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Wo der Süden beginnt

Alljährlich im Frühling verwandeln Mandel-, Magnolien- und Obstbäume die hessische Bergstraße in ein Blütenmeer.
 

Wo im Sommer selbst Feigen, Pfirsiche und Aprikosen vorzüglich gedeihen, reifen in den Fässern Weine mit besonders feinen Aromen. Vereinzelt finden sich Weinberge bereits um Groß-Umstadt und südlich von Darmstadt, in Alsbach und Seeheim. Hier beginnt der Bergsträßer Weinlagenweg (beschrieben unter www.bergstraesser-wein.de), markiert von einem weißen Kelch auf grünem Grund. Er führt durch Weinlagen, Obstgärten und Waldstücke nach Heppenheim. Wandert man auf dem Weg weiter Richtung Süden, wird die knapp 500 Hektar umfassende Rebfläche des Anbaugebiets geschlossener:
Umgeben von schützenden Hecken, Mauern und Baumgruppen schmiegen sich die Weingärten an die Berge des Odenwalds, die sich steil aus der Rheinebene erheben. Diese reizende Landschaft setzt sich über Zwingenberg und Bensheim bis nach Heidelberg fort.
Der hessische Teil der Bergstraße endet allerdings bereits in Heppenheim, denn danach wird die Bergstraße badisch. Das schönste Stück des Wanderweges liegt zwischen Zwingenberg und Bensheim, die zehn Kilometer kann man in drei Stunden gut wandern.

Die Nibelungen...
Vor rund 2000 Jahren setzten die Römer die ersten Pflastersteine der Handelsroute „strata montana“. Heute verläuft hier eine Teilstrecke des Nibelungenweges. Dieser erinnert an die gleichnamige Sage, welche eng mit der Region Bergstraße-Odenwald verbunden ist. Ausgehend vom rheinhessischen Worms führt er über den Rhein und die Stadt Lorsch ins Anbaugebiet Bergstraße.
Von den quirligen Fachwerkstädtchen Heppenheim und Bensheim aus führen zwei Routen tief in den Odenwald mit seinen idyllischen Tälern hinein. Der Lauf der Straßen ist gut unter www.nibelungen-siegfriedstraße.de nachzuvollziehen, sämtliche Orte am Wegesrand sind aufgeführt. Weitere Wanderwege siehe www.odenwaldquelle.de oder www.tg-odenwald.de/schmetterling, Führungen kann man unter www.gaestefuehrung-odenwald.de buchen.

...und der Odenwälder Drachenflug
Wer nach dem Wandeln auf Nibelungenpfaden nun Lust bekommen hat, sich selbst einem echten Drachen zu stellen, der wende sich an den Odenwälder Drachenflug-Club (www.ersterodc.de). Mutige können sich zum Beispiel vom Berg Melibokus aus, nahe dem lauschigen Zwingenberg gelegen, in die Tiefe stürzen, um sich dann in die Lüfte über die Bergstraße zu schwingen (Ein Tandemflug kostet ca. 80 Euro, bitte vorher anmelden). Wem dies zu gewagt erscheint, der erkundet die Weinberge auf dem Rücken eines Pferdes oder in einer Kutsche (www.kutsche-planwagen-event.de, Touren frühzeitig buchen).

Wein von der Insel
Östlich von Darmstadt liegt die „Odenwälder Weininsel“ Groß-Umstadt. Von hier aus lassen sich wunderbare Rad- und Wandertouren in den Naturpark Odenwald unternehmen (www.odenwald-radwandern.de). Für einen Überblick über diesen Teil des Anbaugebiets Bergstraße eignet sich die Feste Otzberg, oberhalb des Nachbarortes Lengfeld gelegen. Wegen der kleinen Parzellen sind viele der Bergsträßer Winzer Feierabend- oder Hobbywinzer. Obwohl diese Wein-Enklave nur 50 Hektar Rebfläche bewirtschaftet, haben sich in der Odenwälder Winzergenossenschaft (Besichtigung möglich: www.owg-umstadt.de) rund einhundert Winzer zusammengeschlossen. In den Weinbergen kann man sich sogar afrikanische Gerichte zubereiten lassen (www.farmerhaus.de).

