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Architektur und Wein: neues Franken trifft auf klassisches Franken

Vinothek des Weinguts Max Müller I, Volkach, Franken
„Wir sind offen für Neues und doch verwurzelt mit unseren Ursprüngen“, sagen Monika und Rainer Müller vom Weingut Max Müller I im fränkischen Volkach.
 
Weingut Max Müller, Franken
 Foto: www.deutscheweine.de, Abdruck honorarfrei

Diese Devise spiegelt sich nicht nur in ihren Weinen – den unkomplizierten, frischen Gewächsen der Linie „Neues Franken“ und den traditionellen Bocksbeutelweinen der Kollektion „Klassisches Franken“ – sondern auch an der Innenarchitektur der neuen Vinothek.

Wer durch den mächtigen Torbogen des stattlichen Barockanwesens tritt, ahnt nicht, welch modernes Ambiente ihn im Verkaufs- und Degustationsraum erwartet. Unter den strengen Augen des Denkmalschutzes setzten die Volkacher Architekten Reinhold Jäcklein und Stefan Schlicht vom Architekturbüro Jäcklein ein Raumkonzept um, in dem Funktionalität und Beschränkung auf das Wesentliche vorherrschen. Sie entfernten zunächst nachträglich errichtete Trennwände und Deckenabhängungen und verwandelten die bestehenden, in ihrer Kleinteiligkeit eng und bedrückend wirkenden Verkaufsräume in eine großzügige, lichtdurchflutete Vinothek.

Weingut Max Müller, Franken
Foto: www.deutscheweine.de, Abdruck honorarfrei

Wände und Decken erhielten einen weißen Anstrich, der die Eichenflächen der Theke und des Präsentationsbereichs zur Geltung bringt. Das Holz stammt aus der Region, ebenso der helle Muschelkalkboden. Die wenigen Möbel sind maßgeschneidert und multifunktional, etwa die lange Theke, die als Empfang, Verkostungs-, Verkaufs- und Bürofläche dient. Alles wirkt schlicht, elegant und streng linear. Das einzige verspielte Gestaltungselement ist eine gläserne Trennwand, die einen Teil der Theke abschirmt. Das Glas wurde von den Wiener Künstlern Marcel Neundörfer und Biagovesta Bakardijeva mit sandgestrahlten Ornamenten versehen – nach dem Vorbild einer barocken Stuckdecke im Obergeschoss des Gutshauses, auf der sich Vögel zwischen Früchten und Rocaillenschmuck tummeln.

Die behutsame Integration der modernen Innenarchitektur in den denkmalgeschützten Bestandsbau aus dem 17. Jahrhundert sowie die historischen Zitate der Raumgestaltung – sowohl in der Nutzung traditioneller Baustoffe als auch in der Inspiration der barocken Ornamentik – machen die Vinothek des Weinguts Max Müller I zu einem gelungenen Beispiel der Synthese von Altem und Neuem. Der zurückhaltende Glasschmuck und die schlichte Geradlinigkeit der Gestaltung haben dem 2008 fertiggestellten Verkaufs- und Verkostungsraum verschiedene Auszeichnungen eingebracht, z. B. im Rahmen des Architekturpreises Wein 2010 oder beim BDA-Preis „Gute Bauten in Franken“ 2008.

 
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