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Zwischen Trockenmauern und schmalen Terrassen

Die östlichste und kleinste Weinbauregion Deutschlands ist für viele noch ein Geheimtipp. Wer aber die Weine von den steilen Flusshängen der Elbe gekostet hat, der kommt bestimmt wieder.
 

Sächsische Weine sind eine Rarität, denn weniger als ein Prozent der gesamten deutschen Weinmenge stammt aus Sachsen. Wie gut, dass es trotzdem zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz genügend Straußwirtschaften gibt, um zum Beispiel vom sächsischen Goldriesling zu kosten.

Zwischen Schlössern und Reben
Von der Stadt Pirna, dem „Tor zur Sächsischen Schweiz“, über Dresden und Meißen bis hin zu den romantischen Elbweindörfern um Diesbar-Seußlitz verläuft die Sächsische Weinstraße. 
Bemerkenswert sind das gut erhaltene historische Stadtzentrum von Pirna und Pillnitz mit seinem Schloss und der Weinbergkirche  inmitten des Königlichen Weinbergs.

Mit dem Rad und zu Fuß entlang der Weinberge
Der Elberadweg, eine der beliebtesten Radrouten Deutschlands, verläuft überwiegend parallel zur Sächsischen Weinstraße und zum Fluss. Genau beschrieben sind sämtliche Streckenabschnitte unter www.elberadweg.de. Der Tourismusverband Sächsisches Elbland  und AugustusTours bieten Pauschalreisen an.

Geführte Weinwanderungen zu Fuß können auch bei diesem Veranstalter gebucht werden, unter www.saechsischer-weinwanderweg.de sind die Etappen detailliert mit Karten und Sehenswürdigkeiten aufgeführt. Der Sächsische Weinwanderweg bietet immer wieder herrliche Ausblicke: im Vordergrund die langen Reihen von Reben, hier und da ein Weinbergshaus. Unten im Tal das glitzernde Band der Elbe, Boote und Dampfer.


Mit dem Schaufelraddampfer auf der Elbe
Mit dem Dampfer können Sie das Reben-Revier von Dresden ausgehend entdecken. Die Stadt ist Heimathafen der ältesten und größten Raddampferflotte der Welt. Die Schiffe stammen alle aus dem 19. Jahrhundert und werden noch mit originalen Dampfmaschinen betrieben. Sie starten von April  bis Oktober täglich und schaufeln sich  elbabwärts über Radebeul und Meißen bis  Diesbar-Seußlitz und zurück.

Die erste Weinbauschule
Meißen gilt als die Wiege des Weinbaus im Sächsischen Elbland. Ein Bischof soll Anfang des 12. Jahrhunderts die ersten Rebstöcke selbst gepflanzt haben. 1811 wurde die erste europäische Winzerschule in Meißen gegründet, noch heute gibt es Weinberge im Stadtbereich. Neben dem Dom und der Albrechtsburg mit ihrem beeindruckenden Gerichtssaal und dem Großen Wendelstein sollte der Weinreisende die zahlreichen historischen Weinstuben in der Stadt Meißen nicht verpassen.

"Weißes Gold"
Auf der ganzen Welt bekannt ist Meißen des „Weißen Goldes“ wegen. In der Schauwerkstatt der Porzellan-Manufaktur kann man Glasurmaler und Dreher bei der Arbeit beobachten. Wer es einmal selbst probieren möchte, besucht einen Mal- und Kreativkurs (Dauer: drei bis neun Tage). Dass der Wein auch beim Porzellan eine besondere Rolle spielt, hängt mit seiner eigenen Kulturgeschichte zusammen, denn der Wein hat noch immer bei Tisch, während der Feste und bei religiösen Zeremonien besondere gesellschaftliche Bedeutung. Ein Dekorklassiker der Manufaktur heißt „Voller grüner Weinkranz“.


Das Belvedere und Schloss Wackerbarth
Das zwischen Meißen und Dresden gelegene Radebeul prägt mit seinen steilen, durch wärmespeichernde Trockenmauern zu schmalen Terrassen abgestuften Weinbergen und den schmucken Schlösschen das Bild der Weinregion Sachsen außerordentlich. Mancherorts gilt es sogar als Inbegriff des Weinlandes Deutschland überhaupt. Besonders elegant ist das zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth, erstes Erlebnisweingut Europas, gehörige Belvedere. Man kann sich gut vorstellen, dass hier einst August der Starke rauschende Feste im barocken Lustgarten feierte. Auch die Besichtigungen des Weinguts werden natürlich nicht „trocken“ durchgeführt. Hier lernen die Besucher, wie sich die alkoholische Gärung vollzieht oder warum Sekte gerüttelt und nicht geschüttelt werden. Die Sekttour findet täglich ab 17 Uhr statt, die Weintour ab 14 Uhr.

