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Im Land der Bocksbeutel

Umrahmt von der Rhön im Norden, dem Steigerwald im Osten, dem Taubertal im Süden und dem Spessart im Westen liegt das fränkische Weinland.
 

Hier wachsen die Reben vor allem dort, wo der Main die Form eines Dreiecks gebildet hat, aber auch bei Aschaffenburg, Miltenberg und Marktheidenfeld.
Einen Wein aus Franken erkennt selbst der Laie auf den ersten Blick, denn er kommt im Bocksbeutel daher.
Die bauchige und flache Flasche ist Markenzeichen der Region und der Bocksbeutelstraße (www.bocksbeutelstraße.de), die sich in fünf Weinrouten aufteilt. Zentrum des Anbaugebiets ist die Festspielstadt Würzburg mit der Residenz und der mittelalterlichen Festung Marienberg. Wie auch die Stadtmauern und Wehrtürme zahlreicher Städtchen, zum Beispiel in Iphofen, Sulzfeld, Maibernheim oder Prichsenstadt, diente auch Marienberg einst der Verteidigung und ist nun Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. In kaum einem anderen Anbaugebiet ist das Mittelalter so präsent wie in Franken.

Wandeln durch verschlungene Kellergänge
Wer seine fränkische Weinreise mit dem Zug antritt und am Hauptbahnhof Würzburg aussteigt, der kann direkt die Aussicht auf die bekannteste fränkische Weinlage genießen: Wein vom Würzburger "Stein" begeisterte schon Goethe, heute führt ein Lehrpfad hindurch. Durch die weitläufigen Gänge des seit 1128 bestehenden Hofkellers (www.hofkeller.de) können Besucher an den Wochenenden von März bis November wandeln, auch Julius- und Bürgerspital sind eine Besichtigung wert (www.juliusspital.de). Selbst die Fürstbischöfliche Residenz, Weltkulturerbe der UNESCO, steht auf einem der schönsten Weinkeller Deutschlands.

Weingenuss und Kultur
Wer nach so viel Historie Lust auf einen guten fränkischen Tropfen bekommen hat, der kann in der Vinothek der fränkischen Gebietsweinwerbung, direkt an der Mainpromenade gelegen, unter mehr als hundert Weinen wählen (www.haus-des-frankenweins.de).
Neben zahlreichen Weinfesten feiern die Würzburger im Mai ihr bezauberndes Barockfest. Höhepunkt des Festjahres ist das Mozartfest im Juni mit Konzerten im Hofgarten der Residenz (www.mozartfest-wuerzburg.de). Nicht minder nobel: Der Garten der Sommerresidenz Veitshöchheim und seine Muschelgrotten. Schnurgerade Wege, akkurat gestutzte Hecken und symmetrisch angelegte Blumenbeete sind typisch für Rokoko-Gärten (www.schloesser.bayern.de - Gärten). Der Garten ist bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet, das Schloss von April bis Oktober (www.veitshoechheim.de).

Wie die Perlen ins Glas kommen
Wer tief in die Welt des Weinbaus und der Kellerei eintauchen möchte, der ist bei den Weinerlebnisführern richtig. Ähnlich wie an der Mosel und in Rheinhessen begleiten auch hier rund 170 Franken ihre Gäste auf abwechslungsreiche Weintouren durch das Anbaugebiet, wie zum Beispiel "Wie die Perlen ins Glas kommen", "Wanderung auf dem Liebespfad" oder "Welcher Wein in welches Glas?" Dabei kommt die Praxis nicht zu kurz, oft dürfen die Besucher selbst Hand im Weinberg oder Keller anlegen (www.gaestefuehrer-weinerlebnis.de). Womöglich führt die Tour sogar nach Mainbernheim (www.mainbernheim.de) mit mehr als zwanzig Mauer- und Tortürmen oder zu einer Nachtwächterwanderung nach Prichsenstadt (www.prichsenstadt.de) - allesamt historische Kleinode.

König Echnaton in Gips
Im Kirchenburgmuseum Iphofen, nicht weit von Prichsenstadt entfernt, wird von März bis November Geschichte lebendig: Zum Freilichtmuseum (www.kirchenburgmuseum.de) gehören Schule, Rathaus, Burg und eine ansehnliche Keltersammlung. Neben dem schmucken Iphofener Marktplatz gibt es auch König Echnaton und einen römischen Triumphzug zu besichtigen - in Form eines Gips-Abgusses (www.iphofen.de), denn in direkter Nachbarschaft zu Iphofen befinden sich Gipsabbaugebiete.

Mit dem Floß durch die Mainschleife
Weitgehend unberührt ist die Natur am Altmain, einem der ältesten Transportwege Deutschlands. Bis in die 50er Jahre hinein fuhren die Flößer aus dem Fichtelgebirge ihre Fichtenstämme mainabwärts. Heute können Besucher von Mai bis Oktober die reizvolle Landschaft an der Volkacher Mainschleife vom Floß aus erleben und gleichzeitig den Franken-Wein genießen (www.flosserlebnis.de).
Die Fahrt dauert ca. drei bis vier Stunden und kostet für Erwachsene 32 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.

Gastfreundlichkeit seit 600 Jahren
Wo der Main die Landschaft umarmt, wo in mittelalterlichen Orten die Zeit stehen geblieben scheint, wo seit Jahrhunderten an sonnenverwöhnten Hängen der Wein gedeiht - da liegt Volkach. Ein malerisches Städtchen, in dessen Zentrum seit anno 1404 die Schwane zum Verweilen einlädt. Das Hotel, Restaurant, Weingut Zur Schwane lädt u. a. zu "weinfrohen Tagen" ein (www.schwane.de). Eine Besichtigung lohnt die "Maria im Rosenkranz" von Tilman Riemenschneider.

