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Von Weil bis Weinheim

Nicht ohne Grund ist ein gelbes Sonnenmännchen das Logo der Badener Winzer: Im südlichsten deutschen Weinanbaugebiet scheint die Sonne am längsten, wie die Wetterfrösche bestätigen.
 

Dass es hier so warm ist, hat Baden außerdem der geschützten Lage in der Oberrheinischen Tiefebene und am Rande von Schwarz- und Odenwald zu verdanken.Das Anbaugebiet Baden erstreckt sich nicht nur entlang des Rheingrabens, auch die Badische Bergstraße um Heidelberg, Tauberfranken und der Bodensee gehören dazu. Wer das badische Weinland erkunden möchte, ist deshalb etliche hundert Kilometer unterwegs. Im Süden beginnt die badische Weinstraße bei Weil an der Schweizer Grenze und endet nördlich vom Kraichgau bei Weinheim an der Bergstraße.
Hinter Weinheim beginnt schon die Hessische Bergstraße, von der Weinheimer Burg Windeck aus blickt man an klaren Tagen bis in die Pfalz hinüber. In dem Städtchen selbst kann man durch einen exotischen Wald streifen, auf dem Marktplatz stehen japanische Schnurbäume (www.weinheim.de). In Neckargemünd bei Heidelberg kann man (zum Beispiel nach einer Kanutour auf dem Neckar) im Hochseilgarten klettern und an den Seilen schwingen (http://www.hochseilgarten-neckargemuend.de/).

Radeln am Ufer der Tauber
Rund 150 Kilometer weiter östlich beginnt bei Bad Mergentheim der badische Teil des Taubertals (www.liebliches-taubertal.de), welches auf die Anbaugebiete Baden, Franken und Württemberg aufgeteilt ist. Im Bad Mergentheimer Schloss lohnt ein Besuch des Deutschordensmuseums (www.deutschordensmuseum.de), knapp 50 Kilometer nördlich liegt Wertheim zwischen den Ausläufern des Odenwalds und dem Spessart. Hier fließt die Tauber in den Main und der hübsche Tauber-Radweg endet. Besonders empfehlenswert ist die Strecke ab Niklashausen. In Wertheim kann man unter anderem im historischen spitzen Turm Wein probieren (www.tourist-wertheim.de), das größte fränkische Volksfest wird in Königshofen (Stadtteil von Lauda-Königshofen) im September gefeiert.

Weinprobe im Kürnbacher Schwarzriesling-Keller
Südlich der Badischen Bergstraße verläuft die Weinstraße Kraichgau-Stromberg. Auf der Seite www.kraichgau-stromberg.de ist sie beschrieben, außerdem gibt es Informationen zu Urlaub auf Winzerhöfen, auch Wellnesswochenenden können gebucht werden. Karlsruhe lockt mit dem Badischen Landesmuseum im Schloss (www.landesmuseum.de) und dem Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (www.zkm.de). In Bretten kam der Humanist Melanchthon zur Welt, die Gedächtnisstätte ist von Mitte Februar bis November nachmittags geöffnet (www.melanchthon.com). Wenige Kilometer entfernt liegt das schmucke Dorf Kürnbach. Jeden ersten Samstag im Monat (außer von Juni bis September) findet ab 18:30 im Weinhaus am Marktplatz eine Weinprobe statt (Kosten: 8 Euro, www.kuernbach.de). Mehr Infos über das Kraichtal, Wanderwege und Museen gibt es unter www.kraichtal.de.

