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Meldungen aus dem DWI

Was Dirk Würtz über deutsche Weine sagt

11.09.2017

Das DWI befragt Blogger und Influencer zum Thema Weinland Deutschland. Dirk Würtz, Weinexperte, überregional bekannter Wein-Blogger und Betriebsleiter bei Balthasar Ress gab Antworten - auch zum Strukturwandel.


Welche Flasche Wein öffnen Sie als Nächstes?

Einen Pinot Noir aus Rheinhessen vom Weingut Keller. Für mich das Beste, was es an Rotwein aus Deutschland gibt.

Verraten Sie uns Ihr liebstes Wein- und Foodpairing?

Dry aged Beef, überhaupt ein gutes Stück Fleisch und ein gereifter Riesling aus dem Rheingau mit deutlicher Restsüße. Momentan am liebsten eine 92er Auslese aus dem Hattenheimer Nussbrunnen.

Nachhaltig, bio, vegan, Naturweine – wie wichtig finden Sie das?

Extrem wichtig für mich ist ökologischer Weinbau. Ich persönlich halte ihn für alternativlos, wenngleich ich natürlich auch den konventionellen Weinbau in jedem Fall akzeptiere. Jeder muss das für sich entscheiden. Naturweine sind eine sehr spannende Nische. Wir selbst produzieren sie seit einigen Jahren und gehören innerhalb des VDPs sicherlich zu den Pionieren dieser Stilrichtung. Ich finde die Devise „Nichts rein, nichts raus“ extrem sexy, und wenn das Ganze gut gemacht ist, dann sind das mit die liebsten Weine, die ich trinke. Mit dem Begriff der Nachhaltigkeit habe ich so meine Probleme. Es wird leider viel Schindluder damit betrieben und dient vielen nur als Alibi um etwas zu suggerieren, was tatsächlich eigentlich ganz anders ist. Vegan finde ich gut. Weniger gut finde ich die teilweise haarstäubenden Diskussionen um das Thema. Beiderseits.

Deutsche Weinerzeuger sind…

handwerklich extrem gut ausgebildet, waren immer eher etwas konservativer und werden den anstehenden Strukturwandel meistern müssen. Es wird sich jeder bald fragen müssen, ob es sein muss alles zu tun und können zu wollen. Trauben produzieren, daraus Wein machen UND den ordentlich vermarkten sind drei hoch spezialisierte Gebiete mittlerweile.

Was läuft im Handel?

Gute Frage… nach wie vor geht es um den Preis. Der Deutsche Weinmarkt ist preissensibel. Deutscher Wein verliert an Boden, die „besondere Flasche“ Wein ist immer noch keine aus Deutschland. Es fehlt schlicht an Wertschätzung im besten Sinne.
Ansonsten stelle ich fest, dass sich der Markt mehr und mehr konzentriert. Der LEH wird als Verkaufsstätte für Premium immer wichtiger, das Netz holt deutlich auf und die ganz Großen wie HAWESKO schlafen auch alle nicht. Im Großen und Ganzen bin ich zuversichtlich.

Was Sie schon immer mal über deutsche Weine sagen wollten:

Deutsche Weine sind in ihrer Vielfalt einzigartig und eigentlich auch unerreicht.

Ihr letzter Leserkommentar?

Der war in unserer „Hauptsache Wein“ Gruppe auf Facebook – der größten Weingruppe im Netz. Es ging um eine Flasche Wein, die wir zugunsten der Krebshilfe versteigert haben. Eine Magnum 2016 Pettenthal von Klaus-Peter Keller. Es ist die einzige Magnumflasche, die das Weingut jemals verlassen wird und der Preis war am Ende bei 3.800 Euro. Da war mein Kommentar: "Wahnsinn!"

Ihr letzter Post zum Weinland Deutschland?

Macht was Ihr wollt, genießt das Leben und trinkt Deutschen Wein!

Danke an Dirk Würtz! Hier gehts zum Blog wuertz-wein.de

In dieser Serie erschienen auch:

Dirk Würtz, Weinexperte, überregional bekannter Wein-Blogger und Betriebsleiter bei Balthasar Ress über deutsche Weine.