Prickelnder Klassiker neu entdeckt

Für alle Rezepte gilt, dass man erst kurz vor dem Ausschenken den Sekt zugibt, während der Ansatz mit stillem Wein erfolgt.
• Je weniger Zutaten, desto leichter gelingt die Bowle.
• Jede Bowle ist so gut wie der Wein und Sekt,
den man dafür verwendet. Denn nur gute Zutaten ergeben eine gute Bowle, dazu gehören deutsche Qualitätsweine,
leichte Kabinettweine und fruchtige Winzersekte.
• Nur frische und gutgereifte Früchte verwenden.
• Die Früchte behutsam schälen und zerkleinern, nicht zerdrücken.
• Die Früchte
mit wenig Zucker bestreuen oder mit Traubenlikör marinieren, so erschließt sich das Aroma. Wer süße
Bowlen bevorzugt, nimmt liebliche Weine.• Sekt und Mineralwasser
- gut gekühlt - erst kurz vor dem Servieren hinzugeben, damit die Bowle möglichst
lange prickelt
•
Die richtige Bowlentemperatur liegt etwa bei 5 bis 8° C also etwas kühler als die normale Serviertemperatur für
Wein.
• Eiswürfel nicht direkt in die Bowle geben, denn davon wird sie wässrig. Tipp: Bowlengefäß
in ein größeres, mit Eisstücken gefülltes Gefäß stellen oder die kleinen bunten mit Wasser
gefüllten Plastikgarnituren in Form von Früchten benutzen, die tiefgefroren die Bowle kühlen, ohne sie zu verwässern.
Für Rotwein-Bowlen gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für Weißwein-Bowlen. Besonders geeignet sind die weniger gerbstoffbetonten Sorten, wie Trollinger und Portugieser oder jugendliche Weißherbste, die sich besonders für Bowlen aus Kirschen oder mit dunklen Beeren empfehlen. Übrigens: Wenn die Bowle zur Neige geht, nicht verlängern. Wenn sie alle ist, lieber noch einen guten Wein servieren.
Einst Mittel gegen die Langeweile
Dem erfrischenden und vor allem im Sommer beliebten Getränk
aus Wein und Früchten gibt das englische Wort "bowl" (Gefäß) seinen Namen. Denn britische Kolonialoffiziere
sollen die "Erfinder" der Mixspezialität gewesen sein: Als Mittel zur Stärkung und gegen die Langeweile
ließen sie sich in Indien von ihren Dienern ein Getränk aus mindestens fünf Zutaten "brauen", das
sie sich dann in einer großen "Bowl" servieren ließen.
Mit den Briten begann im 18. Jahrhundert der Siegeszug der Bowlen nach Europa: Zunächst dem Adel vorbehalten, wurde bald auch in gutbürgerlichen Kreisen das "Bowle-Trinken" zum Zeitvertreib. Vom Lieblingsgetränk der feinen Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert entwickelte sich die Bowle zum Partyrenner der fünfziger Jahre - und findet heute als belebendes und frisch-fruchtiges Sommergetränk wieder zunehmend Freunde.
Genusvolle Bowlen mit deutschen Weinen und Sekten
ERDBEERBOWLE
Man schneide etwa ein Pfund Erdbeeren klein und süße bei Bedarf mit dem Zucker und lasse die Mischung etwa zwei Stunden im Kühlschran ziehen. Dann gebe man die Früchte samt Flüssigkeit in ein Bowlengefäß und fülle mit Rosé oder Weißherbst auf. Jetzt darf die Mischung eine Nach im Kühlschrank ziehn. Kurz vor dem Servieren wird die Mischung mit gut gekühltem Winzersekt aufgegossen. Unsere Empfehlung: An heißen Tagen die Bowle mit Eiswürfeln aus Weißherbst oder Rosé kühlen.
PFIRSICHBOWLE
Sechs bis acht reife Früchte schälen, halbieren und Steine entfernen. Zerteilte
Früchte mit Zucker überstreuen und ziehen lassen. Dann mit 3 bis 4 Flaschen Wein z.B. einem Riesling oder Silvaner
auffüllen und möglichst in Eis einige Stunden ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren eine Flasche deutschen Winzersekt
dazugeben, das bringt den letzten Pfiff.
MELONENBOWLE
Eine kleine Melone schälen, von
Mark und Kernen befreien, in dünne Scheiben schneiden und mit Zucker bestreuen. Mit einer kleinen Menge Wein, z.B. einen
Grauen Burgunder oder einen reifen Riesling, übergießen und einige Stunden ziehen lassen. Danach mit drei Flaschen
Wein auffüllen und noch einige Zeit auf Eis ziehen lassen.


























