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Ostern 2016: Betoneier in Frankens Weingütern

24.03.2016

Sie sind mannshoch, aus grauem Beton, fassen 900 Liter und sehen aus wie überdimensionale Ostereier. Klarer Vorteil für den Osterhasen: Diese Eier sind quasi unzerbrechlich und er muss sie auch nicht anmalen. Deutlicher Nachteil: viel zu schwer. Mit Inhalt wiegt jedes Ei knapp drei Tonnen.


Keine Schokolade, sondern Silvaner aus fränkischen Premiumlagen ist in den Beton-Eiern eingelagert. Ein halbes Dutzend Winzer widmet sich inzwischen dem Wein-Ausbau im Beton-Ei. Die Weine, die darin reifen – so sagen die Winzer– haben eine besonders ausgeprägte mineralische Struktur. Das stehe dem fränkischen Silvaner sehr gut. Sie behaupten, der Wein liebe es, sich frei im Ei bewegen zu können. Keine störenden Ecken und Kanten – stattdessen ein Leben im Goldenen Schnitt.
Gestartet wurde das Experiment Beton-Ei in Franken 2008 von den Winzern Ludwig Knoll und Rainer Sauer. Beide begaben sich damit auf önologisches Neuland. Nach ersten Verkostungen überzeugten die im Beton-Ei gereiften Weine mit einer besonders mineralischen Spannung. Fast salzig spiegelten sie ihre Herkunft. Offenbar kann sich der Wein während der Gärphase und bei Lagerung in diesem Gefäß frei fließend bewegen. Das sollte die Zirkulation der Weininhaltsstoffe begünstigen und die Aufnahme winziger Sauerstoffmoleküle durch die feinen Poren der Betonwand positiv beeinflussen.  

Betoneier finden sich derzeit in diesen fränkischen Weingütern:
Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Veitshöchheim
Weingut Baldauf, Ramsthal
Weingut Rudolf May, Retzbach
Weingut Roth, Wiesenbronn
Weingut Rainer Sauer, Escherndorf
Weingut am Stein, Würzburg
Weingut Artur und Daniel Then, Sommerach

www.franken-weinland.de

Für Osterhasen viel zu schwer: Betoneier in fränkischen Weingütern