In Radebeul beginnt der Wilde Westen
Radebeul lockt nicht nur mit Weinkultur, sondern auch mit dem Wilden Westen: Die Villa Shatterhand steht in der Karl-May-Straße Nummer 5, in welcher eben dieser  Schriftsteller lebte. Heute ist ein Museum in den Räumen eingerichtet, die kleinen Indianer können sich im Fährtenlesen und Bogenschießen üben.

Noch mehr Winnetou-Flair kann man auf der Bahnstrecke zwischen Radebeul und Radeburg erleben. Seit 1884 schnauft der Lößnitzdackel durch das Moritzburger Teichgebiet. An bestimmten Sommertagen müssen Sie mit einem Zugüberfall rechnen. Dann tauchen berittene ballernde Cowboys im Lößnitzgrund auf und sorgen für Wildwest in Sachsen.

Weinfest-Empfehlungen
Das Sächsische Winzerfest findet jedes Jahr Mitte Juli im Barockzentrum der Landeshauptstadt statt. Am letzten Augustwochenende öffnen mehr als zwanzig Weingüter ihre Tore und laden zu Kellerbesichtigungen, Weinbergsführungen und Verkostungen ein. Das Meißener Weinfest, das größte de Region findet am letzten Septemberwochenende statt. Am selben Wochenende eröffnet
 Bacchus persönlich das Herbst- und Weinfest Radebeul in Altkötzschenbroda. Das Besondere: Parallel zum Fest treffen Komödianten aus aller Welt zum Wandertheater-Festival ein. Am letzten Abend ziehen sie gemeinsam mit dem Publikum auf die Elbwiesen, wo mit einem furiosen Spektakel das Fest beendet wird.

Außerdem
Im Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul findet jeden ersten Samstag im Monat findet die außergewöhnliche Weinprobe „Spiel der Aromen“ unter Anleitung des Chefverkosters statt (49 Euro pro Person).

Für Sterngucker bietet die Radebeuler Sternwarte jeden Freitag ab 20 Uhr Himmelsbeobachtungen an. Jeden Samstag um 15 und 19 Uhr führen die Astronomen durch die Sternwarte, halten einen Vortrag im Planetarium und schauen anschließend durch das Fernrohr. Die Volkssternwarte liegt inmitten der Weinberge  und bietet dem Besucher eine hervorragende Aussicht über das Elbtal.

In dem mehr als 600 Jahre alten Gutshof des Weingutmuseums Hoflößnitz bei Radebeul kann man Wissenswertes über die Arbeit der Winzer vom Rebschnitt im Winter bis zur Ernte im Herbst erfahren. Die Spitzhaustreppe mit ihren über 400 Stufen führt zu einem überwältigenden Ausblick in das Elbtal. Beim Weinfest Ende August stellen unter anderem Böttcher und Korbmacher ihr Handwerk vor.

Die Winzergenossenschaft Meißen bietet geführte Weinwanderungen, Kellerführungen und Weinproben an. Wer selbst anpacken möchte, kann sich hier zur Traubenlese melden.

Im Schlosspark von Pillnitz wächst eine ganz besondere Blume: Die über 220 Jahre alte Kamelie ist rund neun Meter hoch und misst elf Meter im Durchmesser. Im Sommer steht sie frei, im Winterhalbjahr in einem Glashaus. Besonders lohnt ein Besuch zwischen Mitte Februar bis April, dann schmückt die Kamelie sich mit etwa 35 000 pinkfarbenen Blüten.
Das Schloss von Pillnitz selbst beherbergt heute das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und lohnt nicht nur wegen des Throns von August dem Starken einen Besuch.
In Dresden ist ein Mikromuseum dem in der Elbestadt geborenen Schriftsteller Erich Kästner gewidmet. Das sehr kleine, maßgeschneiderte Museum kann der Betrachter selbst entdecken, indem er die interaktiven Säulen entblättert.

In der Umgebung
Hinter Pirna verengt sich das Elbtal, die einmaligen bizarren Felsen der sächsischen Schweiz tauchen auf. Die beeindruckende Variation von Bergwelt, Flusstälern und langgestreckten Ebenen macht diese Region zu einem Paradies für Wanderer. Das Sandsteinplateau der Bastei, dem am weitesten zur Elbe vorspringenden schmalen Felsrücken, eröffnet dem Besucher in einer Höhe von 194 Metern über dem Elbspiegel einen unvergesslichen Blick über das Elbtal auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz bis weit in die benachbarte Landschaft.

 
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