Portugieser
Portugieser - Der leichte, duftige RotweinDer Portugieser gilt als unkomplizierter, süffiger und frischer Schoppenwein. Ohne all zuviel Tannin ist er schon im Frühjahr trinkbar.
Geschichte
Die Herkunft des Portugiesers kann nicht eindeutig belegt werden. Der Portugieser
ist über Österreich (18. Jahrhundert) nach Deutschland (19. Jahrhundert) gekommen. Johann Philipp Bronner übernahm
die Erhaltungszüchtung des Portugiesers, dessen Ursprung in Österreich-Ungarn vermutet wird. Schon im 19. Jahrhundert
verdrängte die Sorte viele alte Rebbestände.
Bedeutung
Der Portugieser ist hinsichtlich der Anbaufläche nach dem Spätburgunder und dem
Dornfelder die dritttwichtigste Rotweinrebsorte in Deutschland. Die Anbaufläche liegt bei 4.100 Hektar; das sind
gut vier Prozent der deutschen Rebfläche. Dabei gibt es deutliche regionale Schwerpunkte des Portugieseranbaus in der
Pfalz (2.000 Hektar), in Rheinhessen (1.600 Hektar) und an der Ahr (40 Hektar). Nachdem sich viele Winzer in den 70er Jahren
vom Blauen Portugieser verabschiedet hatten, nahm die Anbaufläche im nachfolgenden Jahrzehnt wieder zu und hat sich seit
den neunziger Jahren weitgehend stabilisiert.
Anbau
Die Sorte stellt geringe Boden- und Lagenansprüche, ist allerdings weniger für feuchte
und schwere Böden geeignet. Auch mit nährstoffarmen Sandböden kommen die Reben gut zurecht. Treten keine Schäden
durch Winterfröste ein, gilt der Portugieser als wüchsig und ertragssicher. Die Trauben reifen früh und können
als Qualitätswein mitunter schon in der ersten Septemberhälfte geerntet werden.
Ausbau/Geschmack
Vielfach wird der Traubenmost umgehend oder nach kurzer Standzeit abgepresst und
zu Weißherbst ausgebaut. Die hellrote Farbe legt die Verwendung als Weißherbst nahe. Auch die Rotweine vom Portugieser,
meist von hellem Rubinrot in der Farbe, sind im Alkohol meist leichter als andere Rotweine.
Genuss
Der Portugieser gilt als unkomplizierter, angenehmer, vollmundiger, süffiger und frischer
Schoppenwein. Ohne all zuviel Tannin entwickelt er sich schnell und ist schon im Frühjahr ein harmonischer, gut trinkbarer
Wein. Er kann dann auch etwas kühler (Rosé 9 - 13° C und Rotwein 14 - 16° C) angeboten werden. Das verstärkt
den erfrischenden Charakter des leichten Rosé- oder Rotweins, der meist eine belebende Säure mitbringt. Im verhaltenen
Duft finden wir Anklänge von Beerendüften wie rote Johannisbeere, Himbeere oder Erdbeere, mitunter auch Sauerkirsche
oder einen Pfefferton. Der Portugieser kann bei vielen Gerichten ein genügsamer Essensbegleiter sein, zudem hat gerade
der Weißherbst als Sommerwein viele Freunde.
(Januar 2012)


