Urpferdchen und Krokodile
Exotisch geht es auch im zwischen Groß-Umstadt und Darmstadt gelegenen Messel zu: Hier tauchen die Besucher in die Zeit vor 47 Millionen Jahren ein, als Krokodile und Urpferdchen in einem Maarkratersee schwammen. Das ehemalige Seebecken der Grube Messel hat einen Durchmesser von 800 Metern und ist etwa 130 Meter tief. Unter www.grube-messel.de erfährt man mehr über Geschichte der Fossilfundstätte und aktuelle Veranstaltungen zu Themen wie „Wie kommt das Urpferd in den Kratersee?“ oder „Krokodile im Ölschiefer!“ Von April bis Oktober finden am Wochende um 13:30 und 15 Uhr Führungen ohne Anmeldung statt (Kosten: sieben Euro pro Person).

Karolingische Königshalle
Neben dem UNESCO-Weltnaturerbe der Grube Messel kann die hessische Bergstraße auch mit einem als Weltkulturerbe ausgezeichneten Bauwerk aufwarten: die Königshalle des ehemals mächtigen Reichsklosters Lorsch (www.kloster-lorsch.de), gegründet während der Regierungszeit Pippins. Das Juwel karolingischer Baukunst ist eines der ältesten Bauwerke in Deutschland. Das Museumszentrum dokumentiert die Geschichte des Klosters und die der Tabakverarbeitung. Nach Voranmeldung kann man sich durch Parkanlage und den Klostergarten führen lassen, junge Besucher dürfen dabei für einen Tag in die Rolle eines Novizen schlüpfen und sich in die Zeit der Karolinger zurückversetzen.

Weinhähnchen im Ried...
500 Millionen Jahre Erdgeschichte werden im Geopark Bergstraße-Odenwald lebendig, der sich zwischen den Flüssen Rhein, Main und Neckar erstreckt. Geopark-Ranger laden zu Erlebniswanderungen und Schatzsuchen ein oder suchen gemeinsam mit den Teilnehmern nach dem Weinhähnchen.
Hierbei handelt es sich um eine Grillenart, die in Mittelmeerländern und dem Hessischen Ried vorkommt. Auf dem Nachtspaziergang kann man dem Gesang des Weinhähnchens lauschen. Unter www.geo-naturpark.de sind weitere Veranstaltungen und Touren aufgeführt.

 ...und blauer Aff in Bensheim
„Blauer Aff“, so heißt eine der schönsten Bergsträßer Weinstuben in Bensheim, der größten Stadt des Kreises Bergstraße. Eine Einkehr in den Bergsträßer Weinstuben muss sein, denn außerhalb der Bergstraße kommt man kaum in den Genuss vom raren Bergsträßer Wein.
Im Sommer kann man sich nach einer Radtour (Radverleih siehe www.bensheim.de) im Badesee erfrischen, den Rest des Jahres im Basinus-Bad (www.basinus-bad.de). Im Stadtteil Auerbach locken die Ruine Auerbacher Schloss (www.schloesser-hessen.de/schloesser/bensheim/bensheim.htm) und das „Fürstenlager“, einst Sommerresidenz der hessischen Herrscher.
Unter www.bensheim.de finden sich Informationen zu den Festspielen im Sommer, außerdem können Weinproben und geführte Weinkellerbesichtigungen gebucht werden.
Ähnliche Angebote hält auch die Heppenheimer Genossenschaft „Bergsträßer Winzer“ bereit (www.bergstraesserwinzer.de), rund 500 Winzer beliefern diese.
Alljährlich am ersten Mai laden die Bergsträßer Jungwinzer zur Weinlagenwanderung. Auf dem rund 20 Kilometer langen Weg zwischen Zwingenberg und Heppenheim probieren die Gäste den Wein dort, wo er wächst. Man kann auch nur ein Stück des Weges wandern, Busse bringen die Gäste anschließend zum jeweiligen Ausgangspunkt zurück.

