oktober).

Auch um den Rotenfels lassen sich schöne Wanderungen unternehmen, das Klettern auf dem Massiv jedoch ist nur bedingt möglich (Informationen unter www.dav-nahegau.de). Selbst vom Golfplatz aus hat man die Steilwand im Blick: von April bis November kann man Schnupperstunden nehmen (Termine siehe www.golfclub-nahetal.de, zwei Stunden kosten 50 Euro). Wer das Nahetal zu Pferd oder in einer Oldtimer-Limousine genießen möchte, kann sich unter www.bad-muenster-am-stein.de informieren.

Wein auf dem Wasser bei den Brückenhäusern
Von Bad Münster aus führt ein Wanderweg an der Bastei und dem Salinental vorbei nach Bad Kreuznach (www.bad-kreuznach-tourist.de), mit 40 000 Einwohnern der größten Stadt an der Nahe. Die heimische Weinbauschule genießt einen hervorragenden Ruf und wurde 1900 gegründet. Ihre Weine der jungen Winzer kann man in außergewöhnlichem Ambiente genießen: der Nachwuchs lädt im Sommer unter den Brückenhäusern zu einer Mischung aus Verkostung, Gourmetfestival und Weinparty auf der Nahe ein (Karten unter www.nahetalente.de).
Die geologischen Verhältnisse an der Nahe lassen nicht nur Reben gedeihen, sondern auch Thermal- und Mineralwässer sprudeln. Vom Außenbecken der Bad Kreuznacher Thermen (www.crucenia.de) aus erblickt man die Nahe, im edlen Bäderhaus kann man in der Edelstein-Sauna entspannen und sich mit Traubenkernöl massieren lassen (www.baederhaus-sauna.de, Tageskarte kostet 18 Euro). Das Maurische Bad verheißt Alhambra-Ambiente unterm Sternenhimmel.

Sterngucker, Archäologen und Jahrmarktbummler
Die Sternwarte Bad Kreuznach lädt Sternengucker zu regelmäßigen Vorträgen und Führungen ein (Termine siehe www.sternwarte-kreuznach.de). Hobby-Archäologen kommen am Fuße der Kauzenburg in der Römerhalle auf ihre Kosten: Das 58 Quadratmeter große Gladiatorenmosaik wurde 1893 bei Bauarbeiten entdeckt, Teile der Villa können auf einem Rundweg besichtigt werden (www.stadt-bad-kreuznach.de/kultur-freizeit/museen/schlossparkmuseum.htm). Am dritten Augustwochenende wird der Bad Kreuznacher Jahrmarkt gefeiert, das größte Volksfest der Region. Man kann über die Pfingstwiese bummeln, Achterbahn fahren und Nahewein in einem der großen Zelte verkosten.

Orgelbau in Perfektion
Nördlich von Bad Kreuznach, inmitten der Windesheimer Weinberge ist in dem modernen Orgel- und Musikinstrumentenmuseum eine Orgelsammlung ausgestellt (www.ogel-art-museum.de, geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr). Auf dem Weg dorthin passiert man das Guldental mit seinem Feldbahnmuseum (www.feldbahnmuseum-guldental.de, die Lokomotiven fahren von Mai bis Oktober am ersten Sonntag des Monats zwischen 10 und 18 Uhr) sowie das kleine Dorf Bretzenheim. Die hier in den Fels gehauenen Wohnungen waren zeitweise Wohnort mehrerer Eremiten und gehören zu den bemerkenswertesten Kulturdenkmälern der Naheregion (www.bretzenheim.de). Bereits die Römer sollen diesen Ort als Kult- und Opferstätte genutzt haben. Nicht ganz so alt: der mittelalterliche Wohnturm über dem winzigen Burgsponheim.

Bad Sobernheim: Barfuß über Stock und Stein
In „Sowerum“ (www.bad-sobernheim.de) kann man nicht nur in Wein baden (www.bollants.de), sondern auf dem Barfußpfad auch durch Schlamm waten und über Baumrinde, Kiesel und Baumstämme laufen (von Mai bis September zwischen 9 und 20 Uhr, Erwachsene zahlen 2,50, Kinder 1,50 Euro). Wer mag, kann sich überdies in der Nahe erfrischen oder anschließend das schöne Sobernheimer Freibad besuchen. Im Nachtigallental zeigt das Freilichtmuseum Leben wie anno dazumal: Original rheinland-pfälzische Häuser - darunter auch mehrere Winzerhöfe und Kelterhäuser - sind an ihrem ursprünglichen Standort abgetragen und hier wieder aufgebaut worden. Federvieh, Bauerngärten und der Museums-Weinberg sorgen für ein belebtes Dorfbild. An bestimmten Tagen wird in der Bäckerei gebacken, die Gäste dürfen dann vom traditionell hergestellten Brot kosten (www.freilichtmuseum-badsobenrheim.de). Das Museum ist außer Montag täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet (in den Ferien und an Feiertagen auch montags offen).

