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Land der Burgen und Reben

So viele Sagen und Mythen haben ihren Ursprung im Mittelrheintal: Der Legende nach hat Siegfried den Drachen auf dem Drachenfels getötet, dem nördlichsten Zipfel dieses Weinanbaugebietes.
 


Die schöne Loreley soll für zahlreiche Schiffsbrüche um den mächtigen Felsen bei St. Goarshausen verantwortlich sein.
Hoch oben auf dem Loreleyfelsen kämmte sie ihr goldenes Haar, weswegen die Schiffer nicht mehr auf den Strom achteten. Die Boote versanken im Rhein, der an dieser Stelle mehr als 20 Meter tief ist. Andere schreiben die hohe Rate gesunkener Schiffe jedoch nicht der Loreley (www.loreley-felsen.de), sondern der an dieser Stelle besonders starken Strömung und dem in den Fluss ragenden Felsen zu (www.rheinischer-sagenweg.de). Gut 20 Kilometer weiter südlich fließt der Rhein bei Bingen in das weltberühmte Engtal ein. Flankiert von Hunsrück und Eifel im Westen und von Taunus und Westerwald im Osten setzt sich das Mittelrheintal auf einer Strecke von 120 Kilometern bis vor die Tore Bonns fort. Ab Koblenz wachsen die Reben nur noch rechtsrheinisch, kurz zuvor mündet bei Lahnstein die Lahn in den Rhein. Bis in das Kurstädtchen Bad Ems reichen die Weinbergslagen an der Lahn.

Das Wirtshaus an der Lahn
Neben der Johanniskirche steht in Niederlahnstein das berühmte Wirthaus an der Lahn. Von hier aus kann man zur Rupertsklamm wandern (Wanderungen siehe www.lahnstein.de/tourismus/wandern.html) oder das Lahntal mit dem Kanu erkunden. Die Lahn gehört zu den beliebtesten Paddelflüssen Deutschlands, zahlreiche Veranstalter bieten geführte Touren an. Auf dem Rhein hingegen sind dem Wassersport aufgrund der regen Berufsschifffahrt und der Strömung Grenzen gesetzt.

Drachenboote und Gleitschirmflieger Mitten durch Bad Ems verlief einst der Limes, seit 2005 zählen die Überreste des römischen Grenzwalls zum Welterbe. Die heißen Quellen sorgen für konstant 32 Grad warmes Wasser in der Emser Therme, im Sauerstoff-Fitnessstudio kann man unter Bedingungen trainieren, die sonst nur im Hochland herrschen (www.emser-therme.de). In der schönen Kurstadt an der Lahn kann man nicht nur nobel baden, sondern auch mit dem Gleitschirm erste Übungsflüge unternehmen (www.air-touch.de, Tandemflüge kosten 75 Euro) oder mit dem Floß auf der Lahn schippern (siehe www.bad-ems-info.de oder www.lahnschifffahrt.de). Außergewöhnliche Gefährte sind beim Emser Drachenbootrennen im Juli unterwegs.


Mythos Rhein

Rheinromantik des 19. Jahrhunderts zeigt das Mittelrhein-Museum in der alten Festungsstadt Koblenz mit der Sammlung „Mythos Rhein“ (www.mittelrhein-museum.de, geöffnet dienstags bis samstags von 10:30 bis 17 Uhr), auch Werke von Emil Nolde und George Grosz sind hier ausgestellt. Hier, im Zentrum des Mittelrheintals, kann man nach einer Radtour oder Wanderung (Touren siehe www.welterbe-mittelrheintal.de oder www.rheinsteig.de) in eine der stimmungsvollen Weinkneipen einkehren. Am Deutschen Eck fließt die Mosel in den Rhein, auf der Festung Ehrenbreitstein (die darin befindliche Jugendherberge ist ein Geheimtipp) finden im Sommer Festspiele statt. Weiter nördlich führt der Riesling-Wanderweg von Leutesdorf nach Hammerstein und belohnt mit einem herrlichem Blick ins Rheintal. Mit etwas Glück kann man den Namedyer Kaltwasser-Geysir bestaunen.