Bekannter Pillendreher In Heppenheim wirkten der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber sowie ein wenig ausdauernder Apothekerlehrling: Von 1817 bis 1818 lernte Justus von Liebig in der alten Apotheke am Marktplatz Pillendrehen. Nach zehn Monaten schmiss er die Lehre und widmete sich seinen Experimenten, die ihn zum berühmten Chemiker machten.
Sieben Altstadtgassen münden in den malerischen Marktplatz Heppenheims, am Abend leuchten Scherenschnitte von den Straßenlaternen herab (www.laternenweg.de). Im Kurmainzer Amtshof sind heute das Museum für Stadtgeschichte und ein Winzerkeller (www.winzerkeller-heppenheim.de) untergebracht.

Tipps für Kinder
Von Jugenheim, Zwingenberg, Auerbach und Bensheim führen schöne Wanderwege durch den Wald ins Lautertal und zum Felsberg (zwischen Lautern und Balkhausen). Ein Hang des Felsbergs ist auf einer Länge von rund 300 Metern mit hinkelsteingroßem Geröll bedeckt - das Werk von Riesen, sagt man. Das Felsenmeer ist ein Kletterparadies für junge Leute (www.felsenmeer.org). Wem die Gegend zu unheimlich ist, kann sich von Kobolden auf einer Irrlichtertour leiten lassen (www.felsenmeerkobolde.de). Einmal im Jahr Ende September setzt eine Künstlergruppe die Kolosse mit Nebel und bunten Lichtern in Szene.
Auf der Seite der hessischen Landgast- und Bauernhöfe (www.hessen-landurlaub.de, Südhessen) sind auch Höfe der Region Odenwald-Bergstraße vertreten. Gezielt kann man hier zum Beispiel nach Kinderbauernhöfen suchen, die Übernachtungen im Heu, Ausritte und vieles mehr anbieten.

Außerdem / In der Umgebung Für Kunstinteressierte führt kein Weg an Darmstadt vorbei: Im Bürgerparkviertel steht Friedensreich Hundertwassers Waldspirale (Info: 06151 / 95 15 011), das hessische Landesmuseum (www.hlmd.de) beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Joseph Beuys.
Auf der Mathildenhöhe, einem Stadtviertel geprägt von reizvollen Jugendstilvillen, (www.mathildenhoehe.info) befindet sich eine Künstlerkolonie. Das Eisenbahnmuseum in Kranichstein (Telefon: 06151 / 376 401, info@museumsbahn.de) lässt die Augen von Lokomotiven-Fans leuchten (geöffnet sonntags von 10 bis 16 Uhr, von April bis September auch mittwochs).

Zum Entspannen: Das Kneipp-Heilbad Grasellenbach (www.grasellenbach.de) liegt mitten im Naturpark Bergstraße-Odenwald. Im Sommer kann man wandern, im Winter Langlaufen oder sogar Ski fahren. Bad König lockt mit der Odenwald-Therme (www.badkoenig.net - Stichwort Odenwaldtherme).

Weinfest-Empfehlungen
In der ersten Septemberwoche feiern die Bergsträßer ihr Winzerfest. Das größte Winzerfest der Bergstraße dauert neun Tage und findet auf dem Bensheimer Marktplatz statt, wo ein Winzerdorf aufgebaut ist. Höhepunkte sind die Weinprobe, der Winzerfestumzug und das abschließende Feuerwerk. Rund 120 Weine und Sekte können Besucher beim Bergsträßer Weinfrühling in der letzten April- und der ersten Maiwoche verkosten. Begleitend zur Veranstaltungsreihe gibt es Kultur und Kulinarisches: Swinging-Wine-Time, Spargel- und Käse-Menüs zu Wein, Sensorik-Seminare, die Präsentation des neuen Wein-Jahrgangs und die Kür des „Großherzog-Ernst-Ludwig-Weins“. (Infos unter www.bensheim.de)

 
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