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Gegensätze verbinden: Ein Glas-Beton-Bau erschließt alte Klostermauern

Torbau und Umgestaltung von Wasems Kloster Engelthal, Ingelheim, Rheinhessen
Neues Leben in alte Mauern zu bringen, war das Ziel des Ingelheimer Weinguts Julius Wasem. Dazu ließ die Winzerfamilie die denkmalgeschützten Reste des Zisterzienserinnenklosters Engelthal sanieren.
 

Wasems Kloster Engelthal, Rheinhessen, Quelle: www.deutscheweine.deVom Kloster selbst war nicht mehr viel erhalten, lediglich der an der Edelgasse gelegene Westflügel und ein annähernd rechtwinklig dazu stehender landwirtschaftlich genutzter Bau mit Wirtschaftshof. Diese Gebäude galt es umzubauen und durch einen Erweiterungsbau miteinander zu verbinden. Der an der Nahtstelle entstandene Neubau verbindet die historischen Bestandsbauten wie ein Scharnier.

Während die Erhaltung der denkmalgeschützten Fassaden höchste Priorität hatte, wurde das Scharnier als kubischer Block angelegt. Sein Flachdach und die verwendeten Materialien – allen voran Beton, Stahl und Glas – kontrastieren bewusst mit den flankierenden spätmittelalterlichen Gebäuden und ihren massiven Steinmauern, Kreuz- und Tonnengewölben, Eichenbalkendecken oder Sprengwerk. Monumentale Glasfassaden, in die korrodierter Cortenstahl eingearbeitet ist, machen den Neubau transparent und schaffen eine offene, heitere Atmosphäre. Genutzt wird er als zentrales Torhaus. Er erschließt sämtliche Ebenen des Ensembles über Treppen; einen Personen- und Lastenaufzug.

In den denkmalgeschützten Gebäuden sind eine Vinothek mit Degustationsräumen, eine Weinstube, eine Weinscheune mit angeschlossenem Weingarten, Event- und Tagungsräume untergebracht. Der 2010 begonnene und im Sommer 2013 fertiggestellte Gastronomiekomplex des Weinguts Julius Wasem wurde vom Ingelheimer Architekturbüro Hille und den Innenarchitekten Cornelia Schroff-Graf und Willi Hubor aus Gottmardingen und Mettendorf realisiert. „Bewahren, Einfügen und Unterordnen“ waren Stichworte, die bei den Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in besonderem Maß berücksichtigt wurden, betonen die Architekten. Dass sie den Spagat zwischen alt und neu geschafft haben und ein modernes, aber unaufdringliches Bindeglied zwischen die denkmalgeschützten Bestandsbauten gesetzt haben, zeigen die Preise und Auszeichnungen, die Wasems Kloster Engelthal bereits nach kurzer Zeit erhalten haben. Zum „Global Award Great Wine Capital 2012“, dem 1. Rang beim Gestaltungspreis der Stadt Ingelheim, dem „International Wine Tourism Award 2012“ und dem „Best of Wine Tourism Award 2013“ kam im Januar auch eine Nominierung für den „Architekturpreis Wein 2013“.

 
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  • Wasems Kloster Engelthal, Rheinhessen
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