Mit dem Boot und der Draisine am Glan entlang
Bei Bad Sobernheim mündet der Glan in die Nahe. Der Fluss mit seinen kleinen Schwellen und den vielen Kurven eignet sich gut für Kanutouren, zudem ist er an seinen Ufern oft noch ganz naturbelassen, ohne störende Verkehrswege am Rand. Bei Lauterecken etwa kann man gut mit den Booten einsetzen und später ein Picknick im hübschen Meisenheim machen, dem „Rothenburg am Glan“. In der Nähe von Odernheim liegt der Disibodenberg, hier wirkte die Mystikerin Hildegard von Bingen 40 Jahre lang. Die Klosterruine kann rund um die Uhr besichtigt werden (www.disibodenberg.de). Für die gesamte Paddelstrecke bis Sobernheim sollte man etwa fünf Stunden einplanen (Verleih und Informationen unter www.outdoorlive.de oder www.kanuverleih-glan.de). Das Vergnügen ist bis zum Juni am Größten, dann führen Glan und auch Nahe ausreichend Wasser.
Von März bis Oktober dauert im Glantal die Draisinensaison: Die Gefährte verkehren auf der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Altenglan bei Kusel und Staudernheim an der Nahe. Während die Hinterbänkler sich ausruhen dürfen, müssen die beiden Personen vorne ordentlich strampeln. Alle zwei Kilometer ist eine Haltestelle eingerichtet, an der man die Draisine von den Schienen heben kann, um die nähere Umgebung zu erkunden (www.draisinentour.de, vier Personen zahlen rund 40 Euro, Anmeldung wegen großer Nachfrage oft Monate im voraus nötig!).

Tipps für Kinder
Die Edelsteinmine Steinkaulenberg (www.edelsteinminen-idar-oberstein.de, geöffnet von März bis November zwischen 9 und 17 Uhr) darf besichtigt werden, nach vorheriger Anmeldung (Telefon: 06781-47400) kann man im Schürfstollen selbst sein Glück versuchen (Erwachsene zahlen 13 Euro, Kinder 5 Euro). Die hübsche Kallwiesweiherschleife (geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr, im Winter bis 17 Uhr) ist eine original wasserradgetriebene Schleifmühle an der Idar.
Wer ein paar Tage Zeit hat, fit im Sattel und im Umgang mit Pferden ist, der kann den Hunsrück mit dem Planwagen erkunden: Bis zu sieben Personen können darauf schlafen, gestartet wird auf dem Reiterhof St. Georg in Niederwörresbach (www.reiterhof-st-georg.de/Hunsrueck-Safari.htm). Im Sommer kann man das Freibad in Langenlonsheim genießen oder beim Familientag auf dem Glan paddeln und danach auf einem Bauernhof die Kälber streicheln (weitere Vorschläge unter www.nahe-glan-tourismus.de).

In der Umgebung
In dem Hunsrückstädtchen Idar-Oberstein glitzern Saphire und Brillanten um die Wette: Das Deutsche Edelsteinmuseum (www.edelsteinmuseum.de, geöffnet von 10-18 Uhr, im Winter bis 17 Uhr) zeigt fast alle Edelsteine der Welt. Entlang der 50 Kilometer langen Edelsteinstraße rund um Idar-Oberstein laden mehr als 50 Schleifereien zum Besichtigen ein. Alljährlich wählen die Deutsche Edelsteinstraße und die Gebietsweinwerbung einen Wein aus, der den Namen „Edelschliff“ tragen darf und in einer Schmuckflasche abgefüllt wird. In Idar-Oberstein ist außerdem eine in 60 Metern Höhe in eine Felsnische gebaute Kirche sehenswert (www.felsenkirche-oberstein.de).
Nicht weit von Idar-Oberstein entfernt, wurde in Fischbach bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Kupfer abgebaut. Heute kann man sich in dem historischen Bergwerk (www.besucherbergwerk-fischbach.de) nicht nur über den Abbau der Erze informieren, sondern auch gute Naheweine genießen. Für die „Weinprobe unter Tage“ sollte man sich allerdings warm anziehen (Anmeldung bei der Verbandsgemeindeverwaltung Herrstein: info@edelsteinstrasse.de oder 06785/79103).

Weinfest-Empfehlung
Das „Fest rund um die Naheweinstrasse“ ist einmalig: An drei Sommerwochenenden feiern bis zu dreißig Weinbaugemeinden gleichzeitig. Die Naheweinkönigin und ihre Prinzessinnen haben dann viel zu tun, schließlich erwartet jede Gemeinde, dass die Hoheiten auf ihrer Rundfahrt auch bei ihr Halt machen. In Monzingen wachsen Reben in der Lage „Frühlingsplätzchen“. Beim Weinblütenfest Mitte Juni im historischen Ortskern kann man sein Weindiplom machen. Sonntags jubeln die Zuschauer beim Lögelauf: Bei diesem Wettlauf müssen mit Wasser gefüllte Butten auf dem Rücken getragen werden (sämtliche Feste siehe www.weinland-nahe.com).

 
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