Drachenblut vom Drachenfels
Bevor der Rhein die niederrheinische Tiefebene erreicht, fließt er dicht an einem Massiv von bewaldeten Kuppen vorbei. Das Siebengebirge ist das älteste deutsche Naturschutzgebiet. Ein hübscher Weinwanderweg führt von Oberholtorf bis Oberdollendorf (Wanderungen siehe www.naturpark-siebengebirge.de/wanderung3.htm). Bei Königswinter kann man in die Drachenfelsbahn (www.drachenfelsbahn-koenigswinter.de, Erwachsene zahlen 8 Euro, Kinder 4,50 Euro für Berg- und Talfahrt) einsteigen und über Schloss Drachenburg (www.schloss-drachenburg.de) bis zum Drachenfels fahren (www.drachenfels.net). Von dort hat man eine Aussicht bis nach Köln und Bonn (www.bonn-region.de). Den Rotwein vom Drachenfels nennen die Winzer „Drachenblut“.

Baden im Mondschein
Auf dem Weg nach Süden lohnt es sich, Station in Linz zu machen. Hübsche Fachwerkhäuser umrunden den Markt mit seinem Rathaus, täglich erklingt das Glockenspiel. In Bad Hönningen kann man an jedem Vollmond im Mondschein schwimmen (www.kristall-rheinpark-therme.de, geöffnet von 9 bis 22 Uhr, Erwachsene zahlen für vier Stunden elf Euro, Kinder 6 Euro). Wenn die Saison beginnt, ist Zeit für die Rheinische Karnevals-Saunanacht (sämtliche Veranstaltungen auf der Homepage).

Bopparder Hamm
Das obere Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen ist das Herzstück dieses Weinanbaugebiets: An den Hängen thronen Burgen, im Tal schlängeln sich mittelalterlich anmutende Dörfer am Fluss entlang. 2002 wurde der 65 Kilometer lange Abschnitt als UNESCO-Welterbe anerkannt. Der Wein aus diesen steilen Lagen ist von hervorragender Qualität, für die Winzer jedoch ist der Anbau mit immensem Kraftaufwand verbunden. Fläche, Zahl der Betriebe und auch Erntemenge haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verringert.
Am Bopparder Hamm formt der Rhein eine enge Schleife, hier liegt mit fünf Kilometern Länge die größte zusammenhängende Rebfläche des Mittelrheins. Am letzten Sonntag im April findet der „Mittelrheinische Weinfrühling“ statt. Die steilste Bahnstrecke Deutschlands führt durch viele Tunnel und über zwei Viadukte von Boppard bis Emmelshausen, dort oben hat man einen Panorama-Blick (www.sesselbahnboppard.de, Betrieb von April bis Oktober, Fahrradmitnahme möglich). Auf dem nahe gelegenen Jakobsberg kann man an seinem Handicap feilen (www.jakobsberg.de/go.to/modix/now/main.html) oder im Schnupperkurs das Putten üben (Kosten: 19 Euro pro Person, Anmeldung unter 06742 / 808 491).


Mittelrhein-Momente
Bevor die Weinreise direkt am Rhein oder mitten durch die Weinberge weitergeht, kann man sich in Kamp-Bornhofen noch einmal stärken: Auf Burg Liebenstein ist ein Restaurant in einem gotischen Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert untergebracht. Gute Weine und Speisen bringen sieben Winzer das ganze Jahr über bei der Veranstaltungsreihe Mittelrhein-Momente (Termine siehe www.mittelrhein-momente.de) mit Kabarett und Lesungen bei Kerzenschein in Einklang. Im Juli und August wird am Rhein in Burgen und Schlössern musiziert (www.villamusica.de, www.musikmomente.de). Die Pfalz im Wasser Vom Postenturm bei Bacharach hat man einen vorzüglichen Blick über das mittelalterliche Städtchen und die ehemalige Zollburg Pfalzgrafenstein. Diese wurde nie zerstört, weil sie nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist.
In Burg Stahleck residierten einst die Pfalzgrafen bei Rhein, heute nächtigen Jugendliche aus aller Welt in der bekannten Jugendherberge. Der gut erhaltene überdachte Wehrgang mit seinen Wachtürmen macht Bacharachs Bedeutung als ehemals wichtiger Weinumschlagplatz deutlich. Das nahe Oberwesel lässt sich auf zahlreichen Wanderwegen umrunden (www.oberwesel.de). Während es im Tal angesichts des Schiff- und Autoverkehrs recht lebhaft zugeht, kann man auf den Hügeln die Stille genießen. Rheinhöhenweg, Rhein-Burgen-Weg, Rieslingroute und Co: Orientierung über die zahlreichen Wanderstrecken bietet die Seite www.welterbe-mittelrheintal.de. Hier kann man auch Pauschalen wie „Wandern ohne Gepäck“ oder „Mühlenromantik in Brauchbach“ buchen. Radtouren in ganz Rheinland-Pfalz lassen sich mit Hilfe von www.radwanderland.de planen.