Baden in Baden-Baden, Mummeln im Mummelsee
Durch die Ortenau verlaufen hübsche Weinwanderwege von Baden-Baden bis zum Schuttertal bei Offenburg (siehe auch www.schwarzwald-tourist-info.de). Im Schuttertal finden Ende Juli die Schwarzwälder Holzfällermeisterschaften statt, die mondäne Kurstadt Baden-Baden entfaltet ihr Nobel-Ambiente auf der Galopprennbahn, in der Spielbank und den Kuranlagen mit schicken Bädern (www.carasana.de). Die private „Sammlung Frieder Burda“ (www.sammlung-frieder-burda.de) beherbergt fast 500 Werke von Arp über Jawlensky und Pollock bis Warhol. Gengenbach (www.stadt-gengenbach.de), Durbach und Sasbachwalden sind reizvolle Weinbauorte an den Schwarzwaldhängen. Am ersten Oktober-Wochenende verbinden die Sasbachwaldener ihr Weinfest mit dem Erntedank, ein Ausflug zum Mummselsee (www.mummelsee.de) ist immer nett. Der See verdankt seinen Namen den weißen Seerosen (Mummeln), die einst dort wuchsen.


Rund um Freiburg, Kaiserstuhl und Tuniberg

Am Kaiserstuhl, der wärmsten Gegend in Deutschland, wachsen auch heute noch Orchideen. Im Mai und Juni sind sie am Badberg zu bewundern (Führungen unter www.am-kaiserstuhl.de). Sehr gut kann man die Gegend mit dem Fahrrad (Streckenvorschläge unter www.kaiserstuhl-tuniberg-tourismus.de / Pauschaltouren unter www.breisgau-radtouristik.de) oder von Mai bis Oktober mit dem Rebenbummler-Zug (www.rebenbummler.de) erkunden. Als Ausgangspunkt für Wanderungen im Kaiserstuhl eignet sich zum Beispiel das Dörfchen Bickensohl, in Ihringen ist das Wein- und Sektwochenende im Oktober sehr beliebt.
In Breisach am Tuniberg kann man sich in einer der größten Kellereien Europas (www.badischer-winzerkeller.de) zur Kelterstation, den Weinabfüllanlagen und ins Flaschenlager führen lassen. An den Breisgau grenzt Freiburg mit seinen Bächle. Diese dienten einst als Viehtränke und Wasserversorgung, heute kann man sich die Füße darin kühlen. In der Uni-Stadt bietet die „Alte Wache“ Wein von über 30 Weingütern und Genossenschaften an (www.alte-wache.com). Das nahe Glottertal (www.glottertal.de) hat einst als Filmkulisse der „Schwarzwaldklinik“ gedient.

Wandern auf dem Wiiwegli durch das Markgräfler Land
Im Freiburger Stadtteil St. Georgen endet das sogenannte Wiiwegli, das in Weil am Rhein beginnt und durch die Weinberge des Markgräflerlandes führt. Unter www.wii-wegli.de kann man einen Gepäcktransportservice buchen. Wer vom Radeln sehr erschöpft ist, entspannt nach der Hälfte der Strecke in Badenweiler einfach im irisch-römischen Bad oder genießt die Kur „Gesund mit Gutedel“, einer Badener Weinspezialität (Infos unter www.badenweiler.de). Immer dienstags bieten die Staufener ihren Gästen Sonnenaufgangs-Wanderungen auf den Belchgengipfel an (zu buchen unter www.staufen.de). Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Rheinebene und den Schwarzwald.

Wein genießen und Honig schlecken am Bodensee
Hagnau und Meersburg sind heute die wichtigsten Weinorte am Bodensee. In Meeresburg wandelt man im Fürstenhäuschen auf den Spuren von Annette von Droste-Hülshoff. Die kleine Biedermeierwohnung ist von Reben umgeben und kann besichtigt werden, auf Anfrage gibt es auch eine Weinprobe. Auf dem Weg nach Überlingen entführt das Pfahlbaumuseum (www.pfahlbaumuseum.de) in die Vorzeit. In der Wallfahrtskirche Birnau bezaubert der süße Honigschlecker, ein Marmorengel. Mit dem Schiff kann man über das Schwabenmeer auf die Inseln Mainau und Reichenau übersetzen. Mainau (www.mainau.de) ist ein Blumenmeer, die Klosterkirche auf der Insel Reichenau (www.reichenau.de) mittlerweile Weltkulturerbe der Unesco. Weitere Infos rund um den Bodensee unter www.bodenseeferien.de, ein Radtourenvorschlag um den Untersee steht unter www.erlebnisradeln.de.

