Köstlich - Edelsüße Schätze
Wenn die Hauptweinlese in den deutschen Weinanbaugebieten erfolgreich beendet ist, kann man beobachten, dass in bestimmten Lagen einzelne Weinberge noch nicht gelesen wurden. Sie sind vom Winzer nicht etwa vergessen worden, sie warten vielmehr darauf, edelsüße Köstlichkeiten zu werden. Bei günstiger Herbstwitterung entwickeln sich die Trauben weiter und steigern auf natürliche Weise täglich ihren Süßegrad.Edelsüße Köstlichkeiten sind ein „Geschenk der Natur“
Grundsätzlich
kann man zwei Methoden zur Herstellung solch edelsüßer Raritäten unterscheiden. Da sind zum einen die Beerenauslesen
oder Trockenbeerenauslesen, bei denen ein Pilz besonders hilfreich ist, nämlich die so genannte Edelfäule. Wenn
man sein Gegenüber beeindrucken möchte, dann kann man sich auch den Fachbegriff merken: Botrytis Cinerea. Wenn die
Trauben im Herbst sehr reif sind und wenn es noch dazu feucht und relativ warm ist, befällt dieser Pilz die Trauben,
macht die Beerenhaut porös und lässt sie rosinenartig eintrocknen. Das Wasser in der Traube kann verdunsten und
zurück bleibt ein extrem süßer Saft, aus dem dann sehr süße Weine entstehen. Bei der Lese werden
diese eingetrockneten Trauben besonders herausgelesen, woher sich auch der Name Auslese erklären lässt. Die Hefen
im Wein schaffen es übrigens nicht, den gesamten natürlichen Zucker zu vergären, und deshalb haben solche Weine
in der Regel nur sehr wenig Alkohol. Den hohen Zuckergehalt kann man auch sehen, denn wenn man solche Weine im Glas schwenkt.
Die Konsistenz ist dickflüssiger, ja fast ölig. Trockenbeerenauslesen sind in der Farbe meistens goldgelb, was durch
die Edelfäule bewirkt wird, während Eisweine eher eine helle Farbe behalten.
Zur Lagerung Bestens geeignet
Je nachdem wie süß die Trauben bei der Lese waren, gibt
es die Abstufungen Auslese, Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese. Trockenbeerenauslesen sind sehr selten, vielleicht sogar
noch seltener als Eisweine, und deshalb auch sehr teuer. Die teuersten Trockenbeerenauslesen der letzten Jahre wurde für
weit über 1000 Euro pro Flasche versteigert. Solche Süßweine eignen sich beispielsweise in der Vorweihnachtszeit
besonders gut zu Stollen, in dem ja auch Rosinen verarbeitet werden, zu würzigem Weihnachtsgebäck und natürlich
auch als hochwertiges Geschenk.
Durch den hohen Zuckergehalt sind solche Weine bei richtiger Lagerung jahrzehntelang haltbar. Denn für
eine lange Lagerung ist ein hoher Anteil an Extraktstoffen, Fruchtsäure, reifer Süße und Alkohol im Wein notwendig.
Edelsüße, ältere Weine bieten mit ihrer Finesse und Haromonie eine Perfektion, die schwer zu überbieten
ist. Sie eignen sich vortrefflich für besondere Momente und die großen Ereignisse im Leben. Sie sollten fachgerecht
und kühl gelagert werden und erreichen ihre geschmackliche Vollendung meist nach fünf bis zehn Jahren. Der Genuss
solcher Weine kann auch noch nach zwanzig oder dreißig Jahren zum unvergesslichen Erlebnis werden.
Edelsüße Weine sind grandiose Begleiter festlicher Anlässe und ein hervorragender Aperitif, der Gourmets in Verzückung geraten lässt. Wenn das Menü sich vollendet, versprechen die edelsüßen Raritäten ein glanzvolles Finale. Sie empfehlen sich gemäß der Regel: gleich und gleich beziehungsweise süß und süß gesellt sich gern besonders zu fruchtigen Desserts, Eis oder Sorbets.


