Tipps für Kinder
Eine authentische mittelalterliche Burg liegt hoch über dem Städtchen Braubach südlich von Koblenz: Die Marksburg ist die einzig unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein. Original-Inventar und der mittelalterliche Kräutergarten können darin besichtigt werden (geöffnet im Sommer von 10 bis 17Uhr, im Winter von 11 bis 16 Uhr).
Alle zwei Jahre (ungerade Jahreszahlen) bevölkern beim Mittelalterfest Gaukler, Handwerker und Ritter den Burghof. Schloss Stolzenfels thront nördlich von Rhens (www.schloss-stolzenfels.de, geöffnet von 10 bis 17 Uhr). Das Zehn-Burgen-Ticket spart 50 Prozent des Eintrittspreises und ist die Eintrittskarte für zehn Burgen am Mittelrhein (www.burgen-am-rhein.de, Erwachsene zahlen dafür 19 Euro, Kinder 9,50 Euro). Auf der Burg Maus bei St. Goarshausen herrschen heute keine Burgfräulein und Ritter mehr, sondern Seeadler, Rote Milane und Wanderfalken. Von April bis Anfang Oktober finden täglich um 11 und 14:30 Uhr Flugvorführungen statt (Erwachsene: 6 Euro, Kinder 2,50 Euro).
Im Hochwildschutzpark Rheinböllen (westlich von Bacharach) erfreuen im Frühjahr drollige Frischlinge die Besucher, die Bären und Wölfe in ihren großen Gehegen fordern hingegen Respekt. Auch Muffelwidder, Rothirsche und Bisons bevölkern den Park, kleinere Kinder können sich auf dem Spielplatz austoben (www.hochwildschutzpark.de, ganzjährig geöffnet zwischen 9 und 19 Uhr) Katzen- und Glatthaie, Muränen und putzige Seepferdchen kann man im Unterwassertunnel des „Sealife“ in Königswinter aus der Taucherperspektive erleben. Das Süß- und Meerwasseraquarium ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet (www.sealifeeurope.com/de/konigswinter/home.htm, Erwachsene zahlen 11, Kinder 8,50 Euro).

Weinfest-Empfehlung
Den Weinmarkt feiern die Oberweseler alljährlich am zweiten und dritten Septemberwochenende. Mittlerweile zählt er zu den beliebtesten Weinfesten am Rhein, dementsprechend vielfältig ist die Auswahl der angebotenen Weine. An einem Abend erhellen Fackeln und Feuerwerk die Stadt, zum traditionellen sonntäglichen Festzug ziehen bunte Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen durch die geschmückten Straßen (www.oberwesel.de).
Auch das Bacharacher Weinfest am ersten Wochenende im Oktober ist empfehlenswert. Beim Weinforum Mittelrhein-Ahr (www.weinforum-mittelrhein.de), das am ersten Septemberwochenende im Wechsel auf Burg Rheinfels bei St. Goar und im Künstlerbahnhof Rolandseck (Remagen) stattfindet, kann man sich angesichts der großen Vielfalt preisgekrönter Weine, Sekte und Brände durch das gesamte Anbaugebiet Mittelrhein trinken und vergleichen.
Außerdem an jedem zweiten Augustwochenende steht das Rheintal in Flammen: Dann werden von den Hügeln Großfeuerwerke gezündet, die Burgen und Schlösser erstrahlen in bengalischem Feuer, während auf dem Rhein mehr als 70 Schiffe zwischen Braubach und Koblenz fahren (Karten sind bei den zahlreichen Rheinschifffahrtslinien erhältlich).

 
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