Schwitzen in der Wikingsauna

In Gerolzhofen, ganz in der Nähe von Volkach, kann man im Erlebnisbad Geomaris (Hallen- und Freibad mit Solebecken) in Blockhaus-Saunen zwischen drei unterschiedlichen Temperaturzonen und Duftaromen wählen: Beträgt die Temperatur in der Wikingsauna noch rund 60 Grad Celsius, schwitzt man in der Finnnischen Sauna bei rund 100 Grad. Erfrischung finden Kinder im Planschbecken und Erwachsene im Whirlpool mit Strömungskanal (www.geomaris.de).

Von Schweinfurt bis Aschaffenburg
Dem Verlauf des Mains von Schweinfurt bis Aschaffenburg zu folgen, ist für Radler ein einmaliges Erlebnis. Der Main-Radweg verläuft meist auf gut befestigten Wegen und ist mit einem weißen "MR" auf grünem Grund markiert. Detailliert beschrieben sind die Streckenabschnitte unter www.mainradweg.com oder www.main360.de. An den Ufern des Mains liegen etliche schöne Städte: Miltenberg wartet mit einem der ältesten deutschen Gasthöfe "Zum Riesen" auf, in Aschaffenburg wird man bei einer Besichtigung des viertürmigen Schlosses in die Spätrenaissance entführt.

Tipps für Kinder
Im Freizeitland Geiselwind (www.freizeitlandgeiselwind.de) zeigen Varieté-Künstler ihre Shows, Acapulco-Springer stürzen sich in die Tiefen und Comedians bringen die Besucher zum Lachen. Während Jugendliche Achterbahn fahren oder den Free Fall Tower ausprobieren können, warten auf die kleinen Besucher Karussells, ein Streichelzoo und die Ponderosa-Ranch. Der Park liegt zwischen Würzburg und Nürnberg und ist von März bis Oktober geöffnet. (Kinder: 16 Euro, Erwachsene: 19 Euro).
Während die Erwachsenen fränkische Weine probieren, bietet das Weingut Behringer in Abtswind während der Erntezeit eine Weinlese speziell für Kinder an. Der Anbieter Primavina (www.primavina.de/Angebot/Kinder/kinder) organisiert darüber hinaus auch Weinbergrallyes für Kinder. Weinbau erleben können Erwachsene das ganze Jahr hindurch in Neuses am Sand (www.woerners-schloss.de).

Weinfest-Empfehlung
Wenn Anfang Oktober die letzte Fuhre Trauben in Dettelbach eingeholt wird, fließt der Federweiße in Strömen. Hierbei handelt es sich um einen bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebten Brauch. Sie feiern den Abschluss der Weinlese im Herbst und fahren die letzten geernteten Trauben in den Keller. Die Winzer schmücken ihre Wagen und fahren im Umzug durch das Dorf. Auch in Iphofen und Veitshöchheim wird dieser Brauch gefeiert.

Außerdem
Nicht größer als eine Wohnstube ist die Bühne des Torturmtheaters in Sommerhausen bei Würzburg. Wie der Name schon sagt, befindet sich das Theater in einem Torturm. Veit Relin hat hier die Zimmerbühnentradition fortgesetzt und ist Regisseur, Schauspieler und Maler zugleich (www.torturmtheater.de).
"Edelweiß" heißt der Panorama-Höhenweg nördlich von Würzburg. Dieser verläuft oberhalb der Bundesstraße zwischen Karlstadt und Gambach (www.karlstadt.de) und sollte mit festem Schuhwerk bewältigt werden. Besonders Karlstadt, eine in sich geschlossene mittelalterliche Stadtanlage, lohnt den Besuch. Ein Klempnermuseum (www.klempnerzukunft.de) beherbergt unter anderem Gesellen- und Meisterstücke aus dem Spengler-, Klempner-, Flaschner- und Kupferschmiedehandwerk. (Öffnungszeiten: Zwei Stunden täglich von Sonntag bis Freitag)
Im Conditorei-Museum läuft dem Besucher das Wasser im Munde zusammen, denn hier findet man Beiträge zur Wachsbildnerei, Lebküchnerei, Bildgebäcken, Gefrorenem, Likörbonbons und Früchtekonservierung. Das Museum (www.conditorei-museum.de) ist in einem dreistöckigen Fachwerkhaus in der alten Weinhandelstadt Kitzingen untergebracht, direkt am hübschen Marktplatz gelegen.
www.dorfschaetze.de: Unter diesem Namen haben sich acht hübsche Dörfer am Rande des Steigerwalds zusammengeschlossen. Auf ihrer schönen Homepage beschreiben sie u.a. Rad- und Wanderwege detailliert.

In der Umgebung
Ein Hauch von wilder Räuberromantik liegt immer noch im Elsavatal zwischen Aschaffenburg und Rohrbrunn: Das Wasserschloss Mespelbrunn (www.schloss-mespelbrunn.de) wurde vor allem als Drehort der Verfilmung von Wilhelm Hauffs "Wirtshaus im Spessart" bekannt und ist von März bis Oktober geöffnet. Wer möchte, kann sich während einer Planwagenfahrt überfallen lassen: Der Fremdenverkehrsverein Mespelbrunn (www.touristik-mespelbrunn.de) heuert für die Spessart-Räubertage extra Räuber an. Das Pauschal-Angebot kann für drei oder fünf Tage gebucht werden.

 
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