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Erdverbunden und transparent – Tradition und Innovation

Vinothek des Weinguts Jean Stodden, Rech, Ahr
„Wer Wein neu denkt, denkt auch Architektur neu.“ Diesem Grundsatz folgte Architekt Hans-Jürgen Mertens aus Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der neuen Vinothek des Weinguts Jean Stodden.
 
Weingut Jean Stodden, Ahr
Foto: www.deutscheweine.de, Abdruck honorarfrei

Dabei wird Tradition in der Winzerfamilie aus Rech an der Ahr großgeschrieben – seit 1578 kultivieren die Vorfahren von Gerhard Stodden bereits Reben im Ahrtal. Dieses Traditionsbewusstsein zu bewahren und gleichzeitig aufgeschlossen gegenüber Neuem zu sein, ist ein Balanceakt, der sich auch in der Architektur des Weinguts zeigt, insbesondere in der alten Lagerhalle, die die Stoddens zur repräsentativen Vinothek mit Räumen für Verkauf und Verkostung umbauen ließen.

Schlanke senkrechte Fensterstreifen strukturieren die nüchtern gehaltene Fassade und flankieren den Eingang in den Verkaufsraum. Die Innenarchitektur der Vinothek ist modern, doch keinesfalls kühl. Stein und Holz bestimmen das Ambiente und verströmen eine erdverbundene Atmosphäre, die sich auf das Essenzielle konzentriert: den Fels, auf dem die Reben wachsen, und das Holz der Eichenfässer, in dem die Weine reifen. Diese beiden Stoffe stellen die wesentlichen Elemente der architektonischen Gestaltung dar. So sind die Wände überwiegend mit Drahtkörben verkleidet, die mit Bruchsteinen aus den Weinbergen gefüllt wurden. Nicht weniger ungewöhnlich ist die Wandverkleidung aus Holz: Hierfür wurden Eichenholzlamellen in Parketttechnik aufbereitet und dienen nun als hochmodernes Wandpaneel, auf dem der traditionelle Schriftzug des Weinguts Jean Stodden angebracht ist. Der graubraune Steinfußboden, der beide Räume verbindet, nimmt sich bewusst zurück und lässt die Wände ihre volle Wirkung entfalten.

Weingut Jean Stodden, Ahr
Foto: www.deutscheweine.de, Abdruck honorarfrei

Die schwer und massiv wirkenden Bruchsteinwände bilden einen spannungsreichen Kontrast zur Leichtigkeit der Möbel und zur teils verglasten Fassade. Die Transparenz setzt sich nach hinten hin fort: Während der Weinverkostung fällt der Blick durch die verglaste Wand auf die Edelstahltanks und Barriquefässer, in denen die Weine lagern. „Kleine Weine werden vom Holz aufgefressen, große Weine werden im Barriquefass größer“, sagt Gerhard Stodden. Seine preisgekrönten Spätburgunder bestätigen ihn, wenn sie ihre Aromen in der eindrucksvollen Atmosphäre der Vinothek entfalten. Vor allem, wenn während der Verkostung das Feuer im Kamin knistert. Für die gelungene Verbindung traditioneller und moderner Gestaltungselemente erhielt die 2007 fertiggestellte Vinothek des Weinguts Jean Stodden in Rech an der Ahr eine Auszeichnung im Rahmen des „Architekturpreises Wein 2010“.

 
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