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Gut Hermannsberg: Riesling auf Kupfer

Höhepunkte der Weinkultur: Nahe
Wo heute herausragender Riesling wächst, wurden einst Kupfererze geschürft: Die Weinbergslage Schlossböckelheimer Kupfergrube war bis 1901 genau das - eine Kupfergrube. 1901 gründete der preußische Staat die Weinbaudomäne Niederhausen und kaufte das Gelände.
 

Gut HermannsbergMan sprengte Felsen, ebnete das alte Haldenmaterial ein, baute Terrassen und pflanzte zwei Jahre später die ersten Rieslingreben. 1911 konnte bereits der erste herausragende Jahrgang gekeltert werden. Weltberühmt wurde der Wein im Jahr 1921: In dem legendären Weinjahr wurde auf dem Kupferberg eine Riesling Trockenbeerenauslese mit sagenhaften 308 Grad Öchsle geerntet. Bis heute ist der Riesling das Hauptthema dieser besonderen Lage.  

Den Weinbau brachten der Überlieferung zufolge die Römer an die Nahe, urkundlich verbrieft ist er für das Jahr 1128: In einem Güterverzeichnis des Klosters Rupertsberg wird erstmals Weinbau im damals Böckelheim genannten Ort erwähnt. 1901 hatte der preußische Staat damit begonnen, an der Nahe steiles, zerklüftetes und felsiges Gelände aufzukaufen. Dem Weinbau in Deutschland ging es damals schlecht, Krankheiten und Schädlinge, vor allem die Reblaus, hatten zu einem regelrechten Weinbausterben geführt. Die preußischen Weinbaudomänen wurden gegründet, um wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Musterbetriebe zu schaffen – und den Ruf des deutschen Weins zu retten.  

Auch als von 1946 die Domäne in den Besitz des Landes Rheinland-Pfalz überging, widmete man sich weiterhin der Forschung in Sachen Qualität und Fortschritt. Hier wurden erstmals Versuche mit der Kaltvergärung durchgeführt, Versuche zu Düngemitteln und Spritzmitteln unternommen, und der begehrte Rieslingklon DN 500 selektioniert. Bis heute ist dieser Rieslingklon für seine hohe Mostgewichts- und Ertragsleistung sowie seine fruchtbetonte Art bekannt. 

Heute heißt die ehemals preußische Weinbaudomäne „Gut Hermannsberg“, benannt nach der Toplage Niederhäuser Hermannsberg und ist seit Sommer 2009 im Besitz des Unternehmers Jens Reidel. Auf den sechs als Erste Lagen klassifizierten Weinbergen wachsen zu 95 Prozent Riesling. Das alte Kellerei- und Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1910 wurde mit seinen schönen Jugendstilelementen neu hergerichtet. Darunter erstrecken sich zwei 90 Meter lange Keller, in denen bis heute der Wein ausgebaut und so mancher Schatz gehütet wird: In der Schatzkammer neben dem Holzfasskeller lagern Weine seit dem Jahr 1907.  

 

 



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