Tipps für Kinder
Im Münstertaler Bienenkundemuseum (bei Staufen) kann man Wissenswertes über Bienenzucht und Honigherstellung erfahren. Das Museum ist mittwochs, am Wochenende und an allen Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auf der Homepage www.bienenkundemuseum.de erzählt Biene Maja anschaulich aus ihrem Bienenleben, außerdem gibt es auch Infos über die Märchen-Schnitzerstube.
Nahe dem schmucken Barockstädtchen Ettenheim begeben sich die Besucher im Europapark auf Europa-Reise. Im Globe, einem Nachbau des englischen Shakespeare-Theaters, führen Artisten Shows auf, in Griechenland steht ein Trojanisches Pferd. Wer es rasanter mag, kann in der Schweizer Bobbahn durch einen Eiskanal brausen oder mit dem Silverstar enorme Fliehkräfte spüren. Der Park ist von März bis Oktober geöffnet, für den Nervenkitzel zahlen Erwachsene 27, Kinder 24 Euro.
Weinfest-Empfehlung
Anfang Juni eröffnet die frisch gekürte badische Weinkönigin das Weinfest rund um das Freiburger Münster. Die Winzer und Genossenschaften schenken viele hundert verschiedene Badenweine aus, Livemusik und die Köstlichkeiten aus dem Drei-Länder-Eck locken. Bühlertal, südlich von Baden-Baden gelegen, feiert seinen Wein während der „Bühlertäler Weinwochen“: Von September bis Oktober werden Keller- und Weinbergführungen, Wanderungen mit den Winzern und kostenlose kleine Weinproben angeboten, auch bei der Weinlese dürfen die Gäste mithelfen (www.buehlertal.de). Auf jeden Fall kosten sollte man von den badischen Spezialitäten wie dem leichten Gutedel, Spätburgunder Weißherbst oder Badisch Rotgold.

In der Umgebung
Wenige Kilometer nördlich von Meersburg (Bodensee) wieseln flinke Gesellen durch den Wald: Über 200 Berberaffen tummeln sich hier inmitten der Besucher und wollen mit (vorher gratis ausgeteiltem) Popkorn gefüttert werden. Der Affenberg (www.affenberg-salem.com) kostet für Erwachsene sieben Euro, Kinder zahlen die Hälfte. Nach dem Besuch kann man noch zum Nobel-Internat Salem wandern.
Das Freilichtmuseum Gutach, mitten im Schwarzwald (östlich von Ettenheim) gelegen, versetzt den Besucher in vergangene Jahrhunderte: Alte Schwarzwaldhäuser wurden hier original wiederaufgebaut, zum Teil sogar so ausgestattet, wie der letzte Bewohner sie verlassen hat. Schmucke Vorgärten und Tiere hauchen dem Ensemble Leben ein. Geöffnet ist der Vogtsbauernhof zwischen März und November (www.vogtsbauernhof.org). Ebenfalls in Gutach können die Gäste auf Barfußwegen unter anderem zu Duftpavillons und Fühlstationen wandern. Der Parcours des Sinnenpark ist gut zwei Kilometer lang und von April bis Oktober geöffnet (www.parkmitallensinnen.de).
Weiter südlich stürzen die Wassermassen des Flusses Gutach tosend in die Tiefe: Bei Triberg (www.triberg.de) schäumen die höchsten Wasserfälle Deutschlands (163 Meter). Im umliegenden Wald kann man gut wandern, der Naturerlebnispark lädt zu Entdeckungen ein.

Buchempfehlungen

Nathalie Lumpp: WeinLust.
Kostproben aus Baden-Württemberg.
Hampp Verlag 2005. 14,90 Euro.

Franz Hilger: Die Badische Weinstraße.
2004. 9,80 Euro.

Feste feiern in Baden-Württemberg
(jedes Jahr aufgelegt von SWR und Tourismus Baden-Württemberg). 4,50 Euro